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5G in der Schweiz: Das müssen Sie wissen

Das 5G-Netz ist in aller Schweizer Munde. Hersteller und Anbieter bereiten sich darauf vor. Wir klären die wichtigsten Fakten zu 5G in der Schweiz.

von Florian Bodoky 14.02.2019

Frequenzen im Mobilfunknetz wurden vergeben, 5G-Pilotstädte (wie z.B. Burgdorf) wurden definiert, Hersteller kündigen Geräte mit 5G-Unterstützung an. Das Thema 5G ist derzeit ein extrem präsentes Thema. Aber wann kommt denn nun 5G? Was kann 5G? Wo ist der Unterschied zu 4G und wie siehts überhaupt gesundheitlich aus? Wir haben die wichtigsten Fragen erörtert.

1. Was ist 5G überhaupt?

5G kann stark vereinfacht als die nächste Generation des mobilen Internets bezeichnet werden. Es ist der Nachfolger von 4G, dem derzeit schnellsten (massentauglichen) Standard zur mobilen Datenübertragung. 5G soll 4G nun sowohl in Sachen Geschwindigkeit und vor allem Unterbruchssicherheit überflügeln. Selbst 4K-Content, etwa Filme, sollen auch bei weniger dichter Antennenabdeckung in Sekundenschnelle auf Geräte übertragen oder ruckelfrei gestreamt werden können. Fachleute sprechen von einer (sehr theoretischen) Maximalgeschwindigkeit von 10'000 Mbit/s. Bei LTE, sprich 4G, sprechen wir von 100 Mbit/s. Zudem ist der Energieverbrauch beim Übertragen von Daten geringer. In der Praxis plant Swisscom Geschwindigkeiten von bis zu 3000 Mbit/s. 

2. Wozu braucht es 5G?

Messungen in der Schweiz ergaben fast jedes Jahr eine Verdoppelung der mobilen Datennutzung im Vergleich zum Vorjahr. Die Kapazitäten der Mobilfunkantennen stossen an Grenzen. Unter anderem auch wegen Geräten, deren Internetfähigkeiten man vorher nicht in diesem Umfang vorausgesehen hat – hauptsächlich IoT, das Internet der Dinge. Darunter fallen auch grössere logistische Systeme oder autonome Fahrzeuge. Für das Handling dieser Datenmengen braucht es mehr Bandbreite und diese wiederum bessere Infrastruktur. 

3. Wann wird 5G eingeführt?

Im Umland grösserer Städte in der Schweiz gibt es bereits Testantennen, vor allem von Swisscom und Sunrise. Aber auch Salt hat den Testbetrieb schon aufgenommen. Swisscom will im laufenden, Sunrise im nächsten Jahr das 5G-Netz in insgesamt 60 Schweizer Städten in Betrieb nehmen. Salt will bereits diesen Sommer vorpreschen. Allerdings ist das noch alles andere als sicher, denn der Bau von Mobilfunkanlagen ist traditionell mit viel Administration verbunden – vor allem wegen zahlreicher Einsprachen (man nennt es auch scherzhaft das NIMBY-Prinzip – «not in my backyard», zu Deutsch: nicht in meinem Garten/Hinterhof). Die Schweiz hat zudem strenge Gesetze bezüglich Strahlengrenzwerte. Diese Grenzwerte werden nach einem Beschluss des Ständerates im März 2018 vorerst aber nicht gelockert. Die Revision der entsprechenden Verordnung tritt, sofern Parlament und Bundesrat das abnicken, diesen Sommer in Kraft. Die kürzlich abgehandelte Versteigerung der Frequenzblöcke unter den Schweizer Telkos ist also nur ein Teil der Geschichte.

4. Gibt es überhaupt 5G-Handys?

5G-Smartphones sind noch nicht wirklich verfügbar; und wenn, werden sie wohl erst im asiatischen Raum zu haben sein. Man geht in der Branche jedoch davon aus, dass die grosse 5G-Handy-Welle dieses Jahr anrollt. So blickt man beispielsweise gespannt auf den Launch des Galaxy S10 von Samsung, der am 20. Februar stattfindet. Auch das traditionell im Frühling vorgestellte Huawei-Flaggschiff oder das neue Smartphone von OnePlus könnten den 5G-Standard unterstützen.

5. Wie siehts gesundheitlich aus?

Aktuell ist unklar, ob Mobilfunkstrahlung einen Einfluss auf die Gesundheit hat, also beispielsweise karzinogen ist. Bei Tierversuchen will man einen derartigen Einfluss festgestellt haben, allerdings war die Intensität der Strahlung, dem die Laborratten dort ausgesetzt waren, X-fach so hoch, wie sie es im Alltag ist und auch mit 5G sein wird. Eine höhere Strahlung stellte man bei Smartphone selbst fest, besonders bei schlechter Verbindung, da die Verbindungsversuche des Geräts in diesem Fall vervielfacht werden. Dies spricht also eigentlich eher für 5G, da Verbindungen tendenziell stabiler sein werden. Zudem sind die Frequenzen bei der 5G-Technologie höher, was gemäss Experten einen weniger starken Einfluss auf den Körper hat. Allerdings wird dies noch genauer untersucht.


    Kommentare

    • Badkappenfrieda 14.02.2019, 11.48 Uhr

      Die richtig wichtigen Fragen bleiben unbeantwortet. Wird der Internetzugang ueber 5G weiterhin so verkrueppelt, wie bis jetzt? Also nur via Carrier Grade NAT und keine oeffentliche IPv4 Adresse? Bei diversen Anwendungen pufft CGNAT einfach nur drein. Wie siehts mit IPv6 aus? Wir schreiben unterdessen das Jahr 2019. Der IPv6 Standard ist inzwischen volljaehrig und damit stimmberechtigt! Up- und Download symmetrisch? Ach, was frag ich...

    • brosch 14.02.2019, 17.47 Uhr

      Die richtig wichtigen Fragen bleiben unbeantwortet. Wird der Internetzugang ueber 5G weiterhin so verkrueppelt, wie bis jetzt? Also nur via Carrier Grade NAT und keine oeffentliche IPv4 Adresse? Bei diversen Anwendungen pufft CGNAT einfach nur drein. Wie siehts mit IPv6 aus? Wir schreiben unterdessen das Jahr 2019. Der IPv6 Standard ist inzwischen volljaehrig und damit stimmberechtigt! Up- und Download symmetrisch? Ach, was frag ich... Das sind wohl eher Fragen für "NERDtipp.ch" A[...]

    • ost 14.02.2019, 17.59 Uhr

      Es dürfte müssig sein zu fragen ob 5G gesundheitsschädigend sein wird. Die Handy-Strahlungen sind seit Anbeginn alles andere als menschenkompatibel. Der Mensch als elektromagnetisches Wesen ist nun mal anders getaktet, das "schleggt kai Gaiss weg". Wer die vielen Strahlengeschädigten, resp. Elektrosensiblen einfach negiert, dem ist wahrhaftig nicht zu helfen. Schade, aber die Pharmaindustrie und die mit ihr verbandelte Schulmedizin freuts.

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