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Screenshots ansehnlich verkleinern

Für eine Dokumentation wollen Sie am Bildschirm geknipste Programmfenster verkleinern. Die sollen dabei noch möglichst lesbar bleiben oder wenigstens nicht komplett unscharf aussehen. Wir geben Tipps.

von Gaby Salvisberg 13.09.2014

Lösung: Beim Verkleinern von Bildern gehen Bildinformationen verloren. Stellen Sie sich ein zwei auf zwei Pixel grosses Detail im Originalbild vor: Die vier Pixel können verschiedene Farben tragen. Beim Verkleinern auf einen Viertel der Bildgrösse muss die Bildbearbeitungssoftware entscheiden, welche Farbe der noch verbleibende eine Pixel bekommt. 

Bei Fotos ist der Informationsverlust beim Verkleinern meist verschmerzbar, sofern tatsächlich auch die Kantenlänge der Bilder verkleinert wird - und nicht etwa nur die Pixelzahl verringert oder die Kompression erhöht. Man erkennt zwar z.B. keine einzelnen Blätter mehr am abgebildeten Baum, aber der Baum dürfte als solches erkennbar bleiben. Wenn die zu verkleinernden Bilder Informationen enthalten, die man erkennen sollte, stossen Sie zwangsläufig an ein paar Grenzen. Es gibt keinen zu 100% perfekten Weg, Bilder mit Texten zu verkleinern. Je nach Ausgangsmaterial und Zielmedium (Papier, Bildschirm) müssen Sie die unten stehenden Tipps variieren.

Beachten Sie am besten schon im Vorfeld Ihrer Screenshot-Serie ein paar Dinge. Räumen Sie so weit wie möglich alles aus dem Weg, was den Screenshot negativ beeinflussen könnte.

Theme wählen: Falls Ihr Betriebssystem oder Ihre Software verschiedene Themes oder Skins hat, wählen Sie jenes mit den wenigsten Schatten und Farbverläufen. Schalten Sie allfällige Fenster- oder Fensterrahmen-Transparenz aus.

ClearType ausschalten: Ausserdem kann es passieren, dass die Schriften in den Bedienelementen verschwommen aussehen, wenn eine Schriften-Glättung im Stile von ClearType aktiv ist. Spielen Sie daher etwas mit jenen Einstellungen herum: auf Start klicken, cleartype eintippen, dann sollten die ClearType-Einstellungen erscheinen. Schalten Sie ClearType einmal ab, starten Sie Windows neu und erstellen Sie nochmals einen Screenshot vom gewünschten Programm. Vergleichen Sie ein paar vorher erstellte und verkleinerte Screenshots mit jenen nach dem Ausknipsen von ClearType. Kann gut sein, dass die Schriften jetzt besser aussehen - besonders beim nachträglichen Verkleinern.

Ausschnitt wählen: Überlegen Sie, was Sie auf dem Screenshot zeigen wollen. Verkleinern Sie allenfalls schon das Fenster selbst auf den relevanten Teil, damit nicht zu viel «Weissraum» bzw. sonstige unwichtige Bereiche und Elemente im Weg sind. Der Sinn dahinter: Sie müssen danach das Fenster nicht mehr allzu stark verkleinern, was dazu führt, dass man auch in der Zielgrösse des Bildes noch die notwendigen Details unterscheiden kann. Knipsen Sie dieses Fenster mit Alt+PrintScreen, dann fotografiert Windows nur jenes. Das erspart Ihnen bereits das anschliessende Zuschneiden. 

In Bildbearbeitung einfügen: Fügen Sie den Screenshot ganz simpel mit Ctrl+V in Windows Paint ein oder in ein Bildbearbeitungsprogramm Ihrer Wahl. In Paint klicken Sie unmittelbar danach am besten auf den Zuschneiden-Knopf. Effekt: Falls das beim Start von Paint bereitgestellte leere bzw. weisse Bild grösser ist, wird die Datei direkt auf die Grösse des eingefügten Screenshots zugeschnitten.

Verkleinern: Wenn Sie ein Bild auf 55,5% verkleinern, dürfte es unschärfer herauskommen, als wenn Sie genau 50% verwenden. Genau die Hälfte der Grösse ist für die Anwendungen einfacher zu berechnen und darzustellen.

Jetzt mit scharf! In vielen Bildbearbeitungsprogrammen finden Sie Funktionen zum Schärfen eines Bildes. Probieren Sie diese unbedingt aus, wenn Sie Screenshots mit unscharfen Texten vor sich haben. Sie finden hier einen umfangreichen Workshop-Artikel zum Thema. Der wichtigste Hinweis aber schon jetzt: Schärfen Sie das Bild erst ganz am Schluss, wenn es erstens das Zuschneiden und zweitens Verkleinern bereits hinter sich hat.

Dateiformat: Bei Fotos wäre JPG das beste Format, aber bei Screenshots machen wir bessere Erfahrungen mit PNG, GIF oder BMP. Verwenden Sie - auch wenn das Format es unterstützen würde - aber keine Kompression. Viele Bildbearbeitungsprogramme bringen zudem Funktionen wie «Für Web speichern» oder «Für Internet optimieren» mit. Probieren Sie diese ruhig einmal aus. Arbeiten Sie aber immer mit Kopien des Original-Screenshots, damit jener Ihnen nicht verloren geht.

Markierungen: Müssen in Ihrer Dokumentation oder auf Ihrer Webseite auch noch Markierungen ins Bild, wie zum Beispiel Pfeile, Rahmen oder sonstige Hervorhebungen? Bringen Sie auch diese erst an, wenn das Bild die endgültige Zielgrösse erreicht hat. Abhängig davon, in welchem Programm Sie Ihre eigentliche Dokumentation erzeugen, empfiehlt sich fürs Anbringen von Hervorhebungen ein anderes Vorgehen. Sind die Bilder fürs Web? Dann fügen Sie die erwähnten Elemente mittels Bildbearbeitungssoftware hinzu. Oder sind sie für eine gedruckte Dokumentation oder für ein PDF? Dann ist es wesentlich besser, Hervorhebungen mit den Werkzeugen jener Software anzubringen, in der Sie das Dokument gestalten. Das kann Word sein, LibreOffice oder ein Desktop-Publishing-Programm wie Adobe InDesign oder das kostenlose Scribus. Sie alle kennen Zeichenelemente, die Sie auf einem Bild anbringen und verankern können. Das hat den Vorteil, dass Sie die Dokumentation auch nachträglich nochmals überarbeiten können, ohne die Bilder neu zu erzeugen. (PCtipp-Forum)


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