News 10.10.2006, 14:45 Uhr

Konsumentenschutz: «Cablecom nützt Marktmacht aus» (Update)

Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert Cablecoms digitales Fernsehen. Kunden seien gezwungen die überteuerte Set-Top-Box des Kabelnetzbetreibers zu mieten.
Immer mehr analoge TV-Sender wandern bei Cablecom ins digitale Fernsehnetz. Um Letztere zu empfangen, wird eine spezielle Set-Top-Box benötigt. Dies hat die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) [1] auf den Plan gerufen. Weil Cablecom das digitale Signal verschlüssle, würden alle Kunden zwingend die überteuerte Set-Top-Box mieten oder kaufen müssen. Eine Wahlmöglichkeit innerhalb des Kabelnetzes bestehe nicht, kritisiert die SKS. Dort wo Cablecom präsent sei, gäbe es keinen anderen Anbieter. Zudem führe die Set-Top-Box zu einem erhöhten Stromverbrauch. Die SKS fordert nun, dass das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) bei der Konzessionserteilung die Grundverschlüsselung verbiete. Zudem seien Massnahmen notwendig, den Stromverbrauch der Set-Top-Box zu reduzieren.
Cablecom weist die Vorwürfe der SKS zurück. Presseverantwortlicher Martin Wüthrich sagte gegenüber dem PCtipp: "Die Mitteilung der SKS enthält und vermischt verschiedene Aspekte, so die Grundverschlüsselung, den Preis der Set-Top-Box und deren Stromverbrauch (was alle Set-Top-Boxen im Markt betrifft). Die Grundverschlüsselung verhindert Piraterie und Schwarzsehen. Die Programmveranstalter verlangen vom Netzbetreiber möglichst hohe Sicherheitsstandards, um Produktpiraterie nach Möglichkeit auszuschliessen. Die Netzbetreiber haben ein grosses Interesse daran, Schwarzsehen zu verhindern, das bei der analogen Verbreitung jährlich Schäden in Milliardenhöhe verursacht."



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