News 08.02.2016, 09:45 Uhr

Vorsicht vor billigen USB-C-Kabeln

Fehlerhafte USB-C-Kabel können zu irreparablen Schäden an Notebooks führen. Ein Google-Ingenieur sammelt Amazon-Rezensionen und warnt potenzielle Käufer.
Amazon müsse aufhören, schlechte USB-Kabel zu verkaufen, fordert Benson Leung, ein Software-Entwickler von Google. So zerstörte ein Kabel eines chinesischen Herstellers sein eigenes Pixel-C-Notebook. Nach einem Neustart befand sich das Gerät auf einmal im Wiederherstellungsmodus. Eine genaue Untersuchung zeigte eine ernsthafte Beschädigung an inneren Komponenten. Zurückzuführen waren diese angeblich auf eine völlig falsche Verderahtung des USB-Kabels. Eine ähnliche Erfahrung machte auch der Journalist Dieter Bohn des US-Tech-Magazins «The Verge»: Er wollte sein Nexus 6P über ein USB-C-Kabel von einem USB-Typ-A-Port seines MacBook Airs aufladen. Das ebenfalls auf Amazon erworbene Kabel verlangte diesem zu viel Strom ab. Die USB-Anschlüsse funktionierten daraufhin nur noch sporadisch. Immerhin schaltete sich das Apple-Gerät danach automatisch aus und ging nicht kaputt.

Schlechte Verlötungen und falsche Logos

Um Amazon-Shopper zu warnen, veröffentlicht der Google-Ingenieur inzwischen fortlaufend Rezensionen und sammelt sie in einer Excel-Liste: «Wenn Sie einfach zu Amazon gehen und dort ein beliebiges USB-C-Kabel kaufen, könnten Sie eines erwischen, das blitzschnell Ihr Notebook zerstört», so Benson Leung von Google. Leung bemängelt generell die schlechte Verlötung der untersuchten Kabel. Darüber hinaus würden teilweise mit falschen USB-Logos Übertragungsgeschwindigkeiten von USB 3.1 versprochen, obwohl einige Kabel gar nicht die dafür vorgesehenen Verdrahtungen aufwiesen.

PCtipp meint

Auch wenn USB-C-Kabel und USB-C-Peripherie von Originalanbietern meist teurer sind als von Drittanbietern empfehlen wir generell, nur Originalzubehör zu verwenden. Damit ist man grundsätzlich auf der sicheren Seite. Bei ganz neuem Zubehör wie z.B. USB-C-Adaptern mit Zigerattenanzünderstecker lohnt sich nun sicher auch ab und zu ein Blick in Leungs Datenbank. Bislang hat er über 44 USB-Kabel von Drittanbietern getestet.

Autor(in) Simon Gröflin



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