News 12.06.2018, 09:31 Uhr

Schweizer verbessern ihren Datenschutz, aber ...

Schweizer Internetnutzer kümmern sich aktiver um den Schutz ihrer Daten als auch schon. Fast die Hälfte trifft allerdings keinerlei Massnahmen. Welche Massnahmen fehlen?
Schweizerinnen und Schweizer kümmern sich aktiver um den Schutz der eigenen Privatsphäre als Deutsche. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des IT-Security-Spezialisten Eset. Die Firma hat über 500 Internetnutzer in beiden Ländern nach ihren Gepflogenheiten in Sachen Verschlüsselung und Datensicherung befragt.
Gemäss der Studie sind rund 41 Prozent der Schweizer User Verschlüsselungsmuffel und kryptieren ihre Daten wenig oder gar nicht. Der Prozentanteil ist allerdings unter den deutschen Anwendern mit 54 Prozent höher.
Schweizer User verschlüsseln ihre Daten häufiger als die Anwender in Deutschland
Quelle: YouGov für Eset
Besonders nachlässig in Sachen Verschlüsselung sind in der Schweiz die 45- bis 54-Jährigen: Hier kryptieren 46 Prozent nur wenig oder nichts. Bei den Digital Natives (18 bis 24 Jahre) sowie den 25- bis 34-Jährigen sind es nur rund ein Drittel. «Es ist gut, dass die Jüngeren das Thema ernster nehmen. Generell zeigt sich ein gutes Datenschutzbewusstsein in der Schweiz. Aber auch hier machen es zwei Fünftel der Befragten Cyberkriminellen gefährlich leicht», kommentiert Thomas Uhlemann, Security-Specialist bei Eset das Untersuchungsergebnis.

Berufstätige schludern

Bei der Betrachtung der Berufsgruppen zeigen sich beträchtliche Defizite in Sachen Datenschutz: So verschlüsseln nur 37 Prozent der Angestellten einen Grossteil ihrer Daten. Bei Freiberuflern und Selbstständigen zeigt sich auch viel Nachholbedarf: 26 Prozent verschlüsseln nur einen geringen Teil, 20 Prozent gar nicht. Das sei gefährlich, weil dann private Fotos, Rechnungen, Kontoauszüge oder Röntgenaufnahmen unverschlüsselt auf Datenträgern oder in der Cloud lagern und damit schlechter gegen Angriffe geschützt seien, schreibt Eset.
Wie viele Ihrer privaten digitalen Daten verschlüsseln Sie?
Quelle: Eset
Besonders gefährlich sei dies aber bei Freiberuflern und Selbstständigen: Denn mit Blick auf die Regelungen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung könnten sie belangt werden, wenn sie Daten von Kunden aus der EU nicht durch Verschlüsselung schützen. In diesen Fällen greifen die harschen Strafen auch für Schweizer Unternehmer. 

E-Mails und Festplatten am ehesten verschlüsselt

Die Daten, bei denen Verschlüsselung den Befragten am wichtigsten erscheint, sind E-Mails (53 Prozent), gefolgt von Festplatten und Inhalten in Cloud-Diensten. Backups fallen dagegen ab (36 Prozent). 
«Die E-Mail-Kommunikation zu schützen, ist wichtig. Aber Nutzer sollten unbedingt auch Inhalte in Cloud-Diensten, Backups und auf Festplatten verschlüsseln», sagt Uhlemann. «Ist der Datensatz so geschützt, können Cyberkriminelle nicht mehr darauf zugreifen und Daten kompromittieren. Natürlich ist sichere Kommunikation wichtig – aber Nutzer nehmen viel mehr Schaden, wenn ihre gesamten Daten in falsche Hände geraten», meint der Experte weiter.



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