Gesetzesrevision: Was tun gegen die Netzsperre?

von Florian Bodoky 07.03.2017

Kein Fingerabdruck

TorProject: Verbindungen werden über verschiedene Stationen umgeleitet TorProject: Verbindungen werden über verschiedene Stationen umgeleitet Zoom Noch sicherer als die erwähnten Anonymisierungsdienste und Proxy-Umleitungen sind Programme, die auf das TorProject setzen. Bei dieser Anonymisierungstechnik läuft die Verbindung nicht nur über einen einzigen Proxy-Server, sondern gleich über mehrere. Es gibt diverse Programme, die dieses Netzwerk nutzen. Zu den komfortabelsten gehört das Tor Browser Bundle.

Die Download-Datei muss nicht installiert werden, sondern lässt sich per Doppelklick direkt ausführen. Dadurch kann sie auch auf einem USB-Stick genutzt werden. Das Tor Browser Bundle umfasst eine modifizierte Firefox-Version, sodass Sie keinen installierten Browser verwenden müssen. Surfspuren werden keine abgelegt.

Sehr gut: Nicht nur die Verbindung über das Tor-Netzwerk hilft bei der Anonymisierung. Der Browser ist so optimiert, dass Webseiten viele Informationen wie installierte Plug-Ins oder Schriftarten gar nicht auslesen können. So lässt sich Ihr PC anhand dieser Daten nicht mehr identifizieren. Die Nutzung des Tor-Browser-Bundles ist komplett kostenlos.

Einziger Wermutstropfen: Die Verbindung ist durch die Umleitungen über mehrere Proxy-Server häufig etwas langsam.

Ähnlich wie Tor funktioniert JonDonym. Der Dienst ist jedoch kostenpflichtig. So stehen zu Beginn 32 Megabyte Datentransfer kostenlos bereit, danach wird die Geschwindigkeit stark gedrosselt. Bezahlt man eine monatliche Gebühr oder kauft ein Datenpaket, surft man anonym mit einer vergleichsweise guten Geschwindigkeit von oft über 1 Mbit/s.

Anonyme E-Mails

Mit Anonymouse verschicken Sie anonyme E-Mails Mit Anonymouse verschicken Sie anonyme E-Mails Zoom Die Dienste HideMyAss und Anonymouse bieten anonyme Mailfunktionen. Mit Letzterem können Sie anonym Nachrichten verschicken.

Rufen Sie diese Webseite auf und geben Sie die gewünschte Empfängeradresse, einen Betreff sowie eine Nachricht ein. Danach klicken Sie auf Anonym Senden. Um die Anonymität weiter zu erhöhen, wird die Nachricht nicht sofort verschickt, sondern irgendwann innerhalb der nächsten 24 Stunden.

HideMyAss ermöglicht den Mailempfang auf eine Fantasieadresse HideMyAss ermöglicht den Mailempfang auf eine Fantasieadresse Zoom Umgekehrt funktioniert HideMyAss. Mit dem Dienst lassen sich E-Mails anonym empfangen. Dies ist praktisch, wenn Sie bei einer Registrierung nicht Ihre echte Adresse angeben wollen, um sich zum Beispiel vor Werbemails zu schützen.

So gehts: Auf der Webseite können Sie eine beliebige E-Mail-Adresse anlegen. Um eingetroffene Mails zu lesen, loggen Sie sich auf der Seite ein. HideMyAss-Mailadressen werden nach maximal zwölf Monaten automatisch gelöscht.

Anonym auf dem Smartphone

OnionBrowser: nicht besonders schön anzusehen, dafür anonym surfen OnionBrowser: nicht besonders schön anzusehen, dafür anonym surfen Zoom Auch auf Smartphones kann mit den richtigen Apps anonym gesurft werden. So stehen sowohl für Android-Handys als auch für iOS-Geräte Apps bereit, die das Surfen über das TorProject ermöglichen. Für Android empfiehlt sich die Gratis-App Orbot, die Sie im Google Play Store finden. Nutzen Sie diese in Kombination mit dem Orweb-Browser, den Sie ebenfalls im Play Store erhalten. Die App spielt mit Orbot zusammen und ermöglicht so das anonyme Surfen.

Praktisch: Wenn Sie Ihren Standardbrowser auf dem Handy öffnen, können Sie wie gewohnt ohne Anonymisierung surfen. Dies ergibt Sinn, wenn die Verbindung übers Tor-Netzwerk zu langsam ist. Für iOS gibts den OnionBrowser für 1 Franken. Auch er nutzt das Tor-Netzwerk. Leider läuft die App derzeit nicht ganz stabil und stürzt von Zeit zu Zeit ab.

Nie vollkommen anonym

Mit den erwähnten Diensten lässt sich zwar verhindern, dass Webseitenbetreiber Sie identifizieren und Statistiken anlegen oder Benutzer am selben Computer wissen, welche Webseiten Sie besucht haben. Eine vollkommene Anonymität bieten die Dienste jedoch nicht. Mit speziellen Mitteln und mithilfe des Internetproviders können einzelne Anwender dennoch zurückverfolgt werden. Dieser grosse Aufwand lohnt sich für Behörden jedoch nur selten.

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