News 07.09.2012, 09:32 Uhr

Apple soll eigenen Streaming-Dienst planen

Einem Bericht zufolge soll Apple einen eigenen Musik-Streaming-Dienst im Stile von Spotify oder Pandora planen.
Apple arbeitet laut einem Zeitungsbericht an einem Internetradio, um seine starke Rolle im Musikgeschäft gegen neue Rivalen zu verteidigen. Es gehe um einen Dienst, bei dem kostenlos ein an den Musikgeschmack des Nutzers angepasstes Programm abgespielt wird, berichtete das «Wall Street Journal» am Donnerstag unter Berufung auf informierte Personen. Apple habe allerdings erst vor Kurzem Gespräche mit der Musikindustrie über entsprechende Rechte aufgenommen und es könnten noch Monate vergehen, bis ein solches Angebot startet.
Apple ist mit seiner iTunes-Plattform zum weltgrössten Musikverkäufer geworden. Allerdings ist inzwischen das Streaming immer stärker auf dem Vormarsch, bei dem die Musik nicht mehr heruntergeladen, sondern direkt aus dem Internet abgespielt wird. Dabei gibt es zum einen Abo-Dienste wie Spotify, Simfy, Juke oder Rdio, bei denen für eine Monatsgebühr uneingeschränkt Musik gehört werden kann. Über einen solchen Dienst habe Apple ebenfalls nachgedacht, aber die Idee verworfen, schrieb die Zeitung.
Ein weiteres Modell sind kostenlose Internetradios wie Pandora, bei denen der Nutzer einer vom Anbieter zusammengestellten Playlist folgen muss, anstatt die Lieder selbst auszusuchen. Bei dem Apple-Dienst soll wie bei Pandora Werbung zur Musik angezeigt werden, hiess es. Er soll auf Apple-Geräten wie iPhones und iPads sowie möglicherweise auch auf Windows-PCs laufen.
Hohe Lizenzforderungen als Problem
Apple experimentiert bereits seit Monaten mit kostenlosen Streaming-Angeboten in iTunes, damit die Nutzer mehr neue Musik kennenlernen. So wurde den iTunes-Kunden am Donnerstag das neue Album «Tempest» von Bob Dylan kostenlos zum Streaming bereitgestellt. Ein grösserer Streaming-Dienst wurde von Apple bislang allerdings nicht gestartet, weil die Höhe der Lizenzforderungen der Musikkonzerne den iPhone-Hersteller abgeschreckt habe, schrieb die Zeitung.
Die Lizenzgebühren gelten auch als das grösste Problem von Pandora, weil sie einen grossen Teil der Werbeeinnahmen verschlingen. Der Bericht enthielt keine Hinweise darauf, ob ein Apple-Musikradio auch international verfügbar wäre - angesichts des komplexen Rechtegeflechts starten solche Dienste oft zunächst in den USA.
Bisher ging Apple nur sehr behutsam auf dem Musikfeld vor - denn schliesslich hat der Konzern ein lukratives Download-Geschäft, das man nicht selbst aushöhlen will. Ein erster Schritt in diese Richtung war aber schon das Angebot iTunes Match, bei dem Nutzer ihre Musik für eine Jahresgebühr auf Apple-Servern lagern und von dort auf verschiedene Geräte herunterladen können. Technisch wäre ein Streaming-Dienst für Apple kein Problem, was der Konzern gerade auch mit den Live-Übertragungen von seinem jährlichen Musikfestival in London beweist.



Kommentare
Es sind keine Kommentare vorhanden.