News 20.06.2019, 05:30 Uhr

Visa verhindert mit KI jedes Jahr Betrugsversuche in Milliardenhöhe

Um betrügerische Transaktionen aufzudecken, entwickelte Visa die Technologie «Visa Advanced Authorization». Jedes Jahr helfe sie dabei, Betrugsversuche in der Summe von rund 25 Milliarden Dollar zu verhindern.
Seit 1993 setzt der Kreditkarten-Riese Visa bei der Analyse von Transaktionen auf neuronale Netze. Aktuell nutzen weltweit mehr als 8000 Finanzinstitute in 129 Ländern eine Technologie des Unternehmens, die sich «Visa Advanced Authorization» nennt. Sie verwendet Machine-Learning-Modelle, um Überweisungen in Echtzeit abzuchecken. In etwa einer Millisekunde werde dabei eine Transaktion auf Aktivitäten, Muster und eine Reihe von Risikoattributen überprüft.
«Visa Advanced Authorization»: In etwa einer Millisekunde wird eine Transaktion auf Aktivitäten, Muster und eine Reihe von Risikoattributen überprüft
Quelle: Visa
Wie Visa mitteilt, hilft die Technologie Finanzinstituten dabei, jährlich einen Betrug von geschätzt 25 Milliarden US-Dollar zu verhindern. Der Konzern beschreibt «Visa Advanced Authorization» selbst als «umfassendes Risikomanagement-Tool, das Transaktionsautorisierungen im Visa Global Payment Network, VisaNet, in Echtzeit überwacht und bewertet». Finanzinstitute könnten so neue Betrugsmuster und Trends frühzeitig erkennen und auf diese reagieren. Auch solle die Technologie Fehleinschätzungen reduzieren. «Visa Advanced Authorization» könne beispielsweise auch bei neuen Kunden oder solchen, die den Bezahldienst nur unregelmässig nutzen, legitime Zahlungen identifizieren.
Gemäss eigenen Angaben wickelte Visa im letzten Jahr mehr als 127 Milliarden Transaktionen zwischen Händlern und Finanzinstituten auf dem elektronischen Bezahlnetzwerk ab. Sämtliche Transaktionen seien mithilfe der KI analysiert worden. So habe Visa die weltweiten Betrugsraten auf weniger als 0,1 Prozent gebracht – dem Unternehmen zufolge ein historischer Tiefstand.



Kommentare
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karnickel
23.06.2019
Das ist das Problem bei Kreditkarten. Die Sicherheitsmerkmale sind bei Dritten. Und wenn die Kartengesellschaft Betrug mitgeteilt bekommt, sind die leichter erreichbaren Dritten nicht etwa die Händler, deren Geldinstitute oder gar Leute, die von dort Daten geklaut hatten - nein, es sind ihre eigenen Kunden. Solange Kreditkarten nur auf statischen (sich also jahrelang nicht ändernden) Un-Sicherheits-Angaben beruhen, wird dies niemals besser. Sogar die seit zehn Jahren von fast keiner Bank mehr verwendeten Strichlisten waren sicherer.

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Klaus Zellweger
24.06.2019
Von mir aus könnte man all die Hotels zur Hölle schicken, die aus lauter Bequemlichkeit ihre sämtlichen Buchungen einer kartenfreudigen Bookingfirma übergeben haben! Das hat nichts mit Bequemlichkeit zu tun, sondern damit, dass die Hotels keine Wahl haben. Wer auf diesen Portalen nicht präsent ist, hört auf zu existieren.