Alexa verdirbt den Charakter

Alexa, Siri oder der Google Assistent sorgen für schlechte Manieren bei Kindern. Zu diesem Schluss kommt eine britische Studie.

von pte (Pressetext) ,Florian Bodoky, Sabrina Manzey 05.02.2018
Assistenten verursachen schlechte Manieren Assistenten verursachen schlechte Manieren Zoom Sprachassistenten wie Alexa (Amazon), Siri (Apple) oder Google Assistant gewöhnen Kindern gute Manieren ab. Zu diesem überraschenden Fazit kommt eine aktuelle Untersuchung der Childwise Agency in Grossbritannien. Danach nutzen bereits 42 Prozent der Schulkinder zwischen neun und 16 Jahren Sprachassistenten zum Erledigen ihrer Hausaufgaben. Da Anweisungen ohne Höflichkeitswörter wie Bitte oder Danke ausgeführt werden, fürchten Experten das Ausbleiben wichtiger Umgangsformen im zwischenmenschlichen Alltag.

Eltern sollten Vorbilder sein

«Mach' dies, mach' das – jeder kann dabei so aggressiv oder unhöflich sprechen, wie er will. Und das alles ohne irgendwelche Konsequenzen», kritisiert Studienautor Simon Leggett. Jüngere Kinder nutzen der Studie zufolge Sprachassistenten wesentlich intensiver als ältere. «Werden sich Kinder nun daran gewöhnen, einem digitalen Assistenten zu sagen, was immer sie wollen?», fragt Leggett. Problematisch ist den Forschern zufolge, dass das Reden mit Sprachassistenten keine Manieren erfordert und die Geräte auch keine erzieherischen Massnahmen treffen.

«Eltern müssen höflich mit den Geräten reden, um ihren Kindern ein Beispiel zu sein», betont Janet Read von der University of Central Lancashire. «Wenn die Eltern etwa Danke, Google Home sagen, sobald sie mit der Kommunikation fertig sind, sagt das Kind das dann auch. Wenn man dem Gerät personalisierte Eigenschaften gibt, werden kleine Kinder mit ihm sprechen, als wäre es eine Person. Wenn man jedoch in einem Haushalt lebt, in dem Eltern unhöflich zu den Geräten sind, dann werden ihre Kinder das auch sein», so Read.

Gerät an Kinder anpassen

Dem Forscher nach sollten künftige Versionen der Geräte anpassbare Optionen haben, sodass Familien Bedingungen, wie beispielsweise ein höfliches Bitte, festlegen können, um eine Antwort zu erhalten. «Familien sollten entscheiden, wie sie das Gerät in ihrem Zuhause ansprechen und es vielleicht für verschiedene Personen des Haushalts anpassen», schlägt Read vor. «Das Wichtigste, was Kinder verstehen sollten, ist: Sprachassistenten sind keine Menschen, sondern Roboter. Sie müssen auf spezifische Weise mit ihnen sprechen, damit sie verstanden werden. Es ist sehr wichtig, das Wesen dessen, was Technologie ist, ebenso zu verstehen», resümiert Andrew Manches von der University of Edinburgh.


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