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Swisscom will mit neuer Plattform Werbeplakate interaktiv machen

Mit der Technologie «Beem» will die Swisscom klassische Werbekampagnen Smartphone-fähig machen.

von Luca Perler 27.05.2019

Seit Kurzem sind auf Plakatwerbungen am Hauptbahnhof in Zürich mysteriöse Kästchen montiert. Nun ist klar, wozu diese dienen: Die Kästchen senden ein hochfrequentiges Ton-Signal ausserhalb des Hörbereichs sowie ein Bluetooth-Signal aus. Die Werbekampagnen sollen so auf Smartphones oder Tablets von Passantinnen und Passanten gebracht werden.

Die Plattform «Beem» soll Werbekampagnen ohne zusätzliche App Smartphone-fähig machen Die Plattform «Beem» soll Werbekampagnen ohne zusätzliche App Smartphone-fähig machen Zoom© Swisscom

Damit diese auch empfangen werden können, lanciert die Swisscom am 1. Juni die Plattform «Beem». Mit dieser sei es nun möglich, klassische Werbekampagnen interaktiv und Smartphone-fähig zu machen, wie der Telko mitteilt. Funktionieren soll dies ohne die Installation einer zusätzlichen App oder dem Aufrufen einer Website.

Möglich macht das die besagte Beem-Plattform. Swisscom zufolge ist sie bereits «in vielen bekannten Apps integriert». Konkret sind es bislang jene von 20 Minuten, Watson und Bluewin. Die Technologie funktioniert laut Mitteilung folgendermassen: Wenn Userinnen und User eine dieser Apps geöffnet haben, erscheint bei ihnen ein Hinweis, sobald ein Signal empfangen wird. Klickt man auf diesen Hinweis, wird automatisch die Beem-Plattform geöffnet. Und dort sollen schliesslich aktuelle Angebote zum Plakat angezeigt werden, von dem man das Signal erhalten hat. Möglich ist gemäss Swisscom auch das Anzeigen von Zusatzinformationen, Gewinnspiel- oder Voting-Teilnahmen sowie Kaufangebote oder Gutscheine. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Nutzerinnen und Nutzer Beem-fähigen Apps den Zugriff auf das Mikrofon erlauben oder Bluetooth eingeschaltet haben.

Wie steht es um den Datenschutz?

In einem separaten Factsheet macht die Swisscom zusätzlich Angaben zum Datenschutz bei Beem. Der Telko verspricht dabei unter anderem:   

  • die schweizerische Datenschutzverordnung jederzeit einzuhalten
  • keine Bewegungsabläufe der Nutzer zu registrieren
  • keine Gespräche abzuhören (der Empfang der Signale setzt die Freigabe des Mikrofons für Beem-fähige Apps voraus)
  • Beem nicht dazu einzusetzen, verschiedene Endgeräte demselben Nutzer zuzuweisen (Cross-Device-Tracking)
  • Usern stets die Wahl zu überlassen, ob sie mit Beem interagieren wollen

Wie die Swisscom darin weiter erklärt, kann Beem auch anonym – also ohne Registrierung – genutzt werden. Kontaktangaben würden erst beim Kauf eines Angebots oder auch einer Wettbewerbsteilnahme abgefragt. Auch will der Telko anzeigen, welche Daten weitergegeben werden, und dazu das explizite Einverständnis der Kunden einholen.

Ausserdem sei das Beem-Signal «auf der gesendeten Frequenz von erwachsenen Menschen in der Regel nicht hörbar», schreibt Swisscom im Communiqué weiter. Von jüngeren Menschen werde dieses «erfahrungsgemäss nicht als störend empfunden» – insbesondere im Kontext des Geräuschpegels der Umgebung, in der sich Plakatstellen befinden. «Von Tieren ist das Signal zwar wahrnehmbar. In wissenschaftlichen Tests wurde jedoch auch bei höheren als den verwendeten Lautstärken kein auffälliges Verhalten beobachtet», so der Telko.

SBB setzen bereits auf die Technologie

Wie es seitens der Swisscom heisst, startet die erste mit Beem ausgestattete Kampagne am 3. Juni. Angeblich setzen die SBB bereits auf die Technologie. Zu Beginn liegt der Fokus laut Mitteilung auf APG|SGA-Plakaten und Kinospots. TV-Sender befänden sich in «fortgeschrittener Testphase» und sollen in Kürze folgen. Bereits nutzbar sei Beem auf 3+.


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