PostFinance krebst bei Analyse der Personendaten zurück

PostFinance-Kunden müssen nun doch nicht akzeptieren, dass ihr Zahlungsverkehr gegen ihren Willen ausgewertet wird.

von AWP 09.10.2014

Auf Druck des Eidgenössischen Datenschützers gewährt die PostFinance ihren Kunden die Wahlmöglichkeit, ob Personendaten zu Marketingzwecken analysiert werden. Konkret geht es um das ab Frühling 2015 geplante Schnäppchenportal der Post-Tochter. Bislang hatten Kunden keine Wahl: Sie mussten den neuen Geschäftsbedingungen bis zum 12. Oktober zustimmen und sich gleichzeitig an der Teilnahme am Portal verpflichten, um das E-Banking der PostFinance weiterhin nutzen zu können.

Nun hat der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte interveniert und eine kundenfreundliche Widerspruchsmöglichkeit erwirkt. Kunden können explizit auf die Analyse von Personendaten zu Werbezwecken und damit auf Angebote von Dritten verzichten, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Die PostFinance begründete den Verzicht mit dem «Unbehagen» seitens ihrer Kunden. «PostFinance nimmt diese Bedenken sehr ernst und will das Vertrauen ihrer Kundinnen und Kunden nicht aufs Spiel setzen», heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens.


    Kommentare

    • Nebuk 09.10.2014, 12.06 Uhr

      Da hat mir der nette Herr vorgestern also keinen Quatsch erzählt. :) Ich finde es einfach nur schade, dass die grossen Unternehmen einfach erst auf Druck von aussen einen Rückzug machen. Sowas sollte doch eigentlich selbstverständlich für ein Unternehmen (speziell bei einer Bank!) sein. Schon zu Beginn dieses Projektes hätten doch wenigstens einige Mitarbeiter Bedenken über die Tragweite dieser Analyse äussern müssen. Es handelt sich über eine extrem heikle und persönlichen Form von Daten [...]

    • gucky62 09.10.2014, 19.37 Uhr

      Dem kann ich nur zustimmen. Gerade diese Daten sind für Werbefirmen unermesslich wertvoll. Aber ebene diese Daten betreffen höchst sensible und vertrauliche Dinge. Es zeigt sich aber mal wieder, dass die Macht des Kunden sehr wohl vorhanden ist wenn der Kunde sich auch mal bequemt diese Macht zu nutzen. Sich sachlich udn deutlich zu beschweren lohnt sich doch immer wieder. Langfristig bleibe ich jedoch mal skeptisch. Die PF hat hier viel Vertrauen verspielt. Ich hoffe anderen Finanz-Dienstlei[...]

    • hpe05 09.10.2014, 19.45 Uhr

      Der grösste Fehler war der, dass Postfinance eine Banklizenz bekommen hat. Jetzt denken die wohl sie hätten einen Freibrief um so zu werden wie die anderen Durchschnittsbanken. Jetzt wollten sie meine Daten verkaufen - wie lange geht es wohl, bis Postfinance wie UBS und Co mein Geld an der Börse verzockt?

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