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PGP: Verschlüsselung von E-Mails – so (einfach) gehts

Vor der Verschlüsselung von Mails und Dateien mit PGP schrecken viele Benutzer zurück. Dabei ist es nicht (mehr) so kompliziert.

von Jens Stark 20.03.2017

Auch Geheimdienste wie die NSA oder CIA machen sich erst über die leicht zugänglichen Daten her, bevor sie sich die Mühe machen, besser geschützte Konversationen zu knacken. Verschlüsselung wirkt also, wie etwa der IT-Security-Guru Bruce Schneier schon ausführte. So hätten die Snowden-Papers gezeigt, dass die Schlapphüte sich lieber über Yahoo-Mails hermachten als über Gmail-Anwender, obwohl das Webmail von Google weitaus mehr Anwender hatte. Der Grund ist einfach: Gmail verwendete bereits standardmässig ein Krypto-Verfahren, während dies bei Yahoo nicht der Fall war.

Trotz dieser Erkenntnis verzichten nach wie vor viele Anwender im täglichen Gebrauch auf Verschlüsselungsverfahren. Besonders frappant ist dies beim Versand von Mails. Hier schicken die meisten Zeitgenossen ihre Mails komplett offen lesbar durch die Weltgeschichte. Selbst sensible persönliche und geschäftliche Botschaften werden so wie Postkarten weitergereicht.

Vor der konsequenten Mailverschlüsselung schrecken aber viele zurück. Die Argumente lauten: Das Kryptieren mit PGP ist zu kompliziert, die Nutzung von Protonmail zu umständlich, da nur Web-basiert, oder Services wie die ebenfalls helvetische, aber kostenpflichtige PEP ist in der Gratiswelt des Internets zu teuer.

Zumindest das erste Argument, dass Gratisverschlüsselung mit PGP zu kompliziert ist, kann teilweise entkräftet werden. Die Pakete, die für den Einsatz von PGP zur Verfügung stehen, sind mittlerweile um einiges einfacher zu bedienen, und zwar sowohl unter Windows als auch unter macOS.

PGP in Outlook einrichten

Um Mails verschlüsselt mit Outlook (und mit anderen Mailprogrammen wie beispielsweise Thunderbird) zu verschicken, muss zunächst das kostenlose Software-Paket Gpg4win heruntergeladen werden. Dabei handelt es sich um eine quelloffene GnuPG-Distribution für Windows, welche die beiden Verschlüsselungsverfahren OpenPGP und S/Mime verwendet. Es enthält die Verschlüsselungs-Software GnuPG (Gnu is not Unix Privacy Guard) sowie das Schlüsselverwaltungsprogramm Kleopatra und das Outlook-Plug-In GpgOL (ab Outlook 2003).

Bei der Installation muss darauf geachtet werden, dass auch das Outlook-Plug-In mit eingerichtet wird Bei der Installation muss darauf geachtet werden, dass auch das Outlook-Plug-In mit eingerichtet wird Zoom© PCtipp

Nach erfolgter Installation muss man sich erst einmal um den eigenen Schlüssel kümmern. Hierzu dient das Hilfsprogramm Kleopatra. Unter dem Menüpunkt Datei kann ein neues Schlüsselpaar generiert werden für die eigene E-Mail-Adresse. Wichtig sind hier zwei Dinge. Die Passphrase, die man sich für den geheimen Schlüssel ausdenkt, sollte man sich gut merken oder an einem sicheren Ort aufbewahren. Das Gleiche gilt für das File, in dem sich der geheime, nicht öffentliche Key befindet. Denn nur mit diesem lassen sich Meldungen, die einem verschlüsselt geschickt werden, später dechiffrieren.

Die Schlüsselverwaltung in Kleopatra Die Schlüsselverwaltung in Kleopatra Zoom© Gpg4win

In Kleopatra lassen sich auch mögliche Mailpartner erkunden, die dort ihren öffentlichen Schlüssel publiziert haben. Das Problem dabei: Die wenigsten Zeitgenossen haben PGP implementiert und ihren Public Key derart veröffentlicht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die erste verschlüsselte Mail

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