News 24.07.2000, 09:30 Uhr

Musik legal im Web

Die Plattenlabels freunden sich zunehmend mit dem Internet an und wollen User mit eigenen Web-Musik-Angeboten von kostenlosen Musikservices wie Napster oder MP3.com weglocken.
Es geht ja doch: Neben Sony und EMI will jetzt auch Universal gross in den Online-Musikvertrieb einsteigen. Nichtsdestotrotz führt die Industrie weiterhin einen harten Kampf gegen Tauschbörsen wie Napster oder Gnutella. MP3.com hat bereits halbwegs einen Kniefall gemacht und versucht, sich mit den Platten-Multis zu einigen. Trotzdem dauert der Streit an. In der Schweiz mahnt die IFPI, der Branchenverband der Industrie, sogar Teenager ab, die Links auf MP3-Sites anbieten. Die Industrie fürchtet um ihre satten Gewinne. Sie streicht nämlich den Löwenanteil des Verkaufspreises einer CD ein, während die Künstler je nach Art des Vertrages, nur wenige Prozente erhalten.
Im April hatte Sony als erstes grosses Musikstudio mit über 50 Titeln den Vertrieb von digitalen Songs übers Netz gestartet. Seit dieser Woche stellt auch der britische Musikverlag EMI rund 100 Musikalben und eine grosse Anzahl von Singles im Microsoft-Soundformat "Windows Media Audio" zum Download bereit - gerade rechtzeitig zum Erscheinen des neuen Media Players 7, der sogar ein kleines Programm zum Brennen von CDs enthält.
Ein EMI-Album ist für 16 Dollar downzuloaden - Singles kosten wie bei Sony zwei bis drei Dollar. Mit der Seagram-Tochter Universal will nun ab August auch das grösste Studio Musikstücke online anbieten.
Die Musikindustrie, die lange für ihren zögerlichen Umgang mit dem Internet kritisiert wurde, will mit ihren neuen Services den populären MP3-Tauschservices das Leben schwer machen. Universal, EMI und Sony hatten neben Warner Music und der Bertelsmann-Tochter BMG Napster im Dezember wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt. Der umstrittene Musikdienst verzeichnet inzwischen über 20 Millionen Userinnen und User.



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