News 20.11.2014, 11:05 Uhr

Das weiss Google über Sie

Mit diesen Links finden Sie heraus, welche Daten Google über Sie gesammelt hat und wie Sie die Sammelwut ein wenig eindämmen können.
Google sammelt gerne und viel Daten. Der Konzern nutzt diese nicht nur zum Verbessern der eigenen Dienste, sondern verdient damit auch sein Geld. Beispielsweise durch gezielte Werbung. Was der Konzern weiss und überhaupt wissen darf, können Sie bis zu einem gewissen Grad mitbestimmen. Eine Übersicht über Ihre Daten bei Google gibt das Dashboard. Dort sehen Sie alle Ihre Google-Dienste, Geräte und Apps in einer Übersicht und können einstellen, welche Daten gesammelt werden. Neben dem Dashboard gibt es weitere nützliche Seiten, auf denen Sie Ihren Google-Fussabdruck überprüfen können. CloudFender hat eine Liste mit fünf dieser Seiten zusammengestellt.

1. Wer Sie sind

Auf dieser Seite sehen Sie, was Google über Ihre Person weiss und wie der Konzern das für Werbeeinblendungen interpretiert. Daten wie Geschlecht, Alter, Sprachen, Interessen und blockierte Werbekampagnen werden von Google ausgewertet und in ein Profil zusammengefasst. Diesem Profil entsprechend sehen Sie auf Google-Diensten und Webseiten mit Google-Werbung andere Werbeeinblendungen.
Die Werbeeinstellungen sind in zwei Abschnitte geteilt: Werbung auf Google und Werbung im Internet. Werbung auf Google zeigt Ihr Profil für Werbeeinblendungen innerhalb der Google-Seiten. Werbung im Internet zeigt Ihr Profil für Googles Werbedienste wie AdSense oder DoubleClick, die Werbung an dritte Seiten ausliefern. Sie können beide Profile deaktivieren. Klicken Sie dazu auf den Opt-out-Link am unteren Rand der Tabelle. Google wird daraufhin Ihre Daten nicht mehr für Werbezwecke verwenden.

2. Wo Sie sind und waren

Google-Dienste zeichnen genau auf, wo Sie sich befinden und speichern den Verlauf. Auf dieser Seite können Sie nachsehen, wo Sie in Ihrem Google-Leben schon waren. Je genauer Ihre Geräte aufzeichnen, desto genauer wird auch die Karte. Unter dem Kalender können Sie Ihre gesamte Historie oder einzelne Tage löschen. Google verwendet die Daten beispielsweise für Google Now, das ÖV-Verbindungen vorschlägt oder vor Staus warnt.

3. Wonach Sie suchen

Ob Kochrezept oder Porno: Google speichert alle Ihre Suchanfragen. Die gespeicherten Anfragen sollen für bessere Suchergebnisse sorgen, da wiederum Interessen ermittelt werden. Die Webhistorie lässt sich hier ein- und ausschalten.

4. Wer auf Ihr Konto zugreift

Google arbeitet mit diversen Diensten und Geräten zusammen. Diese benötigen Daten von Google, um zu funktionieren. Bestes Beispiel dafür ist Ihr Android-Smartphone, das ohne Google-Konto gar nicht erst funktioniert. Unter Kontoberechtigungen finden Sie alle Geräte und Dienste, die auf Ihr Google-Konto Zugriff haben, zusammen mit einer Angabe, welche Daten freigegeben wurden. Hier können Sie auch die Berechtigungen einzelner Geräte oder Dienste verweigern.

5. Alle Daten zum Download

Wenn Sie in aller Ruhe offline durchgehen möchten, was von Ihnen alles in Google-Diensten gespeichert ist, laden Sie doch Ihr komplettes Konto herunter. Von dieser Seite können Sie Ihre Daten entweder gezielt nach Dienst oder als Komplettpaket herunterladen.


Kommentare

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Desaster
20.11.2014
Sehr spannender Artikel. Vielen Dank dafür! Wie ich feststellen durfte, bin ich anscheinend nicht ein User wie Google es sich wünscht:-) Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich praktisch bei allen Google-Diensten nicht mit meinem Konto angemeldet bin. GPS schalte ich nur bei Bedarf über den Schnellzugriff an und bei den Google-Apps (insbesondere Chrome-Browser, Youtube, etc.) habe ich die Anmeldung und weitere Zugriffe auf Daten abgeschaltet. Ausserdem gibt es für die meisten Google-Dienste unterdessen gute Alternativen wie z.B. HERE für die Navigation (sogar mit kompletter Offline-Navi für die ganze Schweiz). Gmail brauche ich auch nicht für meinen Mailverkehr und die Kalenderverwaltung...

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aandima
21.11.2014
Das Wissen der Kraken Besten Dank für den aufschlussreichen Artikel. Es macht ja auch wieder deutlich wie wenig viele Menschen über die Kontrollfunktionen dieser Datenkraken Bescheid wissen. Man nutzt täglich Dienste zu deren Grundeinstellungen die meisten Nutzer nicht mal wissen dass sie existieren. Für mich kommt infolge des sehr mangelhaftem Datenschutz auf dem Internet öffentliches Sozial -Media wie google + und Facebook leider nach wie vor nicht in Frage, ebenso wenig wie Cloud Speicher. Daran sind diese Konzerne aber nicht alleine Schuld, auch Staaten mit ihren Geheimdiensten und miserablen real nicht existierendem Datenschutz haben einen schlechten Einfluss. Infolge der wie Pilze aus dem Boden geschossenen Datenspeicher auf dem Internet kommt es vermehrt zu Engpässen im Datenverkehr, aus meiner Sicht ist auch der Ausbau der Netzstrukturen noch nicht genügend entwickelt. Falls das Internet global nur noch verschlüsselten Datenverkehr erlaubt und strukturell besser ausgebaut wäre - überlege ich es mir vielleicht wieder.

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Pagnol
21.11.2014
Falls das Internet global nur noch verschlüsselten Datenverkehr erlaubt und strukturell besser ausgebaut wäre - überlege ich es mir vielleicht wieder. Bei allen, die über genügend Marktmacht verfügen, um sowas durchzusetzen und zu implementieren, besteht leider der Verdacht, dass sie mit staatlichen Institiutionen wie etwa der NSA kooperieren. Zumindest ausschliessen kann man es nicht. Also bringt die Verschlüsselung auch nicht allzuviel.

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flacocuchento
21.11.2014
Langsam Google zurückfahren. Ausgezeichneter Beitrag! Schon seit einiger Zeit fahre ich schrittweise die Google Dienste zurück. Um ehrlich zu sein, Google offeriert eben schon gute Produkte. Aber leider sind das wahre Datenstaubsauger.

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multi-os
22.11.2014
re Ach' von Google weiss man's wenigstens. Macht nichts besser, aber wer sich wirklich davon schützen will, weiss um soche Werkzeuge wie nun eben im Artikel vorgestellt. Andererseits empfiehlt man hier ja auch den Chrome Browser (siehe Artikel Programm Tool für Windows). Früher stand Microsoft in der Kritik, seit einigen Jahren halt Google. Aber schlimmer finde ich jene von denen man es nicht so richtig oder gar nicht weiss. Wer weiss denn schon was Programmherrsteller alles für Daten sammeln, welche Websiten gierig auf NutzerDaten sind. Man kann sich einigermassen gut schützen, finde ich. Das tut man aber nicht, indem man eben bedenkenlos irgendwelche Dienste nutzt. Soll gar Leute geben, die zu bequem sind, einn www. oder http(s):// in die Adresszeile einzutippen und sogar Google googlen . . . Und sich dann aber lauthals über Datensammelwut beschweren. Man kann auch Browser anpassen, so, dass zB auch keine Tracking Cookies zugelasen werden. Es braucht halt etwas Aufwand. Schlecht sieht's bei Smartphones/Tablets aus. Wer solche Gerätchen nutzt, muss auch bereit sein den Preis zu bezahlen den die Nutzung proprietärer Software nun mal hat. Die Internetnutzung gleicht im übertragenen Sinne mittlerweile auch den Vorkehrungen die man im Strassenverkehr oder Wohnung/Haus trifft. Man gurtet sich an, trifft die erforderlichen üblichen Massnahmen und fährt vorausschauend. Man schaut nach ob die Herdplatte ausgeschaltet ist, schliesst bei verlassen die Wohnungstüre ab und hat eine Hausratsversicherung. Die Konzerne aber auch Staaten wollen heute vom Internet in erster Linie profitieren. Die Computer sind funktional eierlegende Wollmilchsäue und Smartphones/Tablets sind auf Grund ihrer Mobilität nochmals "interessanter". Weil sie noch mehr preis geben. Weil für uns halt nochmals bequemer und damit allgegenwärtiger. Das Internet ist längst kein geschlossener, isolierter Bereich mehr wie einst. Sondern öffentlicher Raum in dem jeder auf sich schaut. Diese Bequemlichkeit hat nun mal ihren Preis.

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Ironfredy
22.11.2014
na ja vielleicht sollten sich die leute darüber Gedanken machen warum so dienste gratis sind mit 15 GB Postfach usw man bezahlt eben mit seinen daten, aber das scheint es vielen wert zu sein google ersetzt schleichend unser gedächtnis, warum was lernen wenn die lösung 3 klicks entfernt ist und man ist ja auch froh wenn man zielgerichtete werbung bekommt die einen vielleicht sogar interessiert und nicht Werbung für Produkte die man sowieso nicht will

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flacocuchento
24.11.2014
Soll gar Leute geben, die zu bequem sind, ein www. oder http(s):// in die Adresszeile einzutippen... Ich muss gestehen, dass ich das ab und zu auch mache. Danke für den Denkanstoss...

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Samus
26.11.2014
Ein Möglichkeit zur Einschränkung Da Google nur ein Problem unter vielen darstellt, bspw. das erwähnte DoubleClick, benutze ich die Erweiterung http switchboard (https://github.com/gorhill/httpswitchboard/wiki). Sie ähnelt NoScript, ist jedoch umfangreicher bzw. feiner einstellbar, weil sie unterschiedliche Elemente einer Webseite blockieren kann, wie Frames. Zurzeit ist sie für Opera und, ironischerweise, für Chrome erhältlich. Für das junge Alter ist sie sehr gut, aber eher für erfahrenere User gedacht, die sich für die Wahrung der Privatsphäre interessieren und ein wenig Aufwand nicht scheuen. Mir ist es nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut übergegangen, die benötigten Elemente zuzulassen und all die Werbenetzwerke und Co. per Standardeinstellung abzublocken. Ich empfehle sie demnach gerne allen, die ihre Privatsphäre zu einem gewissen Grad schützen wollen. Nebenbei konnte Panopticlick nur ein kleinen Teil der Informationen erheben, wobei teils durch http Switchboard falsche Daten untergejubelt wurden.

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Maxxxo
05.12.2014
Herzlichen Dank für die Information! Bei dieser Gelegenheit habe ich gerade die auf mich zugeschnittenen Anzeigen entfernt. Grüsse Markus Ich auch! Klasse!!