Onlineshops umgehen Mehrwertsteuer-Pflicht: Jetzt wird durchgegriffen

Onlinegiganten wie AliExpress oder Wish umgehen geschickt die bereits in Kraft getretene Mehrwertsteuer-Pflicht. Nun kommt eine neue Regelung.

von Florian Bodoky 18.03.2019

Seit Anfang Januar gilt in der Schweiz eine Verordnung, die besagt, dass ausländische Onlineshops bereits bei Kleinstsendungen die Mehrwertsteuer zu entrichten haben. Dies, sobald der Umsatz des besagten Shops 100'000 Franken im Jahr übersteigt. Zuvor gab es noch Freigrenzen, die beim Normalsatz von 7,7 Prozent bei 65 Franken, beim reduzierten Satz (2,5 Prozent) bei 200 Franken endeten. Die neuen Regelungen scheinen Grossshops, wie etwa AliExpress oder Wish aus China, jedoch nicht zu beeindrucken – bislang tauchen die beiden Shops nicht auf der Liste der steuerpflichtigen Versandhändler auf. Anders als beispielsweise Amazon, das die Lieferungen in die Schweiz gleich eingestellt hat.

Nun sollen Massnahmen ergriffen werden: Der Nationalrat hat eine Motion an den Bundesrat überwiesen, die verhindern soll, dass die Mehrwertsteuer-Regelung umgangen werden kann. Der Ständerat, der Bundesrat sowie die zuständige Kommission haben diese Pläne bereits gutgeheissen. Nun soll der Bundesrat entsprechende Massnahmen treffen. Welche das sein sollen, ist aber noch nicht klar. So steht z.B. eine Registrierungspflicht zur Debatte oder eine Pauschalgebühr. Aber auch andere Massnahmen seien möglich. Dies würde sich dann vermutlich auch auf die Preise auswirken, da man davon ausgehen kann, dass die Anbieter aus Fernost anfallende Gebühren auf die Kundschaft abwälzen werden. 

Wie ist das möglich?

Wie kann es sein, dass sich AliExpress und Co. aus der Affäre ziehen? Aktuell gelten die Händler rechtlich nur als Vermittler, die teilweise die Logistik übernehmen – aber nicht als Verkäufer. Die effektiven Verkäufer sind Tausende von Firmen, die oftmals falsche Warenwerte deklarieren.


    Kommentare

    • balu78 18.03.2019, 15.23 Uhr

      Das ist wieder super für die Schweizer hochpreis Insel! Anstelle, den Schweizer Geschäften den Admin Kram zu verringern, damit diese mit den Preisen mithalten können, schaut man lieber, dass mehr Geld in die Staatskassen Fliesen. Und leider verliert wieder der Konsument! Jetzt muss man halt ein Postfach an der Grenze eröffnen und alles so einführen!

    • montag 18.03.2019, 15.49 Uhr

      Kürzlich hatte ich bei AliExpress eine Jacke gekauft für umgerechnet CHF 53.- Bei der Post musste ich bei Lieferung rund CHF 47.- für MWST und andere Gebüren bezahlen. Aus dem vermeintlichen Schnäppchen waren ausser Spesen nichts gewesen, da die Jacke weit von den Massangaben entfernt und viel zu klein war. Der Verkäufer in China sagte, dass er alles richtig gemacht habe... In Zukunft wird wieder vor Ort im Laden eingekauft, was ich allen wärmstens empfehlen kann.

    • algo 18.03.2019, 20.17 Uhr

      ".... Anders als beispielsweise Amazon, das die Lieferungen in die Schweiz gleich eingestellt hat ..." Schutz der Hochpreisstrategie für CH-Händler ist wohl Ziel dieser administrativen Vergraulungsstrategie: Ali Baba, Ebay, Amazon etc. sollen das Interesse verlieren Kleinartikel für den Schweizer Markt anzubieten. Verlierer wird der CH-Konsument der dann gezwungen wird Handyhüllen, Knopfzellen, Akkus, Ladegeräte, Adapter und vieles andere mehr zu oft 10-fach überteuerten Preisen beim CH-H[...]

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