Im Test: Sony Xperia XZ1

Sony lanciert sein neustes Smartphone – und startet vielleicht einen 3D-Hype. PCtipp hat das Gerät auf Herz und Nieren geprüft.

von Florian Bodoky 05.10.2017
Sony bleibt seiner Bauform treu beim XZ1 Sony bleibt seiner Bauform treu beim XZ1 Zoom Die Japaner von Sony werkeln fröhlich weiter: Nachdem sie letzten Herbst das Xperia XZ vorgestellt hatten, folgte das Flaggschiff XZ Premium am Mobile World Congress in Barcelona (März 2017) und kaum ein halbes Jahr später das XZ1 anlässlich der IFA Anfang September in Berlin – in zweifacher Ausführung versteht sich, spürten die fleissigen Marktforscher doch den Wunsch nach der Rückkehr des beliebten Compact-Formats. Was mit dem neuen Sony-Smartphone auch erstmal zurückkehrt, ist die Frage nach der Idee hinter der Bezeichnung XZ1. Klar ist, die XZ-Serie wird fortgesetzt. Aber wieso XZ1? Das erste Gerät der Serie ist es ja nicht, also lässt sich vermuten, dass sich das eher so aufs Sportliche bezieht – Nummer eins halt (ist eins besser als Premium?) Aber genug der Philosophie, kommen wir zum Gerät.

Zwei Dinge fallen gleich zu Beginn auf: Zum einen springt Sony nicht auf den Randlostrend auf. Sowohl beim Hörer als auch beim Mikrofon gibts jeweils 1,5 Zentimeter breite Ränder. Dies führt dazu, dass wir einen 5,2-Zoll-Screen vor uns haben, das Smartphone aber stolze 14,8 Zentimeter hoch und dementsprechend schwer ist (156 Gramm). Konsequent, sagen die Sony-Fans, altbacken die Kritiker – mir gefällts! Zum anderen: Sony verzichtet auf den Hochglanz-Spiegel-Unibody, der beim XZ Premium verwendet wurde. Stattdessen findet sich eine matte, gebürstete Alu-Abdeckung auf der Rückseite. So kann die Anzahl Fingerabdrücke deutlich reduziert werden – gut!

Haptisch, obwohl für meine Hände zu gross, fühlt sich das Smartphone angenehm an. Abgerundete Ecken, der Power-Button/Fingerabdrucksensor ist da, wo er sein sollte (an der Seite!), plus ein Quick-Launch-Button für die 19-Megapixel-Kamera. Nicht zu vergessen ein SIM- bzw. SD-Card-Slot mit Schublade – adieu, Heftzweckengefummel. Auf der Rückseite springt die herausstehende Kameralinse ins Auge – ein Umstand, der einer leichten Schlankheitskur (7,4 Millimeter) geschuldet ist.

Bild ist Trumpf

Sony preist am Xperia XZ1 vor allem bildorientierte Features an, so z.B. das Display, die Kamera und natürlich den 3D-Scanner, dem Alleinstellungsmerkmal des Smartphones. Beim Display haben sich die Japaner nun doch wieder für Full HD entschieden, während man dem XZ Premium noch 4K-Unterstützung verpasste – dafür ist die HDR-Unterstützung geblieben. Das Basis-Panel verfügt über eine recht hohe Leuchtkraft und wird Triluminos genannt – stellt man die Bildschirmhelligkeit hoch ein, vermag das Gerät auch tatsächlich ordentlicher Sonneneinstrahlung zu trotzen. 

Der Kamerahubbel erinnert ans iPhone 6 Der Kamerahubbel erinnert ans iPhone 6 Zoom© PCtipp

An der Kamera gefällt vor allem der Super-Slow-Motion-Effekt. Die Kamera kann Kurzvideos mit 960 fps aufnehmen, was diesen Effekt herbeiführt. Das macht Spass. Die Bilder selbst sind in Ordnung, schaffen es aber nicht, sich entscheidend von der Konkurrenz abzuheben.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Köpfe scannen, Android O und Fazit

Köpfe scannen leicht gemacht

Nebst Hyperlapse weist Sony auf seinen 3D-Scanner hin – ein Feature, das es so derzeit noch in keinem anderen Smartphone gibt. Mit diesem lassen sich Objekte, aber auch Gesichter komplett einscannen und für Videos, 3D-Games oder GIFs verwenden. Sonys Ziel ist die Kompatibilität mit Konsolen- und PC-Games, deren Protagonisten man mit den Köpfen der Spieler versehen können soll. Sehen Sie unser Demo-Video unten. Die entsprechenden Lichtverhältnisse, sprich Helligkeit, vorausgesetzt, funktioniert der Scanner gut und vermag auch Details in den Gesichtszügen darzustellen. Ob und wofür dieses Feature im Endeffekt dann benutzt wird, sei dahingestellt.

(Video: PCtipp/Modell: Marash Pulaj)

Diesem batterieintensiven Feature stellt Sony 2700 mAh zur Verfügung. Nebst 2 Stunden Audio- und Video-Streaming musste der Akku einem 30 Minuten langen Telefonat und dem sonstigen Alltagsgebrauch trotzen. Trotzdem bewegte sich die Batterieanzeige nach rund 10 Stunden noch bei rund 60 Prozent. Nach weiteren 7 Stunden Standby waren es noch 52 Prozent. Auch hier hat Sony offenbar Solides geschaffen.

Android O ab Werk – das hat sich gelohnt

Als erstes Smartphone liefert Sony sein XZ1 ab Werk mit Android O aus – und das hat sich offenbar gelohnt. Sonys Oberfläche harmoniert, die Bedienung flutscht und offenbar hat man eine ganze Menge Zeit in optimale Audio-Einstellungen investiert: Der Klang beim Telefonieren ist kristallklar und auch die Lautsprecher können sich hören lassen. Zudem hat Sony seinen hauseigenen Musik-Player (mit Spotify-Schnittstelle) aufgebessert und glänzt mit detailliertem Equalizer und anderen Tools zur Optimierung der persönlichen Audio-Vorlieben. Tipp: Wenn Sie die Audio-Funktionen nutzen wollen, sollten Sie Kopfhörer kaufen. Alternativ können Sie zwischen dem mitgelieferten Headset und einer leeren Erbsendose wählen – der blecherne Ton bewegt sich auf einer ähnlichen Frequenz.

Fazit

Haptik stimmt, Klang stimmt, Software stimmt, 3D-Scanner macht Spass. Wenn Sie kein ausgesprochener Foto-Enthusiast sind, können Sie beim Sony Xperia XZ1 zugreifen. 

Seite 1 von 2
       
       

Kommentare

Keine Kommentare

Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.