Verschiedene Zeichensätze ASCII und ANSI

Alle Zeichen und Sonderzeichen lassen sich bekanntlich auch über ASCII-Codes eingeben. Aber was ist der Unterschied zu ANSI? Und warum sind manche Codes drei- und manche vierstellig?

von IDG . 14.04.2005 (Letztes Update: 14.04.2005)

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Wenn Sie Alt-Taste gedrückt halten und «0137» eingeben, tippen Sie kein ASCII-Zeichen ein, sondern ein ANSI-Zeichen. Windows verwendet nämlich nicht den ASCII-Zeichensatz, sondern den ANSI-Zeichensatz, der zwar im unteren Bereich von 0-127 mit dem ASCII-Zeichensatz übereinstimmt, darüber aber nicht mehr.

Diese Unterschiede sind historisch gewachsen. Ein Computer arbeitet mit Bits und Bytes. Ein Bit kann nur zwei Zustände haben, entweder «0» oder «1». Ein Computer muss also intern alles in Nullen und Einsen darstellen. Unsere reale Welt besteht aber aus mehr Zeichen als nur Null und Eins. So musste zu Beginn des Computerzeitalters eine Konvention gefunden werden, wie man komplexere Zeichen im Computer abbilden kann. Dazu wurden die Bits zu Bytes zusammengestellt. Zuerst einmal berücksichtigte man dabei nur die Zahlen und Zeichen, die im Amerikanischen vorkommen, weil die Entwickler in Amerika zu Hause waren. So kam man, da das Englische kaum Sonderzeichen enthält wie z.B. das Deutsche oder Spanische oder andere Sprachen, zuerst einmal auf 7 Bits für ein Byte. So liessen sich Zahlen und auch Buchstaben mit unterschiedlichen Abfolgen von Nullen und Einsen darstellen. Die Zahl 25 beispielsweise sieht dann in Nullen und Einsen geschrieben, im sogenannten "Binärcode" (bi=2, also Null und Eins) so aus: 11001.

Bei 7 Bits für 1 Byte ergeben sich auf diese Art 128 (=2 hoch 7) verschiedene Möglichkeiten. Der Computer beginnt bei Null, also ergibt das die Zeichen 0-127, wie in der Tabelle im Artikel «ASCII-Tabelle für Sonderzeichen» angegeben.

In der Tabelle sehen Sie noch mehr Zeichen, nämlich die Zeichen bis zum Code 255. Das beruht darauf, dass die 7 Bit bald für die Darstellung der Zeichen nicht mehr ausreichten, die im Amerikanischen nicht vorkommen, zum Beispiel deutsche Umlaute oder spanische Buchstaben mit Tilde. Also wurde ein Byte auf 8 Bit erweitert, was insgesamt 256 (=2 hoch 8) Möglichkeiten ergibt. Im Gegensatz zum Standard-ASCII-Code von 0 bis 127 gibt es für die Darstellung der Zeichen von 128 bis 255 jedoch verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist der sogenannte ANSI-Code (ANSI = American National Standards Institute), der in Windows verwendet wird. Im ANSI-Code ist 137 dem Promillezeichen zugeordnet. Wie Sie in der ASCII-Code-Tabelle sehen können, ist dort das Zeichen 137 aber schon durch den Buchstaben «ë» belegt, also muss in ANSI, um das Zeichen Promille erzeugen zu können, noch eine Null vor der 137 eingegeben werden, damit nicht das ASCII-Zeichen 137 auf dem Bildschirm erscheint. Somit sind ASCII-Codes höchstens dreistellig, ANSI-Codes jedoch auch vierstellig.

    Zoom Auf der Webseite SELFHTML finden Sie eine noch ausführlichere Darstellung der Zusammenhänge und diese Gegenüberstellung der beiden Tabellen: Wie Sie sehen, enthält der ANSI-Zeichensatz in dieser Darstellung noch einige Lücken, so z.B. für den Zifferncode 128, der im ASCII-Code mit dem Zeichen «Ç» verbunden ist. Der Code 0128 wurde mittlerweile im ANSI-Zeichensatz dem Euro-Zeichen «€» zugeordnet.

Verwirrend ist, dass es für dieselben Zeichen in beiden Zeichensätzen unterschiedliche Codes gibt, so wird z.B. das Anführungszeichen " im ASCII-Code mit Alt+174 erzeugt, im ANSI-Code jedoch mit Alt+0171. Das Ergebnis ist dasselbe Zeichen, Sie können sich also frei entscheiden, welchen der beiden Codes Sie in solchen Fällen verwenden wollen.

Im unteren Bereich der Tabelle bis 127 ist es vollkommen gleichgültig, ob Sie eine Null oder auch zwei Nullen vor den Code setzen, dort erscheint immer dasselbe Zeichen, zum Beispiel ist es egal, ob Sie Alt+65, Alt+065 oder Alt+0065 eintippen, Sie erhalten immer den Grossbuchstaben «A».


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