Windows 10 S enthüllt: Angriff auf Chrome OS

Ein Betriebssystem erlaubt nur geprüfte Apps, Laptops sind richtig billig: Microsoft wandelt mit Windows 10 S und Surface Laptop auf den Spuren von Apple sowie Google.

von Mark Schröder 03.05.2017

Microsoft will mit neuen Windows-Produkten verloren geglaubte Kunden zurückgewinnen. Der Hersteller lancierte am Dienstag sowohl das Betriebssystem «Windows 10 S» als auch das Notebook «Surface Laptop». Hinzu kamen einige Anwendungen und Services für den Bildungssektor, darunter Administrationsprogramme und diverse Teamarbeits-Tools. Damit reagiert der Konzern auf den schwindenden Zuspruch unter Schülern, Studenten und Lehrkräften zu seinen Produkten – sowohl bei der Hardware als auch bei der Software.

Im Bildungssektor gewinnen Apple und Google immer mehr Käufer. Schülern genügt oftmals ein iPad (mit Tastatur) oder ein Chromebook. Laut der Marktforschungsfirma IDC waren insbesondere die Google-Laptops ein Grund für leicht steigende PC-Verkäufe im ersten Quartal des laufenden Jahres. Mit 60,3 Millionen Stück seien 0,6 Prozent mehr Geräte abgesetzt worden als vor einem Jahr. Damit war der Markt erstmals seit 2012 nicht mehr rückläufig, so IDC

Windows statt Chrome OS

Vom Geschäft mit Billig-Laptops will Microsoft nun ebenfalls profitieren: Das Betriebssystem Windows 10 S soll kostenfrei an Bildungseinrichtungen abgegeben werden (wenn sie eine Windows-Lizenz besitzen). Günstige Geräte wollen Acer, Asus, Dell, Fujitsu, HP, Samsung und Toshiba liefern. Microsofts Windows-Chef Terry Myerson wirbt mit Gerätepreisen unter 200 US-Dollar. Bei Schweizer Händlern gibt es Chomebooks für ähnlich kleines Geld.

Das Betriebssystem «Windows 10 S» akzeptiert nur Apps aus dem Windows Store Das Betriebssystem «Windows 10 S» akzeptiert nur Apps aus dem Windows Store Zoom© Microsoft

Die Betriebssystemvariante Windows 10 S ist nach den Worten von Myerson auf bestimmte Apps eingeschränkt: Installiert werden können ausschliesslich Anwendungen aus dem Windows Store. Der bietet bekanntlich nicht die Auswahl wie bei Apple und Google. Zum Arbeiten und Studieren soll es aber reichen, sagt Microsoft. Eine Spotify-App für die Pausenunterhaltung ist in Entwicklung, beruhigt der Konzern.

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