Festtagsgrüsse per WhatsApp statt per SMS

An Weihnachten sind in diesem Jahr in der Schweiz 65 Millionen SMS verschickt worden – 10 Millionen weniger als 2011. Grund ist die verstärkte Nutzung von etwa WhatsApp.

von Mark Schröder 27.12.2012

An den vergangenen Festtagen hat der Telekommunikationsanbieter Orange mit 25 Millionen versendeten SMS und MMS die Swisscom erstmals knapp übertrumpft. Orange legte gegenüber 2011 um 4,2 Prozent zu, der Marktführer hingegen verzeichnete ein Minus von 10,6 Prozent. Das berichtet die Nachrichtenagentur awp.

Die bisherige Spitzenreiterin übermittelte dieses Jahr 24,4 Millionen Handy-Nachrichten, wie sie am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahr waren noch 27,3 Millionen Weihnachtsgrüsse über Swisscom versendet worden.

Orange mit Flatrate-Abos vorne
Den Rückgang erklärt sich Swisscom-Sprecher Sepp Huber vor allem mit der zunehmenden Beliebtheit von Facebook, Twitter und den Smartphone-Gratisdiensten WhatsApp, Ping und iMessage. Wie jedoch schaffte es Orange im Gegensatz zur Swisscom, unter gleichen Bedingungen mehr Text- und Bildbotschaften in Umlauf zu bringen?

Wie es bei Orange auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda hiess, sei dies insbesondere durch die vielen Flatrate-Abos im Angebot bedingt. Das sind Abonnemente, bei denen der Versand von SMS und MMS im Gesamtpaket bereits einberechnet ist.

Den Trend hin zu Smartphone-Gratisdiensten wie WhatsApp habe man früh erkannt und die Abo-Konditionen entsprechend angepasst. Auch habe das stetige Kundenwachstum dazu beigetragen, dass 2012 ein neuer Rekord bei den übermittelten Weihnachtsbotschaften erzielt werden konnte. Viele Orange-Kunden seien intensive SMS-Nutzer.

Auch bei Swisscom würden immer mehr Kunden ein Flatrate-Abo lösen, betonte seinerseits Sprecher Huber. Deshalb sei man zuversichtlich, künftig wieder ein Wachstum bei den Text- und Bildbotschaften zu erzielen.

Sunrise mit markantem Taucher
Noch drastischer als bei Swisscom war der diesjährige Rückgang jedoch bei Sunrise: 15,2 Millionen versandte SMS und 423'000 MMS führten zu einem gesamthaften Minus von 32,4 Prozent. Besonders augenfällig war der Rückgang im Geschäft mit den MMS, von denen 77 Prozent weniger verschickt wurden.

Die Gründe dafür liegen gemäss Sprecher Tobias Kistner darin, dass viele Kunden auf WhatsApp, Twitter und Facebook umgestiegen seien. Insbesondere MMS würden durch Facebook quasi überflüssig gemacht.


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