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Agur 12 hat die Uploader im Visier

Illegale Uploads sollen schärfer kontrolliert werden: Der Bundesrat berät nun über den Schlussbericht einer vom Bund bestellten Expertengruppe.

von Simon Gröflin 05.12.2013
Soviel ist sicher: Unseren Providern würde bei derartigen Gesetzesentwürfen viel «neue Verantwortung» widerfahren, die sich mit dem bisherigen Code of Conduct in gewisser Weise beisst Soviel ist sicher: Unseren Providern würde bei derartigen Gesetzesentwürfen viel «neue Verantwortung» widerfahren, die sich mit dem bisherigen Code of Conduct in gewisser Weise beisst Zoom Amerikanische Kritik hat dazu geführt, dass seit Anfang 2012 vertrauliche amerikanisch-schweizerische Gespräche zur Verfolgung mutmasslicher Urheberrechtsverletzungen im Internet stattfinden. Der runde Tisch der Agur 12 untersteht dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und tagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Inzwischen wurde der Bericht verabschiedet. Er soll demnächst im Bundesrat ausdiskutiert werden.

Der Schlussbericht rückt nun vor allem die Frage zur Beratung eines neuen Gesetzesentwurfs im Umgang mit Uploads urheberrechtlich geschützter Daten in den Fokus. Sollte tatsächlich ein Gesetz nach Vorschlag der Agur 12 verabschiedet werden, dürften Rechteinhaber der Musik- und Filmbranche künftig nach Analyse der Upload-Herkunft unsere Provider dazu auffordern, dem betreffenden Uploader Warnbriefe zuzustellen mit der Aufforderung, das Uploaden solcher Dateien zu unterlassen. Bei weiteren illegalen Aktivitäten könnte so beispielsweise mit der Sperrung des Anschlusses gedroht werden. Das bedingt aber in gewisser Weise, dass der Provider den Traffic des Users nach Inkrafttreten der Warnmeldung fortwährend kontrollieren müsste.

Hitzige Diskussionen

«Das System funktioniert ja heute bereits in Frankreich und dort sehe man, dass der illegale Upload stark eingedämmt werden konnte, indem vor allem eben Eltern auch hie und da wieder mal mit den Jugendlichen darüber reden, was so im Internet getrieben wird», so beispielsweise die Argumentation von Roger Chevallaz, Präsident von Audiovision Schweiz gegenüber 10 vor 10. Sämtliche Provider äusserten sich in unseren Interviews bereits empört.

Strafrechtliche Verfolgung in der Schweiz

Sollten tatsächlich nach Beschluss des Bundes Gesetzesentwürfe nach Vorgaben der Agur 12 in die Vernehmlassung gehen, könnten in einem ersten Schritt vor allem auf Schweizer Servern gehostete Uploads geschützter Werke strafrechtlich von den Rechteinhabern schärfer verfolgt und deren Löschung beantragt werden. Agur 12 will aber im gleichen Zug zusammen mit dem Bund nun Vorschläge zur Vergünstigung legaler Download-Dienste prüfen.


    Kommentare

    • Pumpido 05.12.2013, 16.31 Uhr

      Es braucht keine Vergünstigung der legalen Download-Angebote, sondern eine grössere Auswahl und keine unnötigen Einschränkungen. Wenn ich für Inhalte bezahle, dann will ich sie nicht nur an meinem TV schauen können oder nur am PC, sondern auf all meinen Geräten (und nicht nur via Stream, sondern auch unterwegs ab Speicherkarte etc.). Und ich will nicht ewig lange warten müssen, bis ich eine Serie oder einen Film sehen kann, wenn es gleichzeitig möglich ist, auf die "illegale" Variante an das [...]

    • coceira 05.12.2013, 21.12 Uhr

      oder ganz einfach ein paar gedanken Grundsaetzlich hat doch (auch in diesem forum) sicher keiner etwas dagegen, dass kreativitaet in form von geistigem eigentum geschuetzt und nutzung vom nutzer verguetet wird. Unzaehlige stunden habe ich mich an buechern und musik die ich selbst so nicht hervorbringen kann erfreut. Ohne jeden zweifel schulde ich etwas. ......damit beginnt das problem, muss bzw. sollte ich jedes mal wenn ich das selbe buch lese oder das gleiche musikstueck hoehre egal in [...]

    • Johnny B Good 06.12.2013, 02.43 Uhr

      Ich teile die Meinungen die vor mir geschrieben wurden. Selbstverständlich soll man die Künstler und die Herstellungskosten entschädigen. Diese dilletantische Abzocker Brut, welche vorallem an die eigenen Honrare denkt, betrachtet uns alle doch nur als ausdauernde Geldquelle. Die penetranten Einschränkungen teurer streaming Dienste, welche es verunmöglichen ohne Internetverbindung die Medien mit einem beliebigen Gerät offline zu nutzen, machen mich stinksauer. Wie freue ich mich doch t[...]

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