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Test: Google Pixel C

Strahlendes Display, schweres Aluminium und ein Seitenverhältnis mit Quadratwurzeln. Googles erstes Tablet hat es in sich.

von Luca Diggelmann 11.01.2016

Auch Google will das Hardware-Feld nicht mehr nur den gewohnten Herstellern überlassen. Mit dem Pixel C bringt der Internetriese erstmals ein komplett selbstentwickeltes Tablet auf den Markt. Anders als bei der Nexus-Reihe ist kein externer Hersteller für die Produktion zuständig, sondern Google.

Schön und schnell: das erste Google-Tablet Schön und schnell: das erste Google-Tablet Zoom

Google scheint dabei kein schlechtes Händchen fürs Design zu haben. Der schlichte, aluminiumgraue Körper des Pixel C wirkt edel und stabil. Auf den ersten Blick unauffällig, setzt das Tablet mit dem auf der Rückseite platzierten Lichtstreifen einen gelungenen Akzent. Der Lichtstreifen leuchtet in den Google-Farben und zeigt zusätzlich den Ladestand des Tablets an, wobei diese Funktion auf der Rückseite des Tablets eher wenig bringt.

Edles Design

Das Design des Pixel C ist auch in Sachen Nutzen gelungen. Das gilt besonders für die Tastatur. Diese ist leider nicht im Lieferumfang enthalten, macht das Pixel C jedoch klar besser. Nicht nur als Eingabegerät, sondern auch als praktische Halterung und als Cover. Tastatur und Tablet verbinden sich magnetisch, ohne offene Kontaktpunkte. Die Bluetooth-Verbindung wird automatisch hergestellt, was in unserem Test problemlos funktioniert hat.

Der magnetische Kickstand lässt sich stufenlos verstellen und erreicht so beinahe eine Flexibilität wie beispielsweise ein Surface Pro 4. Zu Beginn wirkt der Stand ein wenig steif, da er gerade ein wenig mehr Druck braucht, als man bei einem neuen Gerät anbringen möchte, man gewöhnt sich jedoch schnell daran und die stabile Konstruktion des Pixel C nimmt einem die Angst, etwas kaputtzumachen im Nu. Etwas mühsam ist die ungleiche Gewichtsverteilung zwischen Tablet und Tastatur. Da das gesamte Gewicht des Tablets auf dem Kickstand liegt, wackelt die ganze Konstruktion beim Antippen des Displays leicht und braucht jeweils ein, zwei Sekunden, um sich wieder zu beruhigen.

Der Lichtbalken auf der Rückseite macht sich gut Der Lichtbalken auf der Rückseite macht sich gut Zoom

Tablet und Tastatur lassen sich auch noch auf andere Arten verbinden. Wird das Pixel C beispielsweise flach auf die Tastatur gelegt, lädt sich diese automatisch mit auf, sobald das Tablet an die Stromversorgung angeschlossen wird. Über dem Display funktioniert die Tastatur als schützendes Cover. In allen Fällen halten Magnete die beiden Teile sicher zusammen. Zwar wird das Pixel C (517 g) mit Tastatur (399 g) deutlich schwerer, als es sonst schon ist, das Gesamtgewicht von 916 Gramm hält sich jedoch in Grenzen, bedenkt man die ausgezeichnete Qualität des Gehäuses.

Starke Ausstattung

Ein grosses Highlight, im wahrsten Sinne des Wortes, ist das Display des Pixel C. Mit einer starken Auflösung von 2560 x 1800 (308 ppi auf 10,2 Zoll) überzeugt das Google-Tablet auf der ganzen Linie. Das Display ist zudem äusserst hell und farblich ansprechend. Derzeit gibt es wohl kein anderes Tablet mit einem schöneren Display.

Tastatur und Tablet lassen sich auf verschiedene Arten verbinden Tastatur und Tablet lassen sich auf verschiedene Arten verbinden Zoom

Etwas verwunderlich ist auf den ersten Blick das Seitenverhältnis des Pixel C. Statt der gewohnten 16:9, 4:3 oder 3:2 hält sich Google an einen anderen Standard, nämlich 1:√2. Dieses Seitenverhältnis entspricht dem internationalen Papierstandard (A3, A4 etc.) und macht somit Sinn, wenn man mit dem Tablet Dokumente anschauen und bearbeiten möchte. Allerdings ist die Mehrzahl der Apps nicht auf ein solches Seitenverhältnis angepasst, was stellenweise zu schlechter Skalierung führt. Dies ist bei Android jedoch auch ohne merkwürdige Seitenverhältnisse ein Problem, wenn auch nur ein kleines.

Nicht verstecken muss sich das Pixel C in Sachen Leistung. Das Google-Tablet kommt mit einem Nvidia-Prozessor der Ausführung Tegra X1. Der Prozessor des Grafikkartenherstellers läuft in allen getesteten Anwendungen flüssig und schnell. Dabei hält der Akku bei alltäglichen Anwendungen fast 10 Stunden lang durch. Die Grafikleistung reicht locker für aktuelle Games und intensivere Anwendungen in Android. Auch das neue Android 6.0 läuft ohne Ruckler, auch dank der soliden 3 GB Arbeitsspeicher. Teurere Tablets wie beispielsweise von Samsung oder Sony laufen in Benchmark-Tests etwas schneller. Im Alltag merkt man den Unterschied jedoch kaum. Beim Preis hingegen schon.

Preis und Anwendung

Googles eigener Preis von 550 Franken für das 32-GB-Modell, notabene ohne Tastatur, ist etwas hoch angesetzt. Sobald das Tablet allerdings auf dem restlichen Markt erscheint, dürfte der Preis schnell um 50 bis 100 Franken sinken. Für 64 GB Speicher zahlt man im Google Store derzeit rund 660 Franken. Ein Preisanstieg, der besonders wegen des fehlenden SD-Slots saftig ist. Für die Tastatur werden zusätzlich 170 Franken fällig, wobei auch dieser Preis im Fachhandel schnell sinken wird. Dennoch fährt man mit einem Pixel C deutlich günstiger als beispielsweise mit einem iPad. Der Nutzen der beiden Geräte ist dabei durchaus vergleichbar.

Das Pixel C und seine Tastatur gehören einfach zusammen Das Pixel C und seine Tastatur gehören einfach zusammen Zoom

Wie schon Apples iPad Pro und Microsofts Surface Pro 4 wird auch das Pixel C als Arbeitsgerät angepriesen. Verglichen mit iPad und Surface kann das Pixel C jedoch nicht mithalten. Dem Android-Markt fehlt es noch stärker als schon iOS an wirklich guten Produktivitäts-Apps. Gegenüber dem iPad kann Google mit einer besseren Datenverwaltung punkten, gegen Microsoft ist aber kein Kraut gewachsen.

Schaut man sich den Preisunterschied zwischen den drei Geräten an, sieht man auch, warum: Das Pixel C ist ein Arbeitsgerät für die Allgemeinheit, nicht für Spezialisten. Für Word-Dokumente, Mails und ein paar einfache grafische Arbeiten reicht das Android-Gerät locker und deckt somit die Bedürfnisse der grossen Masse problemlos ab. Für Photoshop-Profi ist es nichts, muss es aber auch nicht sein.

Fazit

Googles Tablet-Erstling ist durchaus gelungen. Das Pixel C ist formschön sowie praktisch designt und überzeugt besonders mit seinem ausgesprochen guten Display. Die Leistung dazu stimmt ebenfalls. Es bleiben einige Fragezeichen wie das ungewöhnliche Seitenverhältnis und der hohe Preisaufschlag für den Schweizer Markt, respektive für die 64-GB-Variante. Dennoch gibt es derzeit wohl kein besseres Android-Tablet auf dem Markt.

  • Google Pixel C

    Positiv:
    Verarbeitung, Display, Tastatur
    Negativ:
    Preisaufschlag für 64 GB, keine Speichererweiterung
    Details:
    10,2-Zoll-Display (2560 x 1800), Nvidia Tegra X1, 3 GB RAM, 32/64 GB Speicher
    Strassenpreis:
    Fr. 550.–
    Info:
    store.google.com/product/pixel_c
    PCtipp-Bewertung:
    4.5 Sterne

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Tags: Google

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