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Spam: Wie stoppe ich unerwünschte E-Mails?

In letzter Zeit erhalte ich z.T. mehrmals täglich unerwünschte E-Mails. Die Absenderadresse ist immer dieselbe. Obwohl im Nachsatz auf die Möglichkeit eines «unscribe from the mailing list» gegeben wird, vermeide ich dies geflissentlich, denn damit gebe ich dem Absender bekannt, dass meine Adresse aktiv ist. Vielleicht können Sie mir einen guten Rat geben, wie man solche unerwüschten Sendungen stoppen kann? Ich lösche diese E-Mails jeweils unbesehen - es ist jedoch recht ärgerlich und braucht zudem zusätzliche Downloadzeit.

von Gaby Salvisberg 03.10.2001

Wir haben auch den Eindruck, dass sich das Spam-Problem gegenüber dem letzten Jahr vervielfacht hat. So wird auch die Redaktion tagtäglich mit Spam (unerwünschten Werbemails) überschüttet. Manche Adress-Sammler vergreifen sich skrupellos an jeder Adresse, die irgendwo auf einer Webseite, in einer Newsgroup, in einem Kettenbrief, im Telefonbuch oder in der Switch-Domain-Datenbank [1] auftaucht. Und einmal gesammelt, werden diese Daten an Spammer weiterverkauft. Ein - vergleichsweise noch "harmloses" - Beispiel aus der Schweiz ist die umstrittene BlackBook-CD, über die wir im April 2001 berichteten [2].

Von einem Abgleich mit den "Sternchen"-Einträgen im Telefonbuch ("keine Werbung") oder mit einer Robinson-Liste halten die meisten Adresssammler sowieso nichts. Und wie Sie richtig vermuten, betrachten die meisten Spammer einen Unsubscribe-Versuch als Bestätigung, dass die Adresse gelesen wird. Dies ist leider ein alltägliches Phänomen, gegen welches man sich nur bedingt schützen kann.

Ich persönlich verwende privat mehrere E-Mail-Adressen. Eine, die ich nur meinen Freunden und Bekannten mitteile, eine zweite für Kontakte zu Herstellern (z.B. für Software-Registrierungen) und als "Reply-To" Adresse im Usenet [3]. Eine dritte Adresse verwende ich im Usenet als "From"-Adresse (als Spam-"Magneten"), weil im Usenet jene am häufigsten abgegrast wird. Wenn letztere vor lauter Spam aus den Nähten platzt, kann ich diese Adresse über Bord werfen, um eine neue zu lösen.

Spam wird auch von den meisten Providern als Netzmissbrauch angesehen und in deren Benutzungsvereinbarungen (Policy) untersagt. Immerhin werden ja nicht nur die Nerven der Spam-Empfänger strapaziert, sondern auch die Netzresourcen der Provider (Bandbreite, Serverleistung). So lange der eigene Geduldsfaden nicht reisst, kann man es sich deshalb zum Ziel machen, sich für jeden Spam, den man bekommt, bei den Providern zu beschweren,...

- bei denen sich der Spammer einwählte

- oder über deren Mail-Server der Spam verschickt wurde

- oder welche die Webseiten des Spammers hosten

- oder bei denen der Spammer eine "Unsubscribe"-Adresse als Drop-Box (Adressen-Sammel-Box) eingerichtet hat

Seriöse Provider werden entsprechende Massnahmen treffen, z.B. Mail-Server absichern, damit kein Spam-Versand mehr möglich ist und den Drop-Box-Account schliessen. Was in Mails im "From" steht, ist meist gefälscht. Um zu wissen, welcher Provider wofür zuständig ist, müssen Sie den Mail-Header analysieren. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel vom Februar [4] dieses Jahres und Thomas Hochsteins deutschsprachige Header-FAQ [5], die genau erklärt, wie ein solcher Mail-Header zu lesen ist.

Wenn Sie unter Zeitmangel leiden, ist natürlich auch nichts dagegen einzuwenden, Spam zu filtern [6], anstatt ihn aktiv zu bekämpfen. Allerdings wird damit viel unerwünschte Post trotzdem bei Ihnen eintreffen, weil Betreffzeilen und Absender dieser Mails immer wieder ändern. Zumindest einige hartnäckige "Pseudo-Newsletters" können Sie auf diese Weise direkt und ungelesen in den Papierkorb befördern.

Für manche Spammer könnte der Versand solcher unerwünschten Post auch rechtliche Konsequenzen haben. So sind manche derzeit kursierenden Geld-Vermehrungs-Systeme rechtlich mindestens bedenklich, weil sie offenbar gegen das Schweizer Lotteriegesetz verstossen. Ein sich gegen Spam einsetzender Schweizer Student informiert auf seiner Webseite [7] über diese zweifelhaften "Multi-Level-Marketing"-Systeme. Und die SIUG (Swiss Internet User Group) hat nach Rücksprache mit dem Bundesamt für Justiz Ende August 2001 eine entsprechende Pressemitteilung zu diesem Thema veröffentlicht [8].

Bei Spam mit pornografischem Inhalt liegt der Verdacht nahe, dass damit ebenfalls gegen Schweizer Gesetze verstossen wird [9]. Allerdings gilt auch hier: Wo kein Kläger ist, gibts auch keinen Richter.


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