PS Now in der Schweiz gestartet

Das bringt Sonys Spiele-Streaming-Dienst für PC und PS4.

von Simon Gröflin 15.03.2018

Spielen im Aboformat: Nach ersten Gehversuchen in Japan, Nordamerika und einigen europäischen Ländern wie Deutschland, Belgien und den Niederlanden lanciert Sony Interactive Entertainment heute seinen Spiele-Streaming-Dienst PlayStation Now in der Schweiz, in Österreich und in Irland. Der Fokus ist klar: Sony verfolgt das Ziel, auch PC-Spielern die Exklusivitäten aus der PS4-Bibliothek schmackhaft zu machen. Alles, was man braucht, ist idealerweise ein PS4-DualShock-Controller. Der Dienst kann auch auf einer PS4-Konsole genutzt werden. Der monatliche Tarif beträgt Fr. 16.95, wobei die ersten sieben Tage gratis sind. Die Games werden zentral von Sony-Servern gestreamt. Spielstände und Trophäen lassen sich in der PS-Now-Cloud speichern, um nahtlos zwischen PS4 und PC wechseln zu können. Den Anfang macht ein Sortiment aus PS4- und PS3-Titeln, das zum Launch etwa 500 Spiele umfasst. Die Bibliothek werde monatlich um neue Titel erweitert, sagte Sony an einer Pressekonferenz bei der Tamedia in Zürich. Im Fokus stünden nicht nur ältere Titel, sondern auch Exclusives wie «The Last of Us», «Uncharted: Drakes Fortune» und «Red Dead Redemption».

Das Launch-Angebot mit über 500 Titeln fällt üppig aus Das Launch-Angebot mit über 500 Titeln fällt üppig aus Zoom© Sony

Das bringt Sonys PlayStation-Streaming-Dienst

PCtipp hat Sonys Online-Spiele-Service vor Ort ausprobiert. Die Anforderungen ans Streaming sind moderat. Eine Mindestbandbreite von 5 Mbit/s ist zwingend notwendig. Die Streaming-Qualität ist aber im Moment noch auf 720p beschränkt, was auf einem grossen 4K-Fernseher bei Titeln wie dem «God of War Remaster» von der Auflösung her ein wenig an die PS3-Ära erinnert. Theoretisch möglich wären auch höhere Auflösungen. Aber Sony kann den Dienst nur phasenweise auf einzelne Länder verteilen, was alleine in Europa aufgrund der vielen Unterschiede bzgl. Internet-Performance seine Zeit braucht. Interessant ist die Möglichkeit, auch nach einem Unterbruch des Abos wieder mit sämtlichen Spielen und Spielständen aus der eigenen Bibliothek weiterzuspielen. So kann man auch Spiele austesten, die man sich zu einem späteren Zeitpunkt in der vollen Auflösungsqualität zulegen möchte. Im Gegensatz zu Microsofts Leihspiele-Service «Xbox Game Pass», bei dem man viele ältere Spiele gegen eine monatliche Gebühr von 9 Franken herunterladen kann, werden sämtliche PS4- und PS3-Titel auf zentralen Servern von Sony ausgeführt. Den PC-Client konnten wir leider noch nicht austesten, da die Schweiz zu diesem Zeitpunkt noch nicht ans PlayStation Network «angezapft» war.

Diese Filteroptionen gibt es inzwischen Diese Filteroptionen gibt es inzwischen Zoom© Sony

Einfache Einrichtung

Auf der Konsole installiert sich eine eine App von drei Megabyte, danach gelangt man direkt ins Auswahlmenü, das noch etwas übersichtlicher sein dürfte. Nebst einer obligaten Genre-Auswahl gibt es aber auch eine Suchfunktion. Grundsätzlich markiert man sich Favoriten, die dann in einer Spieleliste gesammelt werden. Sobald man ein Spiel startet, dauert es aber je nach Netzwerkumgebung etwa 30 Sekunden oder länger. Wenn der Controller länger unberührt bleibt, klinkt sich die PS4 vom Streaming-Dienst aus, um Ressourcen für andere Teilnehmer zu schonen. 

PCtipp-Interview: Wir haben Adam Michel vom Entwicklungs-Team bei Sony Interactive Entertainment ein paar Fragen gestellt.

Unser Ersteindruck: Bei PS3-Spielen stört die Auflösung von 720p (also «HD») nicht sonderlich, da viele Titel der älteren Konsole ohnehin nicht auf Full HD getrimmt waren. Ist man sich die leistungsstärkere PS4 Pro auf einem 4K-HDR-Fernseher gewohnt, muss man manchmal ein Auge zudrücken, weil «HD» dann doch nicht ganz der Augenschmaus ist, den man sich als High-End-Spieler wünschen würde. Dennoch konnten wir auch fordernde Spiele wie «Injustice 2» oder «God of War 3 Remaster» während mehr als einer halben Stunde ohne Unterbrüche zocken. Was uns aber aufgefallen ist: Sobald die Internetverbindung wegen anderer Auslastungen im Netzwerk nachlässt, wird die Auflösung zwischendurch etwas breiig. Das ist von der Kapazität her gefühlt weniger als Nvidias Streaming-Dienst «GeForce Now» vermag, denn dort gibt es bei drahtgebundener Verbindung (je nach Bandbreite) butterweiche 1080p-Streaming-Qualität. Zudem ist der erste Nvidia-Monat gratis, danach kostet es jeden Monat rund 12 Franken. Allerdings hat Sony mit PS Now einen gewaltigen Vorteil: Offeriert werden bereits fünf Mal mehr Spiele und davon sehr viele eigene Toptitel, die es nicht für andere Plattformen gibt. Vielleicht wären für Retrohasen auch die unzähligen älteren PS2-Klassiker eine gute Ergänzung, die je nach Lizenz locker mittels Software-Emulation streambar wären. 


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