SNB-Entscheid senkt Preise für Unterhaltungselektronik

Der Eurokurs wurde von der Nationalbank freigegeben. Das hat auch Auswirkungen auf die Preise der Unterhaltungselektronik - diese werden fallen.

von Marcel Hauri 15.01.2015 (Letztes Update: 15.01.2015)

Die Meldung schlug ein wie eine Bombe: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hebt den Mindestkurs gegenüber dem Euro auf. An den Aktien und Devisenmärkten kam es enstprechend zu grossen Turbulenzen. Der Euro-Franken-Kurs sackte kurzzeitig auf 86 Rappen, im Moment kostet 1 Euro knapp mehr als 1 Franken - praktisch Parität. Auch der Dollar-Kurs brach um 13% ein, ein Greenback kostet im Moment 88 Rappen. Für Thomas Jordan, Präsident der SNB ist der momentane Frankenkurs klar überbewertet, wann sich die Märkte wieder normalisieren, konnte aber auch Jordan nicht sagen. Klar ist: der aktuelle Kurs bringt die Schweizer Online-Händler in Bedrängnis, Einkaufen im Euro-Land ist aktuell so billig wie nie.

Vor allem bei den Online-Anbietern von Heim- und Unterhaltungselektronik, die ihre Produkte günstiger Anbieten konnten als ihre europäischen Konkurrenten, schmolz heute der Preisvorteil dahin wie der Schnee in der Sonne.

Beispiel: Der Router ASUS RT-AC68U kostet bei Digitec Fr. 178.--. Bei Alternate.de wird der Router für Euro 169.-- angeboten. Beim momentanen Kurs knapp billiger. Die Lieferung ist aber nicht einberechnet. Es ist durchaus möglich, dass es günstigere Angebote auf dem deutschen Markt gibt. Doch dieses Preisgefüge wird nur von kurzer Dauer sein.

E-Commerce-Experte: Preise werden rutschen

Für Malte Polzin, Ex-CEO von Brack.ch und inzwischen als E-Commerce-Berater tätig, ist klar, dass die Preise von Unterhaltungselektronik in der Schweiz sinken werden. «Die Shops kaufen ihre Ware in Euro und Dollar ein, da wird es früher oder später einen Preisrutsch geben» sagt er gegenüber PCtipp. Ausschlaggebend sei natürlich der Lagerbestand der Shops, aber grundsätzlich rechnet Polzin damit, dass es in den nächsten Wochen oder Tagen zu Preisabschlägen kommen wird. Dann wäre der bis anhin geltende Preisvorteil bei der Unterhaltungselektronik gegenüber Euroland wieder hergestellt.

PCP.ch passt Preise bereits morgen an

Der Online-Shop PCP.com teilt dem PCtipp mit, dass er dank den drei Ländergesellschaften in der Schweiz, Deutschland und Österreich die Einkäufe täglich zwischen den Standorten verschiebt. Daher sei er in der Lage, schon ab Freitag die Preise entsprechend anzupassen. «Die Kunden von PCP.ch werden ab Freitag in den Genuss von angepassten Preisen kommen» teilt Mirco Helbling, Leiter Marketing von PCP.com mit.

Warten auf Reaktion bei Brack.ch & Digitec.ch

Bei den grossen Online-Detaillisten der Schweiz, Brack.ch und Digitec gibt man sich im Moment noch zugeknöpft. Immerhin liess Pressesprecher Daniel Rei von Brack.ch durchblicken, dass nach dem Entscheid der SNB eine ausserplanmässige Informationssitzung für die Einkäufer einberufen wurde. Was das für das Preisgefüge bei den Angeboten bedeutet, wollte oder konnte Rei nicht sagen. Auch Digitec verzichtete darauf, den Entscheid der SNB zu kommentieren. «Fürs Erste möchten wir abwarten, bis sich der Kurs wieder etwas stabilisiert und einpendelt. Bis dahin ziehen wir keine voreiligen Schlüsse.» lässt Sprecherin Stefanie Hynek von Digitec mitteilen.

Mittelfristig wird sich der Euro-Franken-Kurs vermutlich bei Fr. 1.10 pro Euro einpendeln. Dieser Preis wurde von Marktteilnehmern immer wieder als fair bezeichnet. Doch genau sagen kann das niemand. Was sicher ist: Der Entscheid der Nationalbank wird Auswirkungen auf das Einkaufverhalten der Schweizer haben. Denn Produkte aus dem Euro-Land sind heute nochmals rund 15% günstiger geworden.


    Kommentare

    • sibirjak1 15.01.2015, 21.43 Uhr

      Aufhören mit dieser Panikmacherei und Pfennigfuchserei!!!

    • slup 15.01.2015, 22.03 Uhr

      Aufhören mit dieser Panikmacherei und Pfennigfuchserei!!! Zitat aus Artikel: ...ist klar, dass die Preise von Unterhaltungselektronik in der Schweiz sinken werden. ... dass es in den nächsten Wochen oder Tagen zu Preisabschlägen kommen wird. Dann wäre der bis anhin geltende Preisvorteil bei der Unterhaltungselektronik gegenüber Euroland wieder hergestellt. . Panik vor was? Dass es bei uns billiger wird? Und bitte nicht schreien.

    • Maxtech 16.01.2015, 17.51 Uhr

      Das betrifft sowieso nur Waren aus dem EU Raum. Waren aus Fernost werden in US $ abgerechnet. Der Dollar ist wieder gleich teuer wie im Sommer 2014. Sicher gibt es Schnäpchenjäger die wegen ein paar Cents ins Ausland fahren und mit den Fahrkosten es wieder wett machen. Das sind aber nicht die treuen PCTIPP Leser. Diese kaufen in DE oder AT Zeitschriften die jetzt auch 20% günstiger sind. Trotzdem kommt es mir nicht in den Sinn Zeitschriften im Ausland zu kaufen. Ein anderer Aspekt ist schw[...]

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