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Einfluss von Social Media auf Meinungsbildung in der Schweiz überschaubar

Das Bakom hat für den Medienmonitor Schweiz erstmals auch Social Media berücksichtigt. Die Studie zeigt, dass der Einfluss insgesamt überschaubar ist, aber je nach Sprachregion variiert.

von Claudia Maag 23.01.2020

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat mit dem Medienmonitor Schweiz 2018 erneut die Leistungen der Medien für die Meinungsbildung in der Schweiz analysiert. Bei der jährlichen Studie wurde erstmals auch der Einfluss von Social Media auf die Meinungsbildung hochgerechnet.

Im Bericht kommt das Bakom zum Schluss, dass es aufgrund der Resultate keine dringenden Alarmzeichen dafür gebe, dass soziale Netzwerke – Faebook, YouTube, Insta oder Twitter – «auf absehbare Zeit die Meinungsmachtstrukturen und damit das Mediensystem grundlegend in Frage stellen würden».

Der Einfluss von Social Media auf die Meinungsbildung in der Schweiz ist im Vergleich zu anderen Medien wie TV, Radio, Online und Print gesamtschweizerisch noch überschaubar ist (11 %). Im Vergleich zum Vorjahr hat der Wert gar um einen Prozentpunkt abgenommen (2017: 12 %).

Gesamtschweizerisch ist der Einfluss bescheiden, in der Französischen Schweiz haben sie mehr Einfluss als Onlinemedien Gesamtschweizerisch ist der Einfluss bescheiden, in der Französischen Schweiz haben sie mehr Einfluss als Onlinemedien Zoom© Bakom

Etwas anders sieht es in der Französichen Schweiz aus, da besetzen Social Media immerhin 16 % der sprachregionalen Meinungsmacht und haben somit mehr Einfluss als Onlinemedien (14 %) und nur minimal weniger als Print (18 %). In der Italienischen Schweiz sind Social Media mit 13 % Einfluss am schwächsten und wurden 2018 von Online überholt. 

Top 15 der Meinungsmacht inklusive Social-Media-Marken für die Schweiz und nach Sprachregion Top 15 der Meinungsmacht inklusive Social-Media-Marken für die Schweiz und nach Sprachregion Zoom© Bakom

Facebook und YouTube liegen schweizweit beinahe gleichauf (Platz 4 und 5) und liegen hinter «20 Minuten», SRF 1 und Radio SRF 1. Instagram positioniert sich auf Platz 10.


    Kommentare

    • starfish 23.01.2020, 14.40 Uhr

      Leider gibts bei der Studie keine Info betr. Einfluss auf die Wählermobilisierung bei Abstimmungen und Wahlen. Genau dieser Aspekt wäre aber äusserst interessant, insbesondere wenn noch eine Zuordnung zu den politischen Parteien ersichtlich wäre. Transparenz ist nicht nur bei den Parteispenden wünschenswert.

    • Goeoenkzwei 23.01.2020, 15.38 Uhr

      Natürlich, die direkte Beachtung von Social Media könnte höher sein, man vergleiche z.B. mit lateinischen Ländern. Aber wenn man als Politiker/in, Partei oder Organisation über "Soziale Medien" um die 15 % der Bevölkerung DIREKT, das heisst ohne Umweg über Medien, ansprechen kann, ist das viel wert! Der Wert der direkten Ansprache wird dabei sehr oft von den Medien vervielfacht, da diese häufig die Aussagen aus den Sozialen Medien zitieren. So wird dann aus den eher bescheidenen 15 % eine we[...]

    • karnickel 25.01.2020, 09.27 Uhr

      Die Studie scheint die Menge an Postings herzunehmen, um daraus die schlecht messbare Grösse der Einflussnahme festzulegen. Vielleicht plappern unsere Westschweizer Landsleute einfach viel, lassen sich dabei unter Umständen gar nicht so sehr beeinflussen. Demgegenüber könnten Deutschweizerinnen und Deutschschweizer sich eher auf Grund weniger Beiträge in diesen Medien schon sehr früh für die eine Seite der Darstellung entscheiden und dabei bleiben. Beides muss nun natürlich überhaupt nicht[...]

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