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Virenjagd: So schützen Sie sich richtig – und kostenlos!

von Gaby Salvisberg 08.11.2017

Bootfähige Antivirushilfen

Manchmal startet ein infizierter PC nicht mehr richtig auf. Oder infizierte Dateien lassen sich nicht entfernen, weil der Schädling aktiv ist und sich selbst vor der Löschung schützt. In solchen Fällen ist es ratsam, den Rechner quasi «von aussen» her zu betreten und zu säubern. Es ist auf diese Weise oft auch möglich, wichtige Daten zu retten. Sie finden folgend kostenlose Antiviruslösungen, die Sie entweder als bootfähige CD brennen oder bootfähig auf einen USB-Stick kopieren können. Diese Hilfsmittel eignen sich eher für Fortgeschrittene.

Wichtig: Legen Sie diese Startmedien nie auf dem infizierten System an. Verwenden Sie zur Erstellung des Datenträgers einen anderen PC, den Sie schon geprüft haben und für sauber halten.

Bootfähiger USB-Stick

Eine ISO-Datei lässt sich bequem mit den meisten Brennprogrammen über eine Funktion wie Abbild brennen oder Image brennen bootfähig auf einen CD/DVD-Rohling brennen. Viele PCs besitzen aber kein CD-Laufwerk mehr, darum bietet sich als Alternative der USB-Stick an. Sie können die ISO-Datei meistens mit einem Werkzeug wie UNetbootin (von der Seite unetbootin.github.io) auf den USB-Stick bringen.

Windows 10 sperrt zunächst die Ausführung des Werkzeugs. Klicken Sie in diesem Fall auf Weitere Informationen, gefolgt von Trotzdem ausführen. In UNetbootin wählen Sie Abbild, klicken dahinter auf die Schaltfläche mit den drei Punkten und wählen die heruntergeladene ISO-Datei aus. Greifen Sie neben dem USB-Laufwerk zum richtigen Laufwerksbuchstaben für den USB-Stick. Mittels OK wird der Boot-Stick erstellt. Schalten Sie in Windows 10 vorübergehend den Schnellstart aus. Das geht via Systemsteuerung/Energieoptionen/Auswählen was beim Drücken des Netzschalters passiert/. Einige Einstellungen sind eventuell nicht verfügbar. Sobald der Schnellstart ausgeknipst ist, starten Sie den PC einmal neu.

Ab dann sollte es möglich sein, via Start/Einstellungen/Update und Sicherheit/Wiederherstellung/Erweiterter Start/Jetzt neu starten das Boot-Medium auszuwählen. Andernfalls informieren Sie sich im PC-Handbuch darüber, wie Sie das Boot-Menü Ihres Rechners aufrufen. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige bootfähige Rettungssysteme vor, die Sie auf die erwähnte Art verwenden können.

Avira Rescue System

Unter http://avira.com/de/downloads#tools gibt es das Avira Rescue System. Dieses bietet Reparatur-, Backup- und Antivirenfunktionen. Brennen Sie es entweder als bootfähige CD oder erstellen Sie einen Boot-USB-Stick.

Eset SysRescue Live

Der USB-Boot-Creator – leider nur für Eset-eigene ISO-Abbilder Der USB-Boot-Creator – leider nur für Eset-eigene ISO-Abbilder Zoom© PCtipp

Ähnlich wie das System von Avira gibt es von Eset ebenfalls ein herunterladbares Boot-Medium mit Virensuche: eset.com/de/support/sysrescue. Dazu ein Tipp: Bei Eset finden Sie auch einen Link zum Live USB Creator, mit dem Sie den bootfähigen Datenträger erstellen können. Laden Sie zuerst das Werkzeug durch Auswahl von Live USB Creator herunter. Laden Sie nun das Abbild (ISO-File) der Eset-SysRescue-CD herunter. Starten Sie den USB-Boot-Creator, haken Sie Use previously downloaded ISO file an und wählen Sie die Datei aus. Stöpseln Sie einen genügend grossen leeren oder zu löschenden USB-Stick ein. Klicken Sie auf Create USB drive und wählen Sie den Stick aus. Das Programm erkennt, wenn schon Daten darauf liegen und weist mit «existing data» und gelbem Warnsymbol darauf hin. Wenn die Daten wegdürfen, klicken Sie auf Create USB drive.

Möchten Sie die Files behalten, nehmen Sie einen anderen Stick oder bringen Sie die Daten in Sicherheit.

F-Secure Rescue CD

Auch die finnischen Antivirenexperten bieten eine bootfähige Rettungs-CD zum Download an. Die Website finden Sie auf: f-secure.com/de_DE/web/ home_de/support-tools.

G-Data Bootmedium

Unter dem Menü Downloads bietet die G-Data-Website unter anderem zwei herunterladbare Boot­-Medien an. Das eine ist G-Data Bootmedium. Hiermit erstellen Sie einen bootfähigen Datenträ­ger, mit dem Sie ein infiziertes System scannen können. Download: gdata.de/downloads#Tools.

Norton Bootable Recovery Tool

Das Norton Bootable Recovery Tool ist eine weitere ISO-Datei, die als CD gebrannt oder mit einem Werkzeug wie Live USB Creator bootfähig auf einen leeren USB-Stick kopiert werden kann: security.symantec.com/nbrt/nbrt.aspx.

Panda Cloud Cleaner

Sollte Ihnen das Hochfahren von Windows aufgrund eines Schädlings nicht mehr möglich sein, gibt es den Panda Cloud Cleaner USB scan bzw. Pandas Cloud Cleaner Rescue ISO auf der entsprechenden Website.

Praktische Websites

Es existieren noch zwei wichtige Webseiten, die Sie unbedingt kennen sollten. Das eine ist der HPI Identity Leak Checker unter dem Link sec.hpi.de/ leak-checker/search. Diese praktische Webseite sammelt Listen von gehackten Onlinekonten. Es sind inzwischen weit über eine halbe Milliarde Datensätze zusammengekommen. Die sind nicht öffentlich einsehbar, aber Sie können den Bericht an Ihre Mailadresse anfordern.

Wurden Ihre Daten geleakt? Wurden Ihre Daten geleakt? Zoom© PCtipp

Tippen Sie dazu Ihre Mailadresse auf der Website ein, dann erhalten Sie an diese Mailadresse eine Nachricht mit der Information, ob die Adresse in den durch Hacker geraubten Datenbanken enthalten war. Ist ein Konto von Ihnen in dieser Liste dabei, sollten Sie umgehend dessen Passwort ändern. Die zweite Webseite bietet Hilfe beim Befall durch Erpressungstrojaner. Sie finden diese unter nomoreransom.org. Die Seite wird von verschiedenen Antivirenherstellern mit Programmen gefüttert, die helfen, solche Schädlinge zu identifizieren und – mit etwas Glück – die befallenen Dateien wieder zu entschlüsseln; natürlich ohne die Erpresser zu bezahlen.

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    Kommentare

    • kut 08.11.2017, 17.22 Uhr

      Seit diesem Artikel vom 30. Januar 2017 Firefox-Entwickler redet KlartextAntivirus-Software überflüssig? http://www.n-tv.de/technik/Antivirus-Software-ueberfluessig-article19679137.html sowie diversen vorgängigen Artikeln, die in die selbe Kerbe schiessen Experten sind sich sicher: Virenscanner sind ein Risiko http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Sicherheit-Virenscanner-unsicher-15998519.html Machen Antivirenprogramme den Rechner unsicher? http://unsicherheitsblog.de/machen-[...]

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