Die Kamera im Abziehbildli

Das Schweizer CSEM hat die weltweit erste vollautonome Kamera angekündigt, die in einem Aufkleber oder einem Magnet integriert ist.

von Jens Stark 07.11.2018

Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique (CSEM) hat die weltweit erste vollautonome Kamera entwickelt, die wie ein Aufkleber eingesetzt werden kann. Damit werden einerseits neue Möglichkeiten für die Überwachung eröffnet. Andererseits dürfte die Technik für den Einsatz als Sensoren des Internet der Dinge (Internet of Things; IoT) Verwendung finden.

Die CSEM-Kamera und die zugehörigen Sonnenkollektoren haben in einem Sticker Platz Die CSEM-Kamera und die zugehörigen Sonnenkollektoren haben in einem Sticker Platz Zoom© CSEM

Die Kamera «Witness» ist solarbetrieben, wobei die Photovoltaikzelle Teil des Aufklebers ist, und umfasst einen speziell entworfenen CMOS-Bildsensor, der weniger als 700 μW verbraucht. Derzeit schiesst der CSEM-Witness im Videomodus 10 Bilder pro Sekunde, und zwar mit einer Auflösung von 320 × 320 Pixeln. Der Prototyp hat eine Grösse von 80 × 80 Millimetern. Daneben lassen sich Einzelbilder schiessen. Den «Auslöser» betätigt dabei eine eingebaute Software. Diese erkennt Aktivitäten vor der Linse und setzt die Kamera automatisch in Betrieb.

«Die Einsatzmöglichkeiten reichen von unbeaufsichtigter Überwachung und Kamerafallen bis hin zu Tierbeobachtungen», erklärt Alain-Serge Porret, VP Integrated and Wireless Systems bei CSEM. «Unser Ziel ist es, autonome Geräte mit niedrigem Energieverbrauch zu liefern, die Intelligenz und Effizienz vereinen.»

Das CSEM plant denn auch, die Kamera weiterzuentwickeln. Zukünftige Versionen werden eine Auflösung in VGA-Qualität und integrierte Gesichtserkennung beinhalten.


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