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Virenjagd: So schützen Sie sich richtig – und kostenlos!

von Gaby Salvisberg 08.11.2017

Gratisjäger ohne Wächter

Etwas seltsam für ein Sicherheitsprogramm: In der Avira
Free Security Suite gibt es Werbung für Drittprodukte Etwas seltsam für ein Sicherheitsprogramm: In der Avira Free Security Suite gibt es Werbung für Drittprodukte Zoom© PCtipp

Manchmal wird ein System befallen, obwohl darauf schon ein Virenscanner installiert ist, der nach dem Rechten sehen sollte. Ein anderes Werkzeug muss also her. Oder Sie möchten eine zweite Meinung einholen, weil Sie befürchten, dass Sie eine infizierte Datei erhalten haben. In solchen Fällen hilft möglicherweise eines der nachfolgenden Werkzeuge. In der Regel können Sie diese benutzen, ohne den installierten Virenscanner extra entfernen zu müssen.

Die in Aviras Free Security Suite enthaltenen Module Die in Aviras Free Security Suite enthaltenen Module Zoom© PCtipp

Virenscanner sollten das Eindringen von Schädlingen verhindern. Das klappt aber leider nicht immer. Sicherheitsexperten raten dazu, ein kompromittiertes System neu aufzusetzen. Dies wäre eigentlich der vernünftigste Tipp, denn Sie wissen nie, welche weiteren Programme von einem Schädling eingeschleust wurden und was diese im System vielleicht sonst alles verändert haben. Eine Neuinstallation inklusive Formatieren der Festplatte ist aber nicht immer möglich. Darum gibt es Werkzeuge, die zumindest versuchen, besonders hartnäckige Schädlinge aus dem System zu entfernen. Der Norton Power Eraser ist eines davon. Er wird auch von der «Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes» (Melani) empfohlen. Ein guter Grund, die Nutzung des Programms etwas genauer zu beschreiben.

Norton Power Eraser

Das Startfenster des Norton Power Erasers Das Startfenster des Norton Power Erasers Zoom© PCtipp

Der Norton Power Eraser eignet sich am besten für Fälle, in denen Sie eine bestehende Infektion entfernen müssen. Wichtig: Norton informiert in den Programmangaben darüber, dass der Power Eraser ein relativ aggressives Werkzeug sei. Es kann passieren, dass er auch erwünschte Programme tangiert und dass Sie jene danach neu installieren müssen. Es gibt aber eine Liste der allfälligen Änderungen, die Sie durchsehen können. Ausserdem lassen sich Änderungen auch rückgängig machen. Wir haben die Benutzung des Norton Power Erasers auf einem Testrechner durchgespielt. Es handelt sich um ein System mit Windows 10 (64 Bit), auf dem das Antivirenprogramm eines anderen Herstellers (F-Secure) installiert war. Die beiden sind einander zu keinem Zeitpunkt in die Quere gekommen. Gut so!

Zuerst braucht es einen Neustart für den Rootkit-Scan Zuerst braucht es einen Neustart für den Rootkit-Scan Zoom© PCtipp

Laden Sie den Norton Power Eraser von security.symantec.com/nbrt/npe.aspx herunter und doppelklicken Sie die Datei. Bestätigen Sie die Rückfrage der Windows-Benutzerkontensteuerung mit Ja und klicken Sie beim Lizenzvertrag (den Sie natürlich durchlesen) auf Akzeptieren. Das Programm benötigt keine eigentliche Installation. Oben rechts finden Sie einen Hilfelink, der allerdings statt zum darin erwähnten «Lernprogramm» bloss auf die Norton-eigene Webseite führt. Wir zeigen aber die wesentlichen Bedienelemente hier gleich nachfolgend.

Der Norton Power Eraser führt den Scan durch Der Norton Power Eraser führt den Scan durch Zoom© PCtipp

Schliessen Sie sicherheitshalber alle anderen Programme und speichern Sie gegebenenfalls ge­öffnete Dateien. Klicken Sie nun im Norton Power Eraser auf Scan auf Risiken. Das Programm möchte erst nach sogenannten Rootkits scannen; das sind versteckte Programme, die mit normalen Bordmitteln nicht zu entdecken wären. Rootkits werden fast ausschliesslich zum Verbergen von Schädlingen benutzt. Darum ist es sinnvoll, mit einem Rootkit-Scan zu beginnen. Hierfür will die Software den PC neu starten. Klicken Sie deshalb auf Neustart.

Windows fährt herunter und startet sich neu. Nach einer Weile haben Sie wieder den Windows-Anmeldedialog vor sich. Loggen Sie sich ein, nun setzt der Norton Power Eraser seine Arbeit fort. Er führt eine kurze Update-Prüfung durch und scannt drauflos. Der Scan dauert eine Weile; in unserem Fall rund 5 Minuten. Im Idealfall werden keine Bedrohungen gefunden. Klicken Sie danach auf Beenden.

Bei uns wurden keine Schädlinge entdeckt Bei uns wurden keine Schädlinge entdeckt Zoom© PCtipp

Falls die Software gefährliche Elemente entdeckt, listet Norton Power Eraser diese auf. Es gibt Elemente, die das Programm klar als «bösartig» einstuft. Hier empfiehlt die Software die Optionen Entfernen oder Reparieren. Es kann auch sein, dass das Werkzeug Elemente mit dem Status «Unbekannt» anzeigt. Die können Sie an Norton übermitteln, indem Sie aufs Wolken-Symbol klicken. Damit wird die Datei verschlüsselt an einen Norton-Server übertragen, um sie dort sofort zu scannen. Der Server meldet das Resultat direkt an das Programmfenster Ihres Norton Power Erasers zurück. Sollte es jetzt als «bösartig» erkannt werden, aktivieren Sie bei der Aktion ebenfalls Entfernen. Achten Sie nun darauf, dass im unteren Teil des Programmfensters die Option Vor dem Beheben Systemwiederherstellungspunkt erstellen aktiv ist. Klicken Sie auf Jetzt beheben.

Die gefährlichen Files sind gelöscht Die gefährlichen Files sind gelöscht Zoom© PCtipp

Der Norton Power Eraser wird nun einen Windows-Neustart empfehlen. Klicken Sie im Programmfenster auf Jetzt neu starten. Danach meldet er die Beseitigung der gefährlichen Objekte. Wenn ein erwünschtes Programm nach der Anwendung des Norton Power Erasers nicht mehr funktioniert, versuchen Sie, jenes zu deinstallieren und aus sauberen Quellen neu zu installieren. Sie können übrigens die heruntergeladene Programmdatei des Norton Power Erasers auf dem Rechner lassen. Wenn Sie die Software wieder brauchen, müssen Sie diese nicht nochmals herunterladen. Sie wird beim Start selbst nach neueren Software-Versionen suchen.

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    Kommentare

    • kut 08.11.2017, 17.22 Uhr

      Seit diesem Artikel vom 30. Januar 2017 Firefox-Entwickler redet KlartextAntivirus-Software überflüssig? http://www.n-tv.de/technik/Antivirus-Software-ueberfluessig-article19679137.html sowie diversen vorgängigen Artikeln, die in die selbe Kerbe schiessen Experten sind sich sicher: Virenscanner sind ein Risiko http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Sicherheit-Virenscanner-unsicher-15998519.html Machen Antivirenprogramme den Rechner unsicher? http://unsicherheitsblog.de/machen-[...]

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