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Fotopraxis: Welches Stativ zu welchem Zweck?

Jeder Fotograf braucht ein Stativ. Mit diesem Leitfaden greifen Sie zum richtigen Modell.

von Klaus Zellweger 30.04.2015

Stative gehören zur Fotografie wie Objektive oder Blitzgeräte. Alles andere ist mehr oder weniger nützliches Beigemüse. Dafür gibt es gute Gründe:

Scharfe Bilder. Wenn bei schwachem Licht die Verschlusszeiten länger werden, verhindert ein Stativ verwackelte Bilder. Wenn Sie den ISO-Wert ausserdem tief halten, kann ein statisches Motiv mit einer Belichtungszeit von mehreren Sekunden aufgenommen werden, sodass sich das Rauschen in Grenzen hält. Der Nachthimmel ist ein typisches Beispiel.

Tabletop-Fotografie. Während Sie auf dem Tisch eine Szene arrangieren, bleibt die Kamera auf dem Stativ und behält den Ausschnitt bei.

Tele-Fotografen. Viele Teleobjektive wiegen ein Kilogramm und mehr. Wenn Sie am Spielfeld oder in der Natur dem nächsten Motiv auflauern, werden Ihre Arme entlastet.

Bei dieser vermeintlichen Bazooka handelt es sich um das Nikkor 1200-1700 mm ƒ/5.6-8.0 von Nikon. Mit einem Gewicht von ziemlich genau 16 kg wird es für die meisten Stative zu einer Herausforderung. Preis im Jahr 1990: ca 75’000 US-Dollar. Bei dieser vermeintlichen Bazooka handelt es sich um das Nikkor 1200-1700 mm ƒ/5.6-8.0 von Nikon. Mit einem Gewicht von ziemlich genau 16 kg wird es für die meisten Stative zu einer Herausforderung. Preis im Jahr 1990: ca 75’000 US-Dollar. Zoom© Web/Screenshot

Tipps für scharfe Aufnahmen

Bevor wir uns den verschiedenen Stativtypen widmen, sollten Sie sich die folgenden Tipps verinnerlichen. Denn selbst wenn die Kamera auf einem Dreibein steht, kann bereits der mechanische Druck auf den Auslöser dazu führen, dass es zu kleinen Verwackelungen kommt – und das stellt natürlich den Sinn der ganzen Übung infrage. Doch die Abhilfe ist einfach.

Selbstauslöser. Jede Kamera ist mit einem Selbstauslöser ausgestattet. Beim Druck auf den Auslöser wird die Aufnahme verzögert, sodass die Schwingungen im Stativ abklingen. Verwenden Sie ruhig die kürzesteste mögliche Zeit; zwei Sekunden reichen bereits aus. Der Selbstauslöser eignet sich allerdings nicht, wenn kurze Reaktionszeiten gefragt sind. In solchen Situationen verwenden Sie besser einen …

Fernauslöser. Er löst über Funk oder über ein Kabel aus, sodass der Auslöser an der Kamera unberührt bleibt. Fernauslöser gibt es direkt vom Kamerahersteller, aber auch von Fremdanbietern. Moderne Systemkameras lassen sich oft über eine Smartphone-App auslösen, was jeglichen physischen Kontakt ausschliesst. Und zu guter Letzt gibt es Produkte, mit denen die Fernauslösung fast schon zur Kunstform erhoben wird, zum Beispiel den genialen TriggerTrap (zum Test).

Triggertrap erhebt die Fernauslösung zur Kunstform Triggertrap erhebt die Fernauslösung zur Kunstform Zoom© ze / IDG

Spiegel-Vorauslösung. Wie der Name andeutet, gibt es diese Funktion nur bei Spiegelreflex-Kameras. Sie lässt sich in den Einstellungen aktivieren. Zwischen dem Hochklappen des Spiegels und der Aufnahme wird eine kurze Pause eingeschoben – gerade lang genug, dass die Schwingung des Spiegels nicht zu einer Unschärfe führt. Nutzen Sie diese Möglichkeit!

Okular-Abdeckung. Auch dieses Problem betrifft nur Spiegelreflex-Kameras. Wenn die Kamera mit dem Selbst- oder Fernauslöser bedient wird, befindet sich das Gesicht des Fotografen nicht am Okular. Bei starker Sonneneinstrahlung von hinten kann das eindringende Licht die Belichtungsmessung stören. Teure Kameras sind mit einem Schalter neben dem Okular ausgestattet, der eine Klappe einschwenkt. Bei den meisten anderen wird eine Abdeckung mitgeliefert, die sich auf das Okular stülpen lässt. Zur Not können Sie auch einfach die Hand nahe an das Okular legen – natürlich ohne dabei die Kamera zu berühren.

Integrierte Okular-Abdeckung an einer Nikon D3s Integrierte Okular-Abdeckung an einer Nikon D3s Zoom© Nikon

Soviel zu den ewig gültigen Tipps. Sehen wir uns an, was ein gutes Stativ ausmacht.

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    Kommentare

    • multi-os 04.05.2015, 07.27 Uhr

      Sinnvoller Bericht. Nur : Die Gewichtsangaben sollten nicht 1:1 übernommen werden. Gemeint ist damit eine Toleranz bei der das Stativ noch stabil ist. Nun gibt es aber keine festgelegte Toleranzgrenze, das kann jeder Hersteller selbst bestimmen. Das MaximalGewicht sollte möglichst hoch angesetzt werden - ganz besonders bei günstigen und auch bei Carbon-Stativen. Fluid gibt es nicht nur für Video-Köpfe (i.d.R. "Neiger"). Aber natürlich bei einem guten Videostativ eine Pfilcht. Die erkennt m[...]

    • TippyTine 10.08.2015, 11.12 Uhr

      Finde auch, dass der Artikel gut gelungen und die Tipps und Ratschläge brauchbar sind. Ich selbst fotografiere weniger, aber meine Schwester ist eine begnadete Hobbyfotografin. Ich hatte die Geschenkidee, ihr zusammen mit einem Gutschein über einen Fotokurs von MyDays auch ein passendes Stativ zu schenken - das fehlt ihr nämlich noch in ihrer Ausrüstung. Die GorillaPods sind bisher mein Favorit ;) Wusste vorher nicht, dass es sowas gibt! Liebe Gruesse Tine

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