Microsoft verdient Milliarden mit Android

Samsung und andere Android-Hersteller zahlen Microsoft Milliarden für Android-Lizenzen. So viel, dass Microsoft mit Android wohl mehr Geld macht als mit Windows Phone.

von Luca Diggelmann 06.10.2014

Microsoft verdient mit Android eine Menge Geld, ohne je ein Gerät für das Google-Betriebssystem entwickelt zu haben. Das Geld kommt unter anderem von Samsung. Wegen Urheberrechtsverstössen muss der südkoreanische Hersteller Lizenzgebühren an Microsoft entrichten. Laut einem kürzlich veröffentlichten Gerichtsdokument verwendet Samsung in seinen Android-Geräten Technologie, die Microsoft gehört.

Microsoft und Samsung einigten sich 2011 darauf, dass Samsung für sieben Jahre eine jährliche Lizenzgebühr an Microsoft bezahlt. Auch andere Unternehmen haben Absprachen mit Microsoft. Die Redmonder beharren seit Jahren darauf, dass Android diverse Patente von Microsoft verletze. Normalerweise sind diese Abkommen jedoch nicht öffentlich. Die insgesamt 25 Android-Hersteller zahlen Microsoft Milliardenbeträge an Lizenzgebühren.

Zwischen Juli 2012 und Juni 2013 bezahlte Samsung über eine Milliarde Franken an Microsoft. Die Zahl berechnet sich aus der Anzahl verkaufter Android-Geräte und deren Preis. Da Samsung zu spät bezahlte, ging Microsoft vor Gericht, wodurch die Dokumente an die Öffentlichkeit gelangten. Samsung behauptet, Microsoft habe mit dem Kauf von Nokia den Vertrag gebrochen und will die restlichen geschuldeten Beträge nicht bezahlen. Microsoft bestreitet den Vertragsbruch.

Microsoft sammelt seit 2010 Lizenzgebühren von Android-Herstellern ein. Die Redmonder insistieren, dass das Google-Betriebssystem Android seine Patente verletze. Analysten gehen davon aus, dass Microsoft derzeit mehr Geld mit Lizenzgebühren von Android verdient als mit dem eigenen Windows-Phone-Geschäft. Kein Wunder, hat Android doch einen Marktanteil von knapp 85 Prozent, während Windows Phone noch an der 3-Prozent-Hürde übt.


    Kommentare

    • karnickel 18.10.2014, 13.33 Uhr

      Sorry, aber wenn ich den Titel lese soll es hier um Lizenzen gehen. Dann im Artikeltext aber doch nur um verletzte Patente. - Hat Samsung nun Kosten auf Grund früher verletzter Patente oder bezahlen die inzwischen ordnungsgemäss für Software-Konzepte Lizenzgebühren an Microsoft? Letzteres kann ich mir nicht so recht vorstellen.

    weitere Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.