Das «Can't Write ESCD Data»-Syndrom

Beim Aufstarten des PCs mit einem ASUS MEL-C Motherboard erscheint die Fehlermeldung «ERROR Can't write ESCD». Wie behebe ich diese Errormeldung?

von Christian Bütikofer 23.08.2001 (Letztes Update: 23.08.2001)

Diese Fehlermeldung heisst, dass die "Extended System Cofiguration Data" nicht ins Flash-ROM geschrieben werden kann. Für den Computer relevante Daten wie z.B. der Festplatten-Typ, RAM-Spezifikationen oder USB-Aktivitäten werden im Flash-ROM und im CMOS-, [1] bzw. NV-RAM abgelegt. Einige der erwähnten Konfigurationen sehen Sie jeweils, wenn Sie ins BIOS gehen. Die im BIOS ersichtlichen Einstellungen können Sie direkt ändern. ESCD (Extended System Configuration Data) ist fürs richtige Zusammenspiel von IRQ [2] , ISA [3] , PCI [4] DMA und nicht zuletzt Plug & Play-fähigen [5] Komponenten verantwortlich. Gespeichert werden die ESCD-Angaben bei AWARD-BIOS mit der Version 4.5x (diese Version verwendet Ihr Computer gemäss Handbuch) immer im Flash-ROM des Computers.

Im besten Fall ist Ihr Flash-ROM hardwaremässig (also per Jumper auf dem Mainboard) schreibgeschützt; darum könnte dann auch kein Update des ESCD durchgeführt werden. Sie müssten den Schreibschutz manuell entfernen. Bei der Konsultation der Handbuch-Anleitung des ASUS MEL-C ist mir diese Option allerdings nicht aufgefallen... Überlegen Sie sich auch, wann das erste mal diese Fehlermeldung erschien. Etwa nach einem Komponenten-Wechsel oder aus "Heiterem Himmel"? Bei ersterem könnte es noch der Schreibschutz sein, beim zweiten Szenario ist zu 99 Prozent das Flash-ROM im Eimer. Dies hat für Sie solange keine Konsequenzen, wie Sie keine neuen Plug & Play-Komponenten ins System einbauen. Der Computer funktioniert also auch mit dem Fehler einwandfrei, wenn Sie alles beim Alten belassen.

Eine weitere Möglichkeit, die Fehlermeldung (aber nicht das Problem an sich) loszuwerden ist, im BIOS nach einer Einstellung namens (sinngemäss, kann von BIOS-Version zu BIOS-Version verschieden sein) "Reset Configuration Data" zu suchen und diese auf "Disabled" stellen.

"Beglückt" Sie der Computer auch danach noch mit der Fehlermeldung, so verwenden Sie wie vermutet ein altes AWARD-BIOS in der Version 4.5x und müssen noch eine weitere Einstellung vornehmen. Damit der Computer auch wirklich nicht wieder das ESCD-Update versucht durchzuführen, sollten Sie jede eingebaute Harddisk vom CMOS-Setup des BIOS nicht automatisch erkennen lassen, sondern manuell Werte für jede einzelne Festplatte angeben. Infos dazu finden Sie meist im Handbuch der Harddisk oder auf ihr selbst aufgedruckt. Die benötigten Angaben sind unter anderem Grösse, Anzahl Sektoren, Anzahl Zylinder oder den Ansprech-Modus (LBA, Normal, usw.).

Als dritte Option suchen Sie auch in Windows selbst im Geräte-Manager unter Systemkomponenten/Plug & Play-BIOS/Einstellungen und deaktivieren das automatische NVRAM-Update.

Die Frage ist nun, warum kann dieser ESCD-Fehler überhaupt passieren und wie hätten Sie dem vorbeugen können?

Zuerst einmal ist es sehr bezeichnend, dass sich ASUS zu diesem Thema beharrlich ausschweigt. Eine winzig-kleine Erwähnung in einem FAQ [6] mit zwei ziemlich unbefriedigenden Lösungsvorschlägen ist alles, was ASUS zu diesem Thema zu sagen hat. Die Newsgroups aber überquellen von Ihrem Problem und verzweifelten Lösungsversuchen - vor allem Besitzer der P2B-Serie des ASUS-Mainboards haben dieses Problem verdächtig oft. Es stellte sich heraus, dass sowohl ein schlechter ROM-Chip wie auch eine nachlässige BIOS-Programmierung zu diesem Problem führen konnten. Es existiert offensichtlich eine P2B-Serie (nicht alle!), die einen Flash-Chip verwendet, der maximal 500 mal beschrieben werden kann. Dies ist in einem normalen User-Leben - vorausgesetzt, der Chip wurde bei jedem Start beschrieben, was auch passierte, wenn Sie nicht die oben erwähnten Deaktivierungs-Schritte unternahmen - etwa ein halbes Jahr. Vom wiederholten Schreiben müssen Sie übrigens nicht unbedingt per Bildschirm-Ausgabe etwas bemerken, dies kann auch ohne Bildschirm-Meldung geschehen. Jedes Flash-ROM lässt sich nicht ewig beschreiben, dies ist normal. Aber nur etwa 500 Schreibzugriffe ist einfach deutlich zu wenig. Dies ist also der erste mögliche Schwachpunkt: ein ungenügendes Flash-ROM. Die zweite Fehlleistung betrifft eine mangelhafte Programmierung des AWARD-BIOS: Normalerweise ist es überhaupt nicht nötig, die Extended System Configuration Data (ESCD) bei jedem Rechnerstart neu ins Flash-ROM zu schreiben, sondern nur dann, wenn sich im System neue Peripherie befindet. Genau dies wurde aber bei älteren AWARD-BIOS-Versionen gemacht und zwar auch dann, wenn die oben erwähnte Einstellung "Reset Configuration Data" auf "Disabled" stand UND die Festplatten von BIOS automatisch erkannt wurden. Dann aktualisierte das ältere AWARD-BIOS also bei jedem Systemstart munter das ESCD weiter und beschrieb so das Flash-ROM sinnlos neu (die ESCD-Angaben befinden sich im Flash-BIOS). Da sich die Festplatten-Daten auch im Flash-ROM befinden, "dachte" das AWARD-BIOS durch die automatische Erkennung der Harddisk, es müsse nun das Flash-BIOS aktualisieren.

Es bleibt Ihnen, wenn Sie einen voll funktionsfähigen BIOS-Chip wollen, wohl nichts anderes übrig als diesen bei Ihrem Mainboard-Händler oder direkt von ASUS einen solchen zu bestellen. Kostenpunkt etwa sFr. 50.-. Nach einem Neueinbau sollten Sie unbedingt die oben erwähnten Lösungsvorschläge VOR dem nächsten "Can't Write ESCD Data"-Fehler durchführen.


    Kommentare

    Keine Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.