Uni Zürich baut Roboter dank Crowd-Funding

An der Universität Zürich soll in nur neun Monaten ein intelligenter und menschenähnlicher Roboter entstehen. Finanziert wird das Projekt durch Crowd-Funding.

von Hannes Weber 28.08.2012

Er hört auf den Namen «Roboy» und soll in rekordverdächtigen neun Monaten entwickelt werden. Denn pünktlich zum 25-Jahre-Jubiläum des Artificial Intelligence Laboratory (Labor für künstliche Intelligenz) der Universität Zürich im März 2013 soll der Roboter fertig sein und an der internationalen Robotikmesse «Robots on Tour» (8. bis 9. März 2013) in Zürich präsentiert werden.

So oder ähnlich könnte Roboy dereinst ausschauen (Bild: Uni Zürich) So oder ähnlich könnte Roboy dereinst ausschauen (Bild: Uni Zürich) Zoom Ein Projektteam aus Wissenschaft und Industrie rund um den Leiter des AI-Labs, Prof. Dr. Rolf Pfeifer, ist für dieses Kunststück verantwortlich. Roboy soll von der Anatomie und den Bewegungen her einem Menschen nachempfunden und etwa 1,30 Meter gross sein. Die technische Basis für den Roboter liefert der im Rahmen eines EU-Projekts unter anderem auch von Rolf Pfeifer mitentwickelte ECCE-Robot. Das Besondere an diesem Roboter ist die sehnengesteuerte Antriebstechnologie, die menschenähnliche Bewegungen ermöglicht. Nebst den Forschern der Uni Zürich sind auch internationale Forschergruppen aus Deutschland und Japan am Projekt beteiligt.

Finanzierung per Crowd-Funding

Eine weitere Besonderheit von Roboy betrifft seine Finanzierung: Die soll nämlich über das derzeit angesagte Crowd-Funding realisiert werden. Crowd-Funding ist eigentlich nichts anderes als ein öffentlicher Spendenaufruf. Je nachdem, wie viel man spendet, erhält man im Gegenzug spezielle Leistungen. Im Fall des Zürcher Roboters reichen diese von einer persönlichen Gravur auf dem Roboter über ein Nachtessen mit Roboy und Rolf Pfeifer bis hin zur exklusiven Namensgebung für den Androiden. Bis jetzt sind gut 90'000 Franken zusammengekommen, benötigt werden laut Webseite 500'000 Franken.

Roboy, der über Eigenschaften wie Gesichtserkennung sowie über Sinne wie Hören und Reden verfügen wird, soll nicht nur die aktuellen Möglichkeiten der Robotik aufzeigen. Das während des Projekts gesammelte Wissen soll überdies Forschern, Robotikfans und allen interessierten Personen frei zur Verfügung stehen. «Wir definieren mit ’Roboy’ eine neue Entwicklungsplattform für humanoide Roboter, die von allen genutzt und weiterentwickelt werden kann und soll!», so Rolf Pfeifer. Mit anderen Worten: Roboy ist Open Source. Auf diese Weise, so der Wunsch des Projektinitianten, sollen das Interesse der Bevölkerung für Technologie geweckt und junge Talente dafür begeistert werden.


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