Firmenlink

 

Test: Apple iPhone 5

Vertraut, und doch so anders: Die 6. Generation von Apples Smartphone bietet weit mehr als ein «moderates Upgrade».

von Klaus Zellweger 01.10.2012

Der erste Kontakt mit dem iPhone 5 wirkt fast ein wenig surreal. All die Spekulationen, gefälschten «Leaks» und Renderings weichen endlich dem realen Produkt. Für gestandene iPhone-Besitzer wirkt der Anblick angenehm vertraut. Gleichzeitig regt sich vielleicht die leise Befürchtung, dass die neuste Generation der 4er-Reihe zu ähnlich sein könnte – und damit zu unspektakulär.

Es sei schon jetzt verraten, dass diese Zweifel unbegründet sind. Allerdings verlagern sich die Qualitäten in eine Richtung, die man zwar sofort wahrnimmt, aber nicht automatisch korrekt einordnet. Auf der letzten Seite werden wir den Schleier lüften.

Gewicht und Verarbeitung

Das iPhone 5 wiegt gerade einmal 28 Gramm weniger als sein Vorgänger. Wenn man beide Geräte auf den Fingerkuppen balanciert und mit geschlossenen Augen gegeneinander abwiegt, lässt sich fast kein Unterschied ausmachen. Doch sobald man das neue Gerät auf die übliche Weise in die Hände nimmt, scheint es wie durch Zauberei die Hälfte seines Gewichts abzuwerfen. Die Masse wurde reduziert und gleichzeitig auf eine grössere Fläche verteilt, was dazu führt, dass sich das iPhone 5 leicht wie eine Feder anfühlt.

Der Glasanteil wurde deutlich reduziert und durch eloxiertes Aluminium ersetzt. Das Gefühl der Wertigkeit ist geblieben, die Ballaststoffe sind verschwunden. Doch keine dieser Beschreibungen wird dem Produkt gerecht; man muss das Gerät selbst in die Hand nehmen, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

Wenig zu erklären gibt es hingegen bei der Verarbeitung. Egal, wie genau man hinsieht: Die Perfektion durchdringt das Gerät bis ins kleinste Detail. Das liegt einerseits am Unibody-Gehäuse, andererseits an der akribisch genauen Auswahl des Displays. Laut Apple wird im Produktionsprozess jedes Gehäuse von zwei 29-Megapixel-Kameras vermessen. Anschliessend wählt die Maschine aus einem Vorrat von 725 Gläsern jenes aus, das perfekt dazu passt.

Mehr Aluminium, weniger Glas Mehr Aluminium, weniger Glas Zoom

Die subtilen Kanten sorgen dafür, dass der Übergang zwischen dem Gehäuse und dem Display wesentlich subtiler ausfällt. Im ersten Moment fühlen sich die Kanten fast ein wenig zu scharf an. Doch bereits nach kurzer Zeit verschwindet dieses Gefühl und ehe man sichs versieht, wirken die runden Glaskanten am iPhone 4(S) wie ungeliebte Speckröllchen auf den Hüften.

Der gefürchtete Zahn der Zeit

Wir blenden zurück ins Jahr 1999. Damals war das über-coole Nokia 8110 der heimliche Star in «The Matrix» und das Gadget der Begierde schlechthin. Heute würde niemand auch nur im Traum daran denken, sich einen solch hässlichen Plastikknochen ans Ohr zu halten, ausser vielleicht an einer Retro-Party.

Auch das Nokia 8110 hatte seine coolen Momente Auch das Nokia 8110 hatte seine coolen Momente Zoom

Denken wir im Jahr 2025 über das iPhone 4 genauso? Wahrscheinlich nicht; aber der Zahn der Zeit nagt unerbittlich an unseren Vorstellungen. Trotzdem ist es erstaunlich, wie schnell der Glanz der Vorgänger neben dem neuen Flaggschiff verblasst. Vor drei Tagen war das iPhone 4 noch eine Design-Ikone, heute wirkt es ein wenig pummelig und zu kurz geraten, Modell «Abgebrochener Riese».

Schwarz oder Weiss? (K)eine Frage des Geschmacks

Bleiben wir beim Erscheinungsbild. Das Gehäuse aus eloxiertem Aluminium vermittelt zwar eine hohe Wertigkeit, entpuppt sich jedoch als Achillesferse. Besonders beim schwarzen Modell braucht es offenbar nicht viel, damit die oberste Schicht abgetragen und das blanke Aluminium zum Vorschein kommt. Bei unseren Kollegen von Macwelt reichte ein kleiner Ausrutscher beim Öffnen des SIM-Schachts, um dem edlen Teil seine erste Blessur zu verpassen:

Bild: Macwelt.de Bild: Macwelt.de Zoom

Es liegt auf der Hand, dass man ein iPhone nicht mit den Autoschlüsseln und Münzen in dieselbe Hosentasche steckt, doch das schwarze Modell scheint in dieser Beziehung tatsächlich ein wenig empfindlich zu sein. (Unser eigenes Testgerät war weiss und vermittelte nicht den Eindruck, dass es gegenüber Kratzern besonders anfällig wäre.)

Doch beim schwarzen Modell werden Ringe, Reissverschlüsse, der Stecker des Kopfhörers oder des Dock-Connectors plötzlich zu Feinden. Wer sein iPhone 5 nicht ständig mit Samthandschuhen anfassen möchte, sollte sich eine Hülle dazu kaufen oder zum hellen Gerät greifen; aufgrund der farblichen Ähnlichkeit zu Aluminium bleiben mögliche Kratzer weitgehend unauffällig.

» Preisvergleich iPhone 5

Nächste Seite: das Display

Tags: Apple
Seite 1 von 7
       
       

    Kommentare

    • darkgrey 01.10.2012, 16.44 Uhr

      Ich denke der Autor idt ein Apple-Fanboy wie er im Buche steht. Wenigstens sind auch 2-3 Kritikpunkte zu lesen. Mit dem iPhone 5 kann Apple etwas zur Konkurrenz aufschliessen. Viele Neuerungen und Features gehören beim Roboter schon lange dazu. Punkto Leistung ist es mit dem SIII gleich auf, obwohl fast 5 Monate später auf dem Markt. Sobald aber 4.1.1 verteilt ist, wird iOS 6 wieder höchstens Zweiter sein. Ja, ein iPhone ist ein Luxusartikel ohne Mehrnutzen, dafür mit einer Zwangsjacke gel[...]

    • kenny8165 01.10.2012, 17.12 Uhr

      Nun wissen wir's. Das iPhone5 ist direkt vom Himmel zu uns herniedergekommen und beglückt uns mit einer engelhaften Präzision und Schönheit, dass es nur mit Sonnenbrille benützt werden kann. Der iPapst himself (mit sterblichem Namen Zellweger) hat uns die gute Mär kundgetan - nun lasst uns frohlocken und die Schallmeien erklingen. Sogar die marode Karten App stellt sich im Nachhinein noch als grossartiges Meisterwerk heraus. Warum ? Natürlich weil Apple in ihrer unendlichen Grösse sogar zuge[...]

    • Merlin77 01.10.2012, 18.44 Uhr

      Hallo, gelobt und gepriesen sei Apple! Nun ja auch mit himmlischer Unterstützung... Je länger man es in den Händen hält, umso wertiger, durchdachter und schöner wirkt es. Die Anmutung, die Qualität des Displays und die Verarbeitung lassen nicht das Geringste zu wünschen übrig.Aber nicht mit ins Bett nehmen.... Das neue IPhone hat drei Mikrofone zum Telefonieren, aber kann man damit überhaupt telefonieren? Der Autor verliert darüber überhaupt kein Wort, wie die Qualität überhaubt ist. Deckt [...]

    weitere Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.