So vergiften Cheats die Videospielwelt

Betrüger gibt es überall, auch in der Welt der Videospiele. Mit sogenannten Cheats verschaffen sich manche Spieler unfaire Vorteile – sehr zum Leidwesen anderer. Doch der Kampf gegen Cheater ist ein ewiges Wettrüsten mit ungewissem Ausgang.

von dpa 23.04.2017
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Reflexe wie Spiderman haben. Durch Wände blicken wie Superman. Unzerstörbar sein wie Wolverine. Cheats können selbst aus schlechten Videospielern gute machen. Klingt spassig. Doch Cheats sind ein dickes Geschäft mit Millionenumsätzen – und echtes Gift für das Klima in der Spielewelt.

Dabei waren Cheats einst fast in jedem Spiel zu finden. Wer schon etwas länger zockt, erinnert sich vielleicht an den «Konami-Code», eine Tastenkombination, mit der sich Spieler in mehreren Titeln des japanischen Entwicklers einen kleinen Vorteil verschaffen konnten.

Anders als heutige Cheats gehörten die kleinen Mogeleien aber zum Spiel, von den Entwicklern für faule oder experimentierfreudige Nutzer eingebaut, aber meist nur im Einzelspielermodus einsetzbar. Im Wettbewerb mit anderen Spielern war Schummeln verboten.

Das ist heute anders: Populäre Cheats und Hacks kommen von aussen, also als Zusatzprogramm. Und das mit Abstand grösste Angebot gibt es für populäre Multiplayer-Titel wie «Counterstrike». Für den Taktik-Shooter gibt es zum Beispiel Aimbots, die dem Spieler das Zielen abnehmen, oder Wallhacks, mit denen er Feinde durch Wände sieht. Für Taktikspiele wie «League of Legends» oder «DOTA 2» existieren Tools, die Aufgaben übernehmen oder die Karte aufdecken.

Klar, dass das bei anderen Spielern nicht gut ankommt. «Sobald es Cheater gibt, verlieren Spieler das Vertrauen in ein Spiel», sagt Marcel Menge, Anticheating-Experte beim E-Sport-Veranstalter ESLGaming. «Das kann so weit gehen, dass es das Klima einer ganzen Community vergiftet.»

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Cheating führt zu mehr Cheating

Tags: Games, eSport
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