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Hartnäckige Umleitung von .de- auf .ch-Seite

Bei Webseiten international tätiger Firmen wird man etwa beim Aufruf der deutschen Seite (.de) hartnäckig auf deren Schweizer Webseite umgeleitet. Warum? Und was kann man dagegen tun?

von Gaby Salvisberg 15.02.2016

Es ist wie verhext! So sehr Sie auch versuchen, z.B. firmenname.de aufzurufen, Sie landen stets und ohne Umschweife auf firmenname.ch. 

Die Gründe dafür können mal mehr, mal weniger verständlich sein. Zum einen will das Unternehmen vermutlich die Schweizer Kunden auf jene Seiten lenken, die auch die Schweizer Kontakt- und Supportinfos und die lokalen Angebote enthalten. Bei Medienseiten wie etwa jenen von Privatfernsehsendern können lizenzrechtliche Gründe vorliegen; vielleicht darf man gewisse Inhalte nur in einem der Länder zur Verfügung stellen. Oder die Firma hat alle Top-Level-Domains Domains (.com, .de, .ch) reserviert, leitet aber ohnehin alle Besucher auf die Schweizer Seite um – dann bleiben die Inhalte auch dieselben. Nicht selten ist es aber banaler: Die Produktpreise auf der Schweizer Seite sind oftmals deutlich höher als jene auf der Webseite für die deutschen Besucher. Und diesen Umstand will man den angeblich so zahlungskräftigen Schweizern nicht auf die Nase binden.

Lösung: Warum auch immer – wie macht die Firma das? Es kann Webseiten geben, die nur auf die Browsereinstellungen schauen. Hat der User im Browser als Standardsprache «Deutsch (CH)» eingestellt, kann es sein, dass schon dies den Ausschlag für die Umleitung gibt. 

Meistens läuft es aber via IP-Adresse. Und wenn der Webserver Ihre IP-Adresse in der Schweiz verortet, dann werden Sie auf die Schweizer Seite umgeleitet – Punkt! Auch wenn Sie noch so oft versuchen, die Deutsche Seite aufzurufen. 

Das einzige Mittel dagegen ist ein Proxyserver. Das gibts entweder als Webproxy oder zum Eintragen in die Netzwerkeinstellungen. Das eine erfordert keinerlei Einstellungsänderungen. Surfen Sie zu einem von diesen:

Tippen Sie dort die URL der gewünschten deutschen Seite ins Feld. Weil der Datenverkehr nun über die Proxyseite läuft, bekommt die Zielseite nicht mit, dass Sie woanders sind. Das ist allerdings sehr langsam und funktioniert oftmals nicht recht. Es werden etwa einige wichtige Komponenten der Webseiten nicht geladen. 

Die andere Variante ist das Eintragen eines Proxys in den Netzwerkeinstellungen. 

Das ginge so: Öffnen Sie die Systemsteuerung und darin die Internetoptionen. Unter Verbindungen öffnen Sie LAN-Einstellungen und aktivieren einen Proxyserver, zum Beispiel 5.189.175.170 mit Port 3128. Die Option «Proxyserver für lokale Adressen umgehen» sollten Sie eher aktivieren.

Einstellungen für einen Beispiel-Proxyserver Einstellungen für einen Beispiel-Proxyserver Zoom© pctipp.ch

Hier gibts eine Liste möglicher Proxies. Um zu prüfen, wo Sie sich in den Augen von Webseitenbetreibern befinden, können Sie vorher und nachher bei http://utrace.de vorbeischauen.

Vorher:

Utrace.de hat Recht, wir sind in Zürich Utrace.de hat Recht, wir sind in Zürich Zoom© pctipp.ch

Nachher:

Und jetzt sind wir in St. Petersburg Und jetzt sind wir in St. Petersburg Zoom© pctipp.ch

Der erwähnte Proxy versetzt Sie beispielsweise virtuell nach St. Petersburg. Ohne jemandem etwas unterstellen zu wollen: Es ist nicht klar, ob dort jemand Zugriff auf die durch Anwender übertragenen Daten hat. Darum empfiehlt es sich bei unbekannten Proxybetreibern, auf irgendwelche Einkäufe über deren Proxy zu verzichten.

Aktiveren Sie den Proxy auch nur, während Sie ihn wirklich brauchen. Sobald Sie also auf jener Webseite gesehen haben, was Sie sehen wollten, knipsen Sie ihn wieder aus. Das geht wieder über Internetoptionen/Verbindungen/LAN-Einstellungen. (PCtipp-Forum)


    Kommentare

    • Goeoenkzwei 15.02.2016, 15.37 Uhr

      Das Problem ist gerade bei Webshops mühsam, die in der Schweiz aus reiner "Kaufkraftabschöpfung" manchmal deutlich höhere Preise berechnen als im Ursprungsland. Doch gerade dort funktioniert dieser Trick meistens leider auch nicht, da man über die ausländische Seite keine Bestellungen z.B. in die Schweiz aufgeben kann. Dann hilft dann nur noch z.B. eine Packstation in Grenznähe... .

    • roadrunner58 17.02.2016, 11.25 Uhr

      Zugriff auf eine Packstation bekommst Du nur wenn Du eine Deutsche Wohnadresse hast. Musst Dich bei DHL Deutschland nämlich registrieren. Was Du meinst, sind die Anbieter, die Deine Pakete in Grenznähe annehmen und Du diese dort abholen musst. So siehts aus

    • snif 17.02.2016, 12.06 Uhr

      Wunderbar ! Da fällt man vom Regen in die Traufe. Entweder macht der webshop mit mir was er will oder der Proxy-betreiber kann meine Adresse missbrauchen. Die Perspektive ist nicht verlockend. Liebe Grüsse SNIF

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