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Woher kriege ich guten Blindtext?

Etwa in Anleitungen zu Gestaltungsprogrammen oder in Abbildungen zum Thema Schriftarten findet man oft lateinisch wirkenden Text, beginnend mit «lorem ipsum». Warum ist es nützlich, solchen Unsinnstext anstelle deutschsprachiger Beispieltexte zu verwenden? Und wo kriegen Sie solchen Blindtext her?

von Gaby Salvisberg 07.03.2015 (Letztes Update: 11.11.2017)

Lösung: Es gibt Fälle, in denen der Inhalt für einmal nicht von der Form ablenken soll. Das kann sein, wenn eine Schriftart vorgestellt wird. Oder wenn es um Tipps zu einem Layoutprogramm geht. Dann soll der Leser nicht die abgebildeten Texte lesen, sondern seine Aufmerksamkeit dem allgemeinen Schriftbild widmen oder den im Bild enthaltenen Bedienelementen. Das menschliche Hirn misst nämlich Abbildungen bekannter Wörter immer eine Bedeutung bei, auch wenn ihm eigentlich klar ist, dass der Inhalt nicht zu interessieren hat. Blindtexte kommen auch bei der Gestaltung von Drucksachen zum Einsatz, zum Beispiel wenn man fürs Layout einen Platzhalter in einer exakten Länge braucht, weil der Originaltext noch nicht eingetroffen ist.

Nun könnte man natürlich einfach einen Absatz erzeugen, in dem hundertmal «Hier steht eh nur Blindtext» steht. Erstens lenkt der Text immer noch ab, zweitens würde aufgrund der immer gleichen Wort- und Satzlängen spätestens nach ein paar Zeilen ein irritierendes Muster entstehen. Das ist beim ersten Absatz im Bild noch logisch, weil der Beispielsatz zufälligerweise genau zweimal auf eine Zeile passt. Aber früher oder später wird auch bei einer etwas längeren Variante wieder ein Muster entstehen, wie Sie am zweiten Absatz ab der fünften Zeile sehen.

Blindtextbeispiele Blindtextbeispiele Zoom© pctipp.ch

Ein weiterer Nachteil von Blindtexten in Deutsch: Jene werden oftmals übersehen! Sie würden sich wundern, wie oft in Zeitungen schon eine Bildlegende wie «Hier steht eine Bildlegende» abgedruckt wurde. Diese Gefahr ist zwar mit «Lorem Ipsum» nicht gebannt, aber etwas gemildert.

Lorem-Ipsum-Texte, die übrigens kein echtes Latein sind, haben auch die anderen Nachteile nicht. Sie enthalten verschieden lange Wörter, die ein recht regelmässiges, natürliches Schriftbild ergeben.

Brauchen Sie auch mal Blindtext – vielleicht sogar in einer sehr genau definierten Länge? Kein Problem: Surfen Sie zur Webseite loremipsum.de. Wählen Sie im Ausklappmenü, ob Sie eine bestimmte Wort- oder Buchstabenanzahl brauchen und tippen Sie die gewünschte Zahl ein. 

Noch auf Go klicken, schon strickt das Script einen Blindtext für Sie; genau in der benötigten Länge. Den Text im Textfeld können Sie nun einfach per Copy kopieren und in die gewünschte Textbox oder ins Dokument einfügen.

Muss es dennoch deutschsprachiger Blindtext sein, bitte schön: Bei http://www.blindtextgenerator.de/ finden Sie mehrere Varianten, sei es ein Text aus Werther, von Kafka, Trainer Trappatonis fulminante Ansprache von 1998 oder den Klassiker «Hinter den Wortbergen».


    Kommentare

    • KlaraNescovic 14.03.2015, 03.25 Uhr

      Es gibt eine ganz interessante Alternative - die website http://de.lorem-ipsum.info. Dort gibt es noch die Möglichkeit, diakritische Zeichen in allen möglichen europäischen Sprachen einzufügen. Für fremdsprachige Projekte kann man/frau auch exotische Zeichensätze wählen, z.B. Chinesisch, Japanisch, Arabisch, Kyrillisch oder Hindi.

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