Nuki Smart Lock im Test: Sesam, öffne dich

Nuki ist ein elektronisches Türschloss, das sich per Smartphone oder Sprache öffnen und schliessen kann. Die Technik überzeugt, aber es braucht ein modernes Türschloss.

von Simon Gröflin 24.01.2018

Das Nuki Smart Lock öffnet und schliesst automatisch per Smartphone oder Sprachbefehl die Wohnungstüre. Nuki ist ein elektronisches Türschloss, das kompatible Schliesszylinder von innen mit einem batteriebetriebenen Drehmotor «smart» macht. Aber wie weit kann man einem Schloss trauen, das nun auf einmal auf regelmässige Firmware-Updates angewiesen ist? Wir haben uns das schlaue Schloss aus Graz einmal näher angeschaut. Das Grund-Set für alle gängigen Schweizer Zylinder (Kaba 8, Kaba 20, Kabastar und Keso-Zylinder) bekommt man beispielsweise bei Digitec zu einem Strassenpreis von Fr. 269.–. Optional oder separat gibt es für einen Aufpreis von 100 Franken die Nuki Bridge: ein kleines «WLAN-Steckdosen-Böxchen», mit dem sich das Smart Lock auch aus der Ferne über ein Webkonto bei Nuki bedienen lässt.

Ist Nuki das smarte Schloss der Zukunft? Ist Nuki das smarte Schloss der Zukunft? Zoom© Nuki

Das Grundprinzip

Das Sesam-Öffne-Dich der Zukunft ist aber nicht nur handwerklich Begabten vorbehalten, sondern kann auch von technisch unbegabten Männern und Frauen schnell eingerichtet werden. Die Installation ist in weniger als vier Minuten erledigt. Das Smart Lock wird dabei von der Innenseite der Wohnung unter dem Türknauf oder der Türklinke mit einer der beiden mitgelieferten Zylinderscheiben befestigt. Spezielles Werkzeug ist nicht erforderlich. Da man am Schloss nichts ändert, muss man auch den Vermieter nicht um Erlaubnis fragen. Ob der heimische Schliesszylinder kompatibel ist, kann der Anwender über einen Installationscheck auf der Webseite des Herstellers herausfinden.

Das Montage-Prinzip ist simpel Das Montage-Prinzip ist simpel Zoom© shotshotshot.com

Ausstattung

Das Schloss-Gadget von Nuki ist aus Kunststoff und Metall gefertigt und wiegt auch ein bisschen etwas (460 g). Mit im Gepäck sind zwei Installationsschienen, eine kleine Anleitung und ein Inbusschlüssel. Für die Schweiz ist eine Unterlagsscheibe nach europäischer Norm und unser Rundzylinderaufsatz im Lieferumfang enthalten. Ragt der Schliesszylinder etwa drei Millimeter in die Wohnung hinein, gibt es eine Scheibe, die man darüberlegt und mit dem Imbusschlüssel um den Zylinder herum fixiert. Ragt nichts aus der Tür respektive in die Wohnung hinein, greift man zu der zweiten Installationsschiene mit rückseitigem Doppelklebband.

Das ist im Set: Smart Lock mit Motor und Batteriefach, Batterien und zwei Montagescheiben Das ist im Set: Smart Lock mit Motor und Batteriefach, Batterien und zwei Montagescheiben Zoom© sgr / nmgz

Einfache Inbetriebnahme

Stülpt man nun das schwarze Kästchen mit dem Zylindermotor über die Schiene und den eingesteckten Hausschlüssel, schnappt ein Mechanismus zu. Von unten eingeschoben werden bloss noch die vier AA-Batterien, die man für den Motorbetrieb benötigt. Diese sollen gut sechs bis acht Monate halten, wie uns der Hersteller bei einem Besuch damals versicherte. Der Nuki startet dann mit gekoppelter App (via Bluetooth) eine erste Kalibration. Der Zylinder dreht und öffnet sich anschliessend einmal. Nun ist Ihr Schloss «smart».

Steht man vor der Wohnungstüre, lässt sich diese nun entweder über die App oder per «Lock 'n Go» öffnen. Bei der App tippt man dazu auf ein grosses Kreissymbol. Möglich scheinen auch Wischgesten, welche wir nicht speziell getestet haben. Alternativ lässt sich das Schloss zudem per Touch-Berührung auf der runden Schaltfläche (Lock'n Go) öffnen. Dabei schliesst sich der Zylinder jeweils nach 20 Sekunden automatisch, sobald man zweimal den Ring-Button am Smart Lock tippt. Ein schicker weisser LED-Kreis am Nuki signalisiert darauf, ob die Tür offen oder verschlossen ist. Erstrahlt der Ring in Weiss, ist die Türe zu. Und das funktioniert!

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Tags: Smarthome
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