Mobilfunkstrahlung schlecht für Gedächtnis von Jugendlichen

Die Nutzung von Mobiltelefonen kann sich nachteilig auf die Entwicklung der Gedächtnisleistung auswirken.

von Claudia Maag 19.07.2018

Die wichtigste Expositionsquelle für hochfrequente elektromagnetische Felder (HF-EMF) für das menschliche Gehirn ist die Verwendung eines Handys am Ohr. Studien, welche die gesundheitlichen Auswirkungen der HF-EMF analysierten, waren bisher aber nicht eindeutig.

Eine vom Schweizerischen Tropen- und Public Health Institut (Swiss TPH) durchgeführte Studie hat nun den Zusammenhang zwischen der HF-EMF-Exposition durch Mobiltelefone und der Gedächtnisleistung bei Jugendlichen untersucht. Ein Forschungsteam um Martin Röösli knüpft mit der Studie an einen 2015 in der Fachzeitschrift Environment International veröffentlichten Bericht an, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.  

Die aktuelle Studie umfasst den doppelten Stichprobenumfang sowie neuere Informationen über die Absorption von elektromagnetischer Strahlung im Gehirn von Jugendlichen. 

Einfluss stark am rechten Ohr

An der Studie nahmen 700 Jugendliche teil und wurden über einen Zeitraum von einem Jahr begleitet. Die 12- bis 17-jährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in öffentlichen Schulen (7. bis 9. Klasse) in städtischen und ländlichen Gebieten der deutschsprachigen Schweiz ausgewählt. 

Die Ergebnisse von 2015 haben sich bestätigt. Die Studie, die am 23. Juli publiziert wird, ergab, dass die kumulative Hirn-HF-EMF-Exposition durch Mobiltelefone über ein Jahr hinweg einen negativen Einfluss auf die Entwicklung der figuralen Gedächtnisleistung bei Jugendlichen haben kann. 

Der Einfluss von HF-EMF war bei jenen Jugendlichen ausgeprägter, die ihr Mobiltelefon auch auf der rechten Seite des Kopfes benutzten. Das figurale Gedächtnis ist hauptsächlich in der rechten Gehirnhälfte angesiedelt. «Dies deutet darauf hin, dass vom Gehirn absorbierte elektromagnetische Strahlung für die beobachteten Zusammenhänge verantwortlich sind», erklärte Martin Röösli, Gruppen-Leiter der Einheit Umweltexposition und Gesundheit am Swiss TPH. Laut Röösli können mögliche Risiken für das Gehirn durch den Einsatz von Headsets oder Lautsprechern beim Telefonieren minimiert werden.

Das Senden von Textnachrichten, Spielen oder Surfen im Internet verursachen nur eine geringe Strahlenbelastung des Gehirns und zeigten keinen Zusammenhang mit der Entwicklung der Gedächtnisleistung. 

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    Kommentare

    • antonius45 20.07.2018, 06.41 Uhr

      Ein heisser Dank an die Antennengegner. Mit ihrer Verhinderungspolitik machen sie, dass die Handies stark strahlen müssen. Würde in "jeder Strassenlampe" eine Antenne sein, würden Leistungen von ein paar Tausendstel Watt für eine Verbindung genügen.

    • Maxtech 21.07.2018, 15.53 Uhr

      Das ist genau so. Die Antennengegner behaupten das Tiere beeinflusst werden, Kühe erblinden, Vögel Antennenstandorte meiden usw. Aktuell nisten Störche in Mönchaltorf und Uster dierekt auf Handymasten. Die Medien halten sich still. Bezweifle das die Strahlung schädlich ist.

    • POGO 1104 22.07.2018, 17.32 Uhr

      Wieder mal eine Studie total an der Realität vorbei..... Die sollen mir mal Jungendliche zeigen, welche je 1x die Smartphones an den Kopf halten... Telefonieren? Fehlanzeige - und wenn dann mit Headset oder Freisprechen

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