Underworld Ascendant – auch ohne «Ultima» eine Rollenspiel-Hoffnung?

Der Klassiker «Ultima Underworld» ist tot, aber dessen Geist lebt in «Underworld Ascendant» weiter. Ein klassisches Rollenspiel mit vielen Freiheiten.

von Olaf Bleich 11.05.2018

Wer an die frühe Generation der 3D-Spiele denkt, dem kehrt vermutlich «Doom» ins Gedächtnis zurück. Der Shooter von id Software beeindruckte 1993 mit dreidimensionalen Welten und begründete seiner Zeit ein ganzes Genre. Dass Spieler aber bereits 1992 finstere Kellergewölbe in «Ultima Underworld» erforschten, das vergessen die meisten. Das von Looking Glass – auch bekannt für Titel wie «System Shock» – entwickelte Rollenspiel fand sogar wenig später einen Nachfolger, verstaubte jedoch danach in den Lizenzarchiven von Electronic Arts.

«Underworld Ascendant» soll laut offiziellen Angaben noch 2018 erscheinen «Underworld Ascendant» soll laut offiziellen Angaben noch 2018 erscheinen Zoom© Games.ch

Doch auch diese Geschichte nähert sich einem Happy End. Das 2013 aus ehemaligen Looking-Glass-Mitarbeitern gegründete Otherside Entertainment bringt das Spielgefühl des Klassikers noch 2018 zurück – allerdings ohne die Verwendung des «Ultima»-Titels. 2016 finanzierte Otherside das Projekt «Underworld Ascendant» mit einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne und langsam nimmt das Spiel dahinter Formen an.

«Underworld Ascendant» möchte mit aktuellen Rollenspielklischees aufräumen und bietet ungeahnte Freiheiten beim Lösen der knackigen Umgebungsrätsel.

Das erste Rätsel

Einen ersten Vorgeschmack darauf bietet die spielbare Demo-Version des ersten Levels. Dieses baut Otherside auf Basis der Architektur des Originals auf, benutzt für eine zeitgemässe Technik allerdings eine modifizierte Version der Unity Engine. Otherside entführt Spieler erneut in den Stygian Abyss und wartet dort mit vielen Freiheiten und allerlei Puzzles auf.

Viele Objekte in der weitläufigen Spielwelt werden physikalisch korrekt berechnet und verfügen über Charakteristika, wie man sie auch aus der Realität kennt. Im ersten Raum beispielsweise befinden sich lediglich eine brennende Fackel, einige Fässer und eine verschlossene Tür. Grobe Naturen könnten jetzt etliche Minuten auf die Pforte einschlagen und knacken sie so ebenfalls.

Aufgrund des leicht überzeichneten Grafikstils wirken selbst bedrohliche Kreaturen nicht allzu unheimlich Aufgrund des leicht überzeichneten Grafikstils wirken selbst bedrohliche Kreaturen nicht allzu unheimlich Zoom© Games.ch

Doch clevere Zocker nutzen die Physik-Engine zu ihrem Vorteil. Deshalb schnappt man sich einfach das Fass, hält es kurz in die Flammen und legt den lodernden Haufen Holz vor die Tür. Diese fängt dann ebenfalls Feuer und zerfällt schliesslich. Das erste Rätsel ist geschafft!

Leisetreter haben es leichter

Allerdings sind der Kreativität auch Grenzen gesetzt. Allzu schwere Objekte beispielsweise lassen sich nicht bewegen und bleiben somit ein Hindernis. Grundsätzlich gilt: Was immer auch in der Wirklichkeit Sinn machen würde, könnte auch in «Underworld Ascendant» funktionieren.

Trotzdem erinnert das Spiel bereits in den frühen Momenten an den Action-Schleicher «Thief». Jeder Schritt macht nämlich ein Geräusch. Nur wer geduckt geht und sich im Schatten aufhält, der wird langfristig nicht von seinen Widersachern entdeckt. Neue Aufgaben erhält man laut aktueller Informationen in einem zentralen HUB-Level, wo man schliesslich auch mit anderen Bewohnern des Stygian Abyss interagiert.

Sehr schön: Das Spiel gibt einem auch eine ganze Reihe nützlicher Werkzeuge an die Hand. Bereits nach kürzester Zeit findet man Pfeil und Bogen. Diesen rüstet man mit normalen Stahlspitzengeschossen, aber auch mit Wasserpfeilen aus. Mit ihnen löscht man kurzerhand Fackeln und sorgt so für mehr Dunkelheit. Die in der Demo gezeigten Skelettwachen agierten noch längst nicht auf höchstem Niveau und liessen sich mit diversen Ablenkungsmanövern – wie etwa geworfenen Flaschen – problemlos ablenken.

«Underworld Ascendant» unterstützt den eigenen Spielstil und so verzichtet das Programm auf ein traditionelles Erfahrungssystem. Vielmehr erhält man neue Fähigkeiten auf Basis der eigenen Spielweise. Wer etwa viel durch die Dunkelheit schleicht, bekommt eine Anzeige, wie gut versteckt die eigene Spielfigur wirklich ist oder einen Bonus auf die Stealth-Fertigkeiten. Setzt man dagegen eher auf die Erkundung der Areale und hüpft dabei gerne über Plattformen, schaltet man Wallruns und andere Manöver frei.

Einen illustrativen Eindruck des Spiels erhalten Sie in unserer Bildergalerie:

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