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Smarte Lautsprecher werden zu Cyberwaffen

Smarte, drahtlose Lautsprecher lassen sich kapern und dazu bringen, unangenehme bis schädliche Töne von sich zu geben.

von Jens Stark 24.08.2019

Wer nach all den Enthüllungen, dass Mitarbeiter von Herstellern von drahtlosen Lautsprechern Konversationen um den Küchentisch oder im Wohnzimmer mithören, mit einem gewissen Argwohn auf seinen Amazon Echo, Apple HomePod oder Google Home Mini blickt, dürfte es spätestens jetzt mit der Angst bekommen. Denn an der Hacker-Konferenz Defcon hat IT-Security-Spezialist Matt Wixey von PricewaterhouseCoopers aufgezeigt, dass die heimischen, via WLAN oder Bluetooth verbundenen, smarte Lautsprecher in regelrechte Lärmwaffen verwandelt werden können.

Gemäss einem Bericht der BBC demonstrierte Wixey an dem Event, wie drahtlose Lautsprecher und Kopfhörer sowie Smartphones und Laptops (Produktenamen wurden nicht genannt) gekapert werden können. In der Folge sei es möglich, so Wixey, Töne auf diesen auszugeben, die «physische Schäden erzeugen, Personen belästigen oder grössere Organisationen auf den Kopf stellen» könnten.

Der Security-Forscher begann seine Demo, indem er nach WLAN- und Bluetooth-Verbindungen zu verwundbaren Lautsprechern suchte. Waren die Opfer-Systeme einmal ausgemacht, installierte Wixey Malware, die sein Team geschrieben hatte. Danach liess er die Geräte potenziell schädliche Töne abspielen. Neben hörbarem und störendem Lärm lassen sich auch vom menschlichen Ohr nicht wahrnehmbare, aber dennoch schädliche, Frequenzen wiedergeben.

Ein Hacker könnte also verschiedene Störfrequenzen auf dem entfernten Lautsprecher ausgeben. Einerseits könnten diese mögliche Zuhörer nur irritieren. Andererseits wäre es auch möglich, dass ein böswilliger Angreifer seine Opfer auch verwirren oder gar ihr Gehör schädigen könnte.

Gemäss Wixey lassen sich nicht nur privat genutzte Geräte angreifen. Gegenüber der Zeitschrift Wired meinte er, dass im Grunde auch die Lautsprecheranlage in Stadien oder in Einkaufszentren von Cyberkriminellen hackbar seien und in auditive Cyberwaffen verwandelt werden könnten.


    Kommentare

    • karnickel 27.08.2019, 09.34 Uhr

      Das gab es doch in den Siebzigerjahren schon: Satanische Botschaften über Schallplatten. Und obendrauf gesetzt: Botschaften auf Schallplatten beim Rückwärtsabspielen. :) Das waren noch Zeiten, nicht?

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