Test: Google Cardboard

Googles günstiges VR-Projekt bietet ganz schön viel für seinen kleinen Preis.

von Luca Diggelmann 15.06.2015

Virtual Reality (VR) ist die Unterhaltung der Zukunft. Zumindest wenn man dem Hype um Oculus Rift und HTC Vive glaubt. Doch weder Rift noch Vive sind in fertiger Form im Handel erhältlich. Google Cardboard schon.

Die Kartonvariante ist besonders günstig und für 5-Zoll-Smartphones ideal Die Kartonvariante ist besonders günstig und für 5-Zoll-Smartphones ideal Zoom© lpd / PCtipp

Cardboard ist nicht ein einzelnes Produkt, sondern ein Konzept, das Virtual Reality auf die Geräte bringen soll, welche die Nutzer bereits besitzen: namentlich auf das Smartphone. Ein Cardboard-Modul besteht aus einem Stück Karton, zwei gebogenen Linsen, zwei runden Magneten, ein bisschen Klettverschluss und etwas Klebstoff. Nach Bauanleitungen kann man sich die Brille selbst zusammenbasteln, oder einfach ein vorgeschnittenes Bauset online bestellen. Es gibt sogar eine Plastikbrille mit einem Kopfband aus Gummi. Diese hat zwar nicht mehr viel mit Cardboard zu tun, erfüllt aber den gleichen Zweck: Sie bringt Virtual Reality auf das Smartphone.

Die Karton-Module sind ideal für Geräte mit einer Bildschirmgrösse von rund 5 Zoll, die Plastikbrille funktioniert besser mit Phablets um 6 Zoll. In beiden Fällen wählen Sie einfach eine gewünschte App oder einen Film mit VR-Unterstützung und platzieren das Smartphone im Gehäuse. Ohne eigenes Kopfband erinnert Cardboard mehr an ein Guckloch als an eine VR-Brille. Entsprechend ist die Immersion auch nicht so enorm wie bei Rift und Co. Dennoch macht Cardboard einen sehr guten Job, den Nutzer in die Inhalte hineinzuziehen.

Mit «Cardboard» hat diese Hülle nicht mehr viel zu tun. Das Prinzip bleibt aber gleich und der Preis ebenfalls niedrig Mit «Cardboard» hat diese Hülle nicht mehr viel zu tun. Das Prinzip bleibt aber gleich und der Preis ebenfalls niedrig Zoom© lpd / PCtipp

Natürlich ist der Grad der Immersion auch stark von den Inhalten und vom Smartphone abhängig. Smartphones mit einer Auflösung von unter 1080p funktionieren nur mässig mit Cardboard. Auch schlecht produzierte Inhalte helfen dem Medium nicht. Gerade bei Games mangelt es Cardboard an passenden Eingabemethoden und an Rechenpower, um restlos zu überzeugen. Filminhalte hingegen funktionieren besser. Mit der App VR Player können Sie Filmdateien in allen möglichen Varianten abspielen. Kombiniert mit Kopfhörern und 3D-Sound ist das Ergebnis schon sehr beeindruckend.

Fazit

Der grosse Vorteil von Cardboard ist der Preis. Für knapp über 10 Franken kann sich fast jeder eine Reise in die virtuelle Welt leisten. Mit einem halbwegs brauchbaren Smartphone kombiniert steht VR die Türe weit offen, die Zukunft an sich zu reissen.

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  • 3D360ch 16.06.2015, 11.23 Uhr

    Die vorgestellten Produkte sind auf www.3d360.ch/shop/ erhältlich.

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