Hands-on: HTC U12+

Transparente Rückseite, fest drücken für Sonderfunktionen, extra lauter Sound. Wir sprechen nicht vom Gameboy Color, sondern vom neuen Spitzenmodell von HTC.

von Luca Diggelmann 23.05.2018

HTC überspringt die regulären Nummern und geht direkt zur Plus-Version. Das soll einerseits den grösseren Sprung vom U11 unterstreichen, aber auch eine langsamere Progression signalisieren. Das nächste HTC U soll nämlich erst 2019 erscheinen.

Wenden wir uns aber wieder der 2018er-Version zu. Das U12+ fällt auf den ersten Blick nicht besonders auf. Zumindest, wenn man es von vorne betrachtet. Der ultradünne Rahmen auf der Seite ist mittlerweile relativ verbreitet und auch den kontroversen Notch gibt es beim U12+ nicht. Auffällig wird es erst auf der Rückseite: HTC verbaut bei seinem Spitzenmodell einen mehrschichtigen Glasrücken. Die einzelnen Glasschichten sind leicht unterschiedlich eingefärbt, was dem Gerät einen interessanten Schimmereffekt gibt. Am auffälligsten ist dieser bei der roten Variante, welche nicht nur in Rot, sondern auch diversen Orangetönen schimmert. Als kleines Gimmick für Fans von 90er-Hardware gibt es eine transparente Version. Allzu viel sieht man zwar nicht, die Batterie und ein Flachbandkabel zur Kamera, dennoch ein schöner Throwback für alle, die damals den durchsichtigen Gameboy Color oder N64 hatten.

Die drei Farben des HTC U12+ Die drei Farben des HTC U12+ Zoom© lpd / PCtipp

Ansonsten hält sich HTC ziemlich an die üblichen Designstandards. Mit allen Vor- und Nachteilen. Der Glasrücken ist schön, aber auch anfällig auf Fingerabdrücke. Der Fingerabdrucksensor ist handlich auf der Rückseite platziert, aber halt auch direkt unter der Kamera und auf dem Tisch liegend nicht verwendbar.

Dir gläserne Rückseite ist edel aber anfällig für Fingerabdrücke Dir gläserne Rückseite ist edel aber anfällig für Fingerabdrücke Zoom© lpd / PCtipp

Eine interessante Abweichung gibt es bei den seitlich platzierten Tasten. Diese sind genau genommen keine Knöpfe im traditionellen Sinn. Vielmehr nutzt HTC seine Edge Sense-Technologie für Touch-Tasten mit haptischem Feedback. Die ersten Minuten sind dabei etwas merkwürdig. Man ist sich doch gewöhnt, dass sich die Ein-Aus-Taste bewegt, wenn man sie drückt. Stattdessen bekommt man «nur» einen Gegenpuls vom Vibrationsmotor. Nach einer Weile hat man sich aber daran gewöhnt. Wichtig ist vor allem, dass die Taste zuverlässig funktioniert. Das hat in unserem Hands-on geklappt. Der vollständige Test wird hier aber noch mehr Informationen liefern. Der Grund für die Touch-Tasten ist übrigens einfach: Die physischen Tasten verursachen Löcher und somit eine Schwachstelle im Rahmen. Die Touch-Tasten machen das U12+ somit ein wenig stabiler.

Das durchsichtige Modell erinnert an Game-Hardware aus den 90ern Das durchsichtige Modell erinnert an Game-Hardware aus den 90ern Zoom© lpd / PCtipp

Edge Sense

Es wurde im vorhergehenden Absatz bereits angetönt: Edge Sense ist das grösste Alleinstellungsmerkmal des HTC U12+. Die Technologie wurde bereits im Vorgängermodell U11 verbaut und für das U12+ verbessert. Edge Sense verwendet Drucksensoren im Rahmen des Smartphones. Diese können auf verschiedene Art und Weise verwendet werden. Standardmässig öffnet ein beidseitiger Druck die Kamera. Ein längerer Druck öffnet den Google-Assistenten. Neu reagiert Edge Sense auch auf feinere Druckgesten wie ein Doppel-Tap auf einer Seite. Dieser öffnet standardmässig ein Kreis-Menü mit App-Verknüpfungen, und zwar auf der Seite, auf der man das Smartphone antippt.

Sogar die Ein-Aus-Taste ist Touch Sogar die Ein-Aus-Taste ist Touch Zoom© lpd / PCtipp Edge Sense lässt sich nach Wunsch anpassen Edge Sense lässt sich nach Wunsch anpassen Zoom Grundsätzlich kann man die drei Gesten (drücken, lang drücken und doppelt antippen) nach Wunsch einer Funktion zuordnen. Es gibt sogar App-spezifische Befehle. Das heisst, Sie können jede Geste entweder Global einer Funktion zuordnen, oder innerhalb einer App anders nutzen. Ein Beispiel wäre: Doppeltap öffnet das App-Menü, innerhalb der Kamera-App aktiviert es die Frontkamera.

Wer sich jetzt sorgt, dass sein Smartphone ständig unbeabsichtigt Sachen ausführt kann beruhigt sein: Bei Edge Sense lässt sich der benötigte Druck einstellen. Falls Sie also von Natur aus über einen festen Griff verfügen, können Sie die Aktivierungsschwelle nach oben schieben. Zudem befindet sich die empfindliche Zone nur im unteren Drittel des Smartphones. Man kann ihr also auch aktiv aus dem Weg gehen.

Für Besitzer des U11 gibt es einen Wermutstropfen: Die neuen Funktionen von Edge Sense gibt es nur für das U12+, da neue Hardware verbaut wurde.

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