Sony mischt den Kameramarkt auf

Sony hat an der IFA die neuen QX100 und QX10 Objektivkameras vorgestellt. Die körperlosen Knipser könnten die Zukunft der Kompaktkameras revolutionieren.

von Luca Diggelmann 05.09.2013
Die Objektivkameras von Sony werden per Smartphone bedient Die Objektivkameras von Sony werden per Smartphone bedient Zoom Das besondere an Sonys neuen Objektivkameras ist die Bauweise, bei der die gesamte Kamera in das Objektiv eingebaut wird. Das Objektiv beinhaltet nicht nur die Linsen, sondern auch Sensor, Micro-SD-Slot und einen WLAN-Adapter. Gesteuert wird die Kamera über ein beliebiges Smartphone mit Sonys PlayMemories-App. Das Smartphone fungiert dabei als Display und Steuerungsgerät, während das Objektiv für den Rest zuständig ist. Sony präsentiert zu Beginn zwei Kameras: die günstige QX10 und die leistungsstarke, aber teurere QX100.

DSC-QX100

Die QX100 ist die grössere Variante der beiden Objektivkameras. Nicht nur äusserlich sondern auch im Inneren. Der leistungsstarke 20,2-Megapixel-Sensor mit einer Grösse von 1 Zoll ist der selbe wie in Sonys RX100 II Kompaktkamera. Bei der Linse setzt Sony weiter auf Carl Zeiss und verbaut eine Vario-Sonnar-Linse mit 3,6-fach-Zoom und einer maximalen Blendenöffnung von f/1.8 – 4.9. Am vorderen Rand der QX100 befindet sich zudem ein manueller Kontrollring, der sowohl Zoom als auch den Fokus steuern kann.

Kontrolliert wird die QX100 über die Sony PlayMemories App, welche neben der vielen Auto-Funktionen auch die Modi P (Program Auto) und A (Aperture Priority) beherrscht.

Die QX100 bietet Leistung auf Niveau RX100 II Die QX100 bietet Leistung auf Niveau RX100 II Zoom

DSC-QX10

Das kleinere Modell der beiden Objektivkameras setzt auf Tragbarkeit. Trotz seiner kleinen Grösse und der speziellen Bauweise ist ein starker 18,2-Megapixel-Sensor verbaut. Die Sensorgrösse von 1/2.3 Zoll ist zwar nicht so gross wie bei der QX100, dafür bietet die QX10 mit seiner zehnfachen Vergrösserung deutlich mehr optischen Zoom. Verzichten muss man bei der QX10 aber auch bei der Blendenöffnung. Die knackigen f/1,8 – 4,9 der QX100 rücken in weite Ferne und werden beim kleineren Modell durch f/3,3 – 5,9 ersetzt.

Auch auf einige manuelle Einstellungen muss die QX10 verzichten. So fehlt einerseits der Kontrollring, als auch der A-Modus.

Verschiedene Anspruchsgruppen

Die QX100 richtet sich an eine deutlich anspruchsvollere Kundschaft. Mit einigen manuellen Einstellungsmöglichkeiten und einem leistungsstarken Sensor bietet das grössere Modell viel Freiheit für relativ wenig Geld und Stauraum. Ob die Objektivkamera aber noch portable genug ist, steht in Frage. Dem entgegengesetzt ist die QX10 eine typische Kamera für Gelegenheitsknipser. Die Megapixel werden hoch gehalten, wahrscheinlich auf Kosten der Linsenqualität, und der Zoom-Level steigt. Dazu ist die QX10 klein, leicht und sehr portable. Mit etwas mehr als 100 Gramm Gewicht ist sie zudem hosentaschentauglich.

Die QX10 ist kleiner und portabler als die QX100 Die QX10 ist kleiner und portabler als die QX100 Zoom

Gemeinsamkeiten

Beide Kameras verfügen über einen optischen Bildstabilisator und verbinden sich mit einem Smartphone zur Steuerung. Verbunden werden die Geräte per WLAN oder, bei unterstützten Smartphones, NFC. Mit einem mitgelieferten Adapter lassen sich die Kameras direkt an ein Smartphone anbringen, sie können aber auch frei von der Hand weg benutzt werden.

Beide Modelle sind ab Mitte September erhältlich. Die QX10 kostet rund 250 Franken, die QX100 rund 500 Franken.


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