Weiss Google auch, was wir offline kaufen?

Anscheinend hat Google Transaktionsdaten von Mastercard erworben. Laut Bloomberg soll der Konzern unsere Geschäftseinkäufe mit unserem Onlineshopping verknüpfen können. Mastercard bestreitet dies.

von Claudia Maag 04.09.2018

Google hat von Mastercard Transaktionsdaten gekauft. Gemäss Bloomberg die «perfekte Methode, um Online-Anzeigen mit Einkäufen im Laden zu verknüpfen».

Im vergangenen Jahr hatten offenbar einige Google-Werbekunden Zugang zu einem neuen Tool. Damit hätten sie verfolgen können, ob die von ihnen online geschalteten Anzeigen zu einem Verkauf in einem physischen Geschäft in den USA geführt haben. Wie viel Google für die Daten bezahlt hat, weiss Bloomberg nicht, allerdings liegt die Schätzung bei Millionen von Dollar.

Dies dürfte viele Mastercard-Inhaber überraschen. Denn die beiden Unternehmen haben die Öffentlichkeit anscheinend nicht über die Vereinbarung informiert. Zudem erwarten Kunden eher nicht, dass etwas, was sie im Geschäft kaufen mit ihren Online-Einkäufen verknüpft wird, wie im Artikel eine Vertreterin eines Informationszentrums für elektronische Privatsphäre, erklärt.

Keine individuellen Transaktions- oder Personendaten

Mastercard bestreitet den Deal auf Anfrage. Denn: «Die Grundlage, auf Basis derer berichtet wurde, ist falsch», schreibt eine Sprecherin. So, wie das Mastercard-Netzwerk funktioniere, kenne man nicht einzelne Artikel, die ein Verbraucher in einem physischen oder digitalen Warenkorb kaufe. «Es werden keine individuellen Transaktions- oder Personendaten zur Verfügung gestellt.» 

Auf die Frage, warum die Öffentlichkeit nicht informiert wurde, heisst es: «Mastercard verkauft keine Kundendaten, sondern stellt seinen Händlern Trends zur Verfügung, die auf aggregierten und anonymisierten Daten basieren, wie z.B. der durchschnittlichen Ticketgrösse und dem Verkaufsvolumen des Händlers. Mastercard biete keine Einblicke, die die Werbewirkung einzelner Konsumenten verfolge, aufbereite oder gar messe. Der im Bloomberg-Artikel beschriebene Kauf der anonymisierten und aggregierten Daten beziehe sich nur auf die USA.

Sind auch Schweizerinnen und Schweizer betroffen?

Laut der Mastercard-Sprecherin sind Schweizer Konsumenten nicht betroffen. Konsumenten könnten zudem entscheiden und einstellen, ob anonymisierte Daten zum Zweck von anonymisierten Datenanalysen erhoben werden dürfen oder nicht. Diese Einstellungen können Sie unter diesem Link vornehmen.


    Kommentare

    Keine Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.