SBB-Preview-App-Test: Das sagen die SBB zu unseren Leserfragen

Auf unsere halbtägige Testfahrt gab es einige Leserreaktionen. Wir haben bei den SBB nachgefragt.

von Claudia Maag 14.11.2018 (Letztes Update: 21.11.2018)

Update: Auf unserem vormittäglichen Test der SBB-Preview-App, die sich in der Markttestphase befindet, gab es einige Reaktionen (s. Kommentare). Wir haben bei den SBB nachgefragt. Die Lösungen sowie Antworten finden Sie in diesem Artikel auf der letzten Seite.

Seit dem 2. Oktober können Kundinnen und Kunden in der SBB-Preview-App mit der Funktion «EasyRide» das automatische Ticketing ausprobieren. Der nationale Markttest läuft laut SBB «mindestens bis Sommer 2019». Wir möchten einen ersten Einblick in die App bieten.

Wie funktioniert «EasyRide»?

Man hinterlegt ein Zahlungsmittel (Kredit- oder PostFinance-Karte) und jeweils am Ende des Tages berechnet die App den Kunden den optimalen Ticketpreis, der über das hinterlegte Zahlungsmittel belastet wird. Die von den Nutzern tatsächlich zurückgelegte Strecke wird per GPS-Steuerung erfasst. 

Vor der Abfahrt checkt man sich ein und bei der Ankunft am Reiseziel wieder aus – wie man das bereits von Apps wie Fairtiq, Lezzgo und ZVV-Ticket kennt. Lesen Sie hierzu unseren ÖV-App-Testvergleich

Wer kann «EasyRide» verwenden?

Alle, die ein Smartphone mit Touchscreen und einem der Betriebssysteme Android (ab 4.4) oder iOS (ab 9.0) besitzen. «EasyRide» funktioniert nicht auf Geräten mit Jailbreak oder aktiviertem Root. Zudem benötigen Nutzer ein gültiges SwissPass-Login, mit dem sie in der App angemeldet sein müssen. 

Unser Test

Da die SBB-Preview-App «powered bei Fairtiq» ist, vergleichen wir das automatische Ticketing mit «Lezzgo» von der Berner BLS. Wir besitzen ein gültiges Halbtax sowie einen Netzpass des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) und fahren 2. Klasse. 

Sowohl bei SBB-Preview als auch bei «Lezzgo» hinterlegten wir unseren SwissPass sowie das ZVV-Abo (Zone 110). Bei beiden Angeboten muss man sich einchecken, bevor sich der Zug bewegt. 

Unsere Teststrecke 

Für unseren Test fahren wir in einem ersten Schritt von Neuhausen (SH) nach Koblenz (AG). Dazu nehmen wir die S9 von Schaffhausen nach Uster. In Bülach steigen wir in die Regionalbahn «Thurbo» (S41) Richtung Waldshut (D) um. In Koblenz planen wir einen 30-minütigen Aufenthalt. Anschliessend geht es via Baden ins Sihlcity in Zürich, wo unsere Reise endet.

Unsere Reise

Es ist ein etwas seltsames Gefühl, ohne Ticket – physisch oder elektronisch – die S-Bahn zu betreten. Beim ersten Versuch, uns in der SBB-Preview-App einzuchecken, erhalten wir eine Fehlermeldung. Doch nach einem Neustart der App klappt es. Mit der «Lezzgo»-App haben wir keine Probleme.

So sehen die beiden Apps aus, wenn man sich eingeloggt hat und unterwegs ist (links Lezzgo, rechts SBB-Preview-App) So sehen die beiden Apps aus, wenn man sich eingeloggt hat und unterwegs ist (links Lezzgo, rechts SBB-Preview-App) Zoom© PCtipp/cm

In Koblenz angekommen, sind wir nicht sicher, ob wir uns vor der Weiterfahrt auschecken müssen. Auch nachdem wir in den FAQ zu «EasyRide» nachlesen, sind wir nicht schlauer. Denn es heisst: «Sofern Sie ohne grösseren Unterbruch das Verkehrsmittel wechseln, müssen Sie sich nicht auschecken.» Doch was ist ein «grösserer Unterbruch»? «Wenn Sie den Bahnhof nicht verlassen, wird das System dies erkennen», erklärt uns SBB-Mediensprecher Christian Ginsig auf Anfrage. Beispielsweise, wenn man im Zürich HB einen Happen essen gehe und danach den nächsten Zug nehme. 

Wir bleiben somit eingecheckt. Weiter gehts ab Koblenz ins Sihlcity in Zürich. Dazu nehmen wir die S27 Richtung Baden und steigen dort um auf den IR Richtung Zürich HB. Die letzte Strecke legen wir mit dem Tram zurück. 

Sobald wir unsere Reise beendet haben, checken wir uns aus beiden Apps aus. Hierzu führen wir eine Wischbewegung von rechts nach links aus. Danach berechnen die Apps die gefahrene Strecke sowie die Fahrtkosten. 

Während der kompletten Strecke wurden wir kein einziges Mal kontrolliert. Dadurch war es uns nicht möglich zu testen, ob das Scannen der QR-Codes funktioniert hätte.

Nächste Seite: Wie weise ich mich im Zug aus? Kann ich die App auch erst aktivieren, wenn ich den Kontrolleur sehe? sowie Fazit

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    Kommentare

    • jgure 14.11.2018, 15.38 Uhr

      Das tönt ja sehr gut und stimmt einen zuversichtlich. Als GA Besitzer habe ich folgenden Frage: Wäre es möglich, für die Benützer eine "dummy"-Rechnung zu erstellen. Es gibt ja die Fälle, bei denen zB ein Mitarbeiter ein privates GA besitzt, jedoch dem Arbeitgeber/Kunden usw die effektiven Kosten verrechnen kann. Vielleicht bezahlt ja der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein 1/2-Tax-Abi, dann könnten dann die halben Kosten der Reise dem Arbeitgeber/Kunden verrechnet werden, sofern diese Kosten d[...]

    • max.baumberger 14.11.2018, 16.02 Uhr

      Liebe Lesergemeinde, ich kann Ihnen versichern, dass man mit dieser neuen Check-in- und Check-out-Methode langfristig einfach teurer wird. Ich erkläre auch gleich warum. Haben Sie schon mal abends beispielsweise von Bülach nach Zürich ein Ticket benötigt? Ja? Okay, Sie sind am gleichen Abend zurück gefahren? Auch noch okay. Solange stimmen die Preise noch. Denn es wird einfach eine Tageskarte bezahlt! Der grosse Hacken aber ist, dass wenn ich am anderen Tag beispielsweise um 08.00 Uhr dieselbe S[...]

    • Pummel 14.11.2018, 17.00 Uhr

      Ich benutzte die Lezzgo App in meinem iPhone für die Strecke Boll-Utzigen nach Bern. Gerade vor dem Ende der Fahrt geriet ich in eine Kontrolle. Meine SwissPass Karte wurde erkannt, aber im grossen schwarzen Fenster auf meinem iPhone fehlte den QR Code. Weil die Fahrt schnell zu Ende war, dürfte ich aussteigen. Auf dem iPhone war ja die Fahrt Boll -> nach Bern ersichtlich. Die letzte Strecke war in einem Tunnel. Nachfrage bei der BLS ergab, dass die Lezzgo App in einem Tunnel noch nicht richtig [...]

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