News 02.09.2008, 10:39 Uhr

Aus «gratis» wurden 6600 Franken

Sunrise lockte im August neue T@ke-Away-Kunden mit drei geschenkten Surfmonaten. Eine PCtipp-Leserin hat dieser Tage ihre erste Internetabrechnung bekommen: 6600 Franken – fast hätte sie der Schlag getroffen. Der PCtipp hat nachgehakt und Sunrise zeigt sich kulant.
Die erste Rechnung von Frau U. (T@ke Away Broadband, Grundgebühr: 49 Franken/Monat, 2 GB inklusive, pro weiterem MB 50 Rappen) umfasst fünf Seiten, auf denen es vor Zahlen nur so wimmelt. In vier Monaten soll Sie rund 6600 Franken regelrecht versurft haben. Wie konnte das passieren? Gibt es denn keine Warnung oder ein Datenlimit, damit einen die Internetrechnung nicht in den Ruin treibt? Und wie kommt Frau U. jetzt aus dieser fiesen Internetfalle wieder heraus? Fragen über Fragen, die PCtipp dem Telekomunternehmen gestellt hat. Sunrise war kooperativ und hat prompt reagiert:
«Das Broadband-Variante des T@ke-Away-Abos kennt keine Volumensbegrenzung. Ein Limit lässt sich auch nicht einrichten.»
Die Verantwortung bleibt also klar beim Kunden: Informieren Sie sich über die genauen Kosten. Wie der oben geschilderte Fall zeigt, kann das «konsumierte» Datenvolumen extrem zu Buche schlagen. Unterschreiben Sie auf keinen Fall irgendeinen Vertrag, sondern lesen Sie jede einzelne Zeile – selbst, wenn sie klein gedruckt ist.
Hat Sunrise Tipps auf Lager, um derartige Datenvolumensfallen zu vermeiden? Das Telekomunternehmen empfiehlt das jüngste Aboangebot T@ke Away max, das unlimitiertes Surfen zum monatlichen Fixpreis von 49 Franken ermöglicht. Laut Sunrise entspricht das alte T@ke-Away-Abo nicht mehr dem aktuellen Kundenbedürfnis. Es wurde aus dem Angebot gekippt.
Sunrise zeigt sich kulant
Davon profitiert jetzt auch Frau U. Sunrise war kulant und erlies der IV-Rentnerin die horrenden Unsummen. Rückwirkend wurde ihr Abo in T@ke Away max verwandelt. Lediglich die monatliche Gebühr von 49 Franken wird ihr in Rechnung gestellt.
Daher: Sollten sich Probleme ergeben, so suchen Sie in jedem Fall das persönliche Gespräch mit Ihrem Telekomanbieter – nicht per Mail oder Telefon, sondern im Shop selbst. Laut Sunrise-Sprecher Konrad Stokar lässt sich «gemeinsam eine Lösung finden». Die Realität im Fall von Frau U. hat das bestätigt. In manchen Fällen hilft auch eine Mail an die PCtipp-Redaktion.



Kommentare
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Tippli
02.09.2008
Billig! Gaaanz billige PR, die da betrieben wird.

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gissuf
02.09.2008
omg was geht denn mit euch ab? das angebot von sunrise war doch ganz klar: 2 GB pro Monat gibt’s gratis, wer mehr saugt, zahlt fuer das was er mehr saugt. Wenn der Konsument nun halt seinen Internetkonsum nicht im griff hat und einfach hemmungslos drauflos surft, ist er selber schuld, wenn er dann solche Rechnungen kriegt. Bei dem Angebot ist kein Hacken drann, wer es genau durchliest, weiss was er darf und was nicht. Aber es ist wieder mal typisch Mensch: "Ah, da gibt’s was gratis! YUHUUU! Muss ich haben, scheiss auf AGB's und Nutzungsbedingungen, hauptsache gratis!" Sunrise hat hier Kundenkullanz bewiesen. Sunrise wäre absolut nicht dazu verpflichtet gewesen, das Abo umzubuchen. Sie hätten auch einfach die 6600 Fr. verlangen können! Es ist also wohl eher weniger angebracht hier noch Sunrise für ihr zuvorkommendes Handeln auch noch an den Pranger zu stellen! Just my two cents!

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Masche
02.09.2008
das angebot von sunrise war doch ganz klarFür mich ist das ganz klar Wucher gemäss Definition OR: Es besteht ein offensichtliches, d.h. für jedermann ersichtlich, Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung. Die benachteiligte Partei wird durch Notlage, Unerfahrenheit, Leichtsinn oder gleichwertigen Schwächen in eine solche Lage gebracht, in der sie von der Gegenpartei ausgebeutet wird. Es ist dabei nicht vorausgesetzt, dass die Initiative zur Ausbeutung vom Ausbeuter ausgeht. Es genügt, dass dieser die Gelegenheit wahrnimmt.Bei Fr. -.50 pro Megabyte müsste ich ja für das Herunterladen von z.B. Windows SP3 mehr als Fr. 150.- bezahlen. Das ist jenseits von Gut und Böse, das ist schlicht Abzockerei und verstösst auch gegen die guten Sitten. Bei swisscom beispielsweise gibt es eine Obergrenze von Fr. 59.- pro Monat beim limitierten Angebot. Auch das ist noch viel, aber immerhin noch seriös.Sunrise wäre absolut nicht dazu verpflichtet gewesen, das Abo umzubuchen. Sie hätten auch einfach die 6600 Fr. verlangen können! Da bin ich nicht so sicher, dass dies in einem Prozess rechtlich verhebt hätte. Alle drei von Gesetzgeber festgeschriebenen Bedingungen, was als Wucher zu betrachten ist (im Zitat kursiv markiert), sind erfüllt, und das noch vorsätzlich. Doch wer getraut sich schon, gegen einen solchen Konzern einen Prozess anzustrengen.

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Giovanni Schoweiss
02.09.2008
Nur flatrate ist flatrate. Und das dies keine ist war auch angeschrieben. Also die frau hat wirklich glück gehabt. Was mich aber viel mehr wunder nimmt ist: Wie kommt eine IV-Rentnerin auf durchschnittlich 6.3 GB im monat? Und das drei monate hintereinander! Wieviele serviecepacks braucht der mensch? In meinen augen wollte sie doch nur das angebot ausnutzen, 3 monate gratis surfen und fett downloaden um danach den anschluss wieder kündigen, ohne vorher das kleingedruckte gelesen zu haben. Man könnte ihr auch einfach unaufmerksamkeit vorwerfen. Aber ein vorwurf ist etwas das zur debatte stehen würde... Zitat Nelson: "Ha ha!!!"

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furrer-bini
02.09.2008
@ Giovanni Schoweiss naja, 6.3 GB sind nicht sonderlich viel, bei mir warens im August rund 70 GB... verursacht hauptsächlich jedoch durch Streaming (TV und Internetradio).

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Paulchen1
02.09.2008
billig ist nicht immer billig! wie man unschwer sehen kann ist das billigste nicht das preiswerteste. wer die vertragbedingungen genau nachliest, der merkt sehr schnell, dass hiner einem billigst-angebot meist was versteckt ist. die werbung zieht, der kunde fällt drauf rein, und am ende beschweren sie sich wenn rechnungen kommen die sie nie für möglich gehalten hätten. es ist schön, dass sich pc-tipp für diese kundin eingesetzt hat und der betrag nicht bezahlt werden musste. :) wobei ich in diesem artikel (meine meinung) eine billige werbung beider anbieter sehe. hast schon recht mit deinem artikel.ichbin schon seit jahren bei swisscom, aber eine solche rechnung habe ich trotz 24 stunden online inkl. downloads noch nie erreicht.swisscom ist nicht so schlecht wie immer alle meinen. gruss paul

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LMS
02.09.2008
Da verstehe ich etwas nicht. In der Einleitung des PCtipp-Artikels steht, dass das Take-Away Angebot drei geschenkte Surfmonate beinhaltete. Im Artikel wird dann aber darauf hingewiesen, dass die Dame in den vier Monaten die 6600 Franken versurft hat. Ist sie nun darauf reingefallen, dass die drei Monate gar nicht gratis waren? Oder wurden ihr nur die Grundgebühren geschenkt, nicht aber die Verbindungsgebühren (über 2 GB) ? Oder haben sich die gesamten 6600 Franken im vierten Monat angesammelt, weil sich die Kundin der nun - nach den Gratismonaten - anfallenden Gebühren nicht bewusst war? Könnte das bitte allenfalls die Redaktion klar stellen. Habe auch eines der Take-Away Abo's mit den Gratismonaten und möchte heute Nacht noch ruhig schlafen können ;-) Gruss LMS

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Lunerio
03.09.2008
Oder wurden ihr nur die Grundgebühren geschenkt, nicht aber die Verbindungsgebühren (über 2 GB) ? Oder haben sich die gesamten 6600 Franken im vierten Monat angesammelt, weil sich die Kundin der nun - nach den Gratismonaten - anfallenden Gebühren nicht bewusst war? Nun der 1. Oder ist richtig... Sonst käme es nie auf 6600 Franken! Das 2. Oder ist bestimmt nur halb richtig. In einen Monat auf 6600 Franken zu kommen ist kaum möglich (Für mich jedenfalls)... Dafür hatte sie die Grundgebühren noch zu zahlen. Ist ja klar.

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Pagnol
03.09.2008
Woher sollte denn der Normalanwender eingentlich wissen, wann er die 2GB-Limite errreicht hat? (ohne zusätzliche Software zu installieren, die er ja auch nicht kennt ....). Täglich ein Bisschen herumsurfen, ein paar Videos anschauen - schwups sind die 2GB erreicht.

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Paulchen1
03.09.2008
gleiches abo! ja und ich bin bei bluewin bezahle sfr 55.-- pro monat (5000 rate inkl gold) kann surfen bis der echner glüht und bezahle dafür immer gleich viel. keine ahnung wieso immer alle denken, das swisscom/bluewin so schlecht ist. ich bin seit jahren zufrieden auch mit dem support (brauche ich allerhöchstens bei mobile) und kulant sind sie auch wenn mal wirklich was verbogen ist. der spamfilter ist gut, und der firewall auch. ich bekomme auf keiner meiner bluewin-addy spam rein. habe alle im outlook eingerichtet. gruss corax habe die gleichen bedingungen wie du 55 / gold aber nur 3500 resp. 4130 down weil ich noch etliche andere instalationen habe die 5000 nicht zulassen. aber 4100 habe ich immer weil in zentr. nähe ! aber immer alles ohne problemme seit jahren gruss paulchen1