News 25.03.2009, 10:10 Uhr

Sperre für schnüffelnde Onlinewerbung

Ein Student der renommierten Harvard University hat für Internet Explorer und Firefox ein Browser-Add-On entwickelt, mit dem schnüffelnde Werbetreibende in Schach gehalten werden können.
Taco (Targeted Advertising Cookie Opt-Out) heisst der neue Browserzusatz für Microsofts Internet Explorer und Mozillas Firefox. Er erlaubt es den Nutzern, sich gegen die Schnüffeltätigkeit von insgesamt 27 Anzeigennetze zur Wehr zu setzen. Um das Add-On zu erhalten, änderte sein Programmierer Christopher Soghoian einen Browserzusatz von Google ab.
Dieses Opt-Out-Plug-In von Google blockiert die Cookies des eigenen Werbenetzes Doubleclick. Cookies sind kleine Dateien, die beim Nutzer lagern und eine breite Palette von Informationen sammeln, – etwa die besuchten Webseiten oder getätigte Suchabfragen. Zudem senden einige Cookies diese Informationen an die Urheber der Datenkekse zurück. Diese können Onlinewerber dann nutzen, um auf den User gemünzte Werbung zu schalten.
Zwar erlauben die meisten dieser Onlinewerbetreibenden, ein sogenanntes Opt-out-Cookie zu setzen, wodurch die Aktionen des Anwenders nicht mehr registriert werden. Doch welcher User mache sich schon die Mühe, für alle Netzwerke, die gezielte Werbung schalten, einen solchen Blockierbefehl zu hinterlegen, argumentiert Soghoian für seinen Browserzusatz. Taco installiert daher insgesamt 41 Opt-out-Cookies und wehrt sich so gegen die Sammelwut von allen grösseren Werbenetzen.
Der Schnüffel-Blocker kann gratis von der Homepage des US-Studenten heruntergeladen werden. Taco ist ausserdem auf der Mozilla-Seite erhältlich.



Kommentare
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Piranha
25.03.2009
Der Benutzer setzt sich auf eine Do-Not-Call Liste (wünscht keine Werbung Eintrag, Liste Noir etc.). Und genau hier sehe ich das Problem.

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maedi100
25.03.2009
Eigentlich sollte es für Werbung ein Opt-IN verfahren geben... Und überhaupt, warum macht der PcTipp, der selbst von Google Analytics Javascripts einsetzt, Werbung für Opt-Out Programme für Cookies?

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BlackIceDefender
25.03.2009
Gemäss dem Blog des Add-on Autors http://paranoia.dubfire.net/ sind die Opt-out Cookies anonymisiert, wie ihm etwa ein zuständiger bei Akamai bestätigt hat. Die Do-Not-Call Liste der Federal Trade Commission listet nur die Telefonnummer, nicht den Inhaber. Es geht eigentlich darum, das targeted advertising zu unterbinden, weil dies Probleme des Persönlichkeitsschutzes und des Datenschutzes bringt. Auch geht es darum, dass Werbung so gestaltet ist, dass das Browsererlebnis ein solches bleibt und nicht so weit geht wie bei den Pop-Up Ads, wo das Internet dann irgendwann unbrauchbar wurde. Der Blog ist übrigens sehr interessant und zeigt den Problemkreis verständlich dar. Wer Englisch versteht, kann sich dort ja mal einlesen. Da steht auch viel darüber, wer Daten wie sammelt. Christopher Soghoian postuliert die Trennung von Google und Staat. Opt-In: Das sehe ich nur bei Sites mit Anmeldung. Da wird das teilweise auch praktiziert. Ansonsten sehe ich technisch Probleme, das anonym zu halten. Opt-Out: Ist das Opt-out mit persönlicher Identifikation, dann ist das schlecht. Aber: Bei den Briefkästen z.b. steht der Kleber auch neben dem Namensschild. Ein Gesinnungsjäger kann sich die Mühe machen, die Briefkästen abzuklappern und die Namen zu notieren. Ergibt dann eine 'Cincera-Liste'.