VDSL: Konkurrenz fürs Kabelnetz?

VDSL soll dereinst ADSL ablösen. Die Technologie bringt das Fernsehen via Telefonanschluss ins Haus.

von Bruno Habegger 10.12.2002 (Letztes Update: 03.03.2005)

Zwar nimmt derzeit die Zahl der ADSL-Anschlüsse [1] laufend zu, doch ist mit der Technologie für den schnellen Internet-Zugang noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Sie ist limitiert. Mit dem TV-Kabelnetz [2] mithalten kann der neue Standard Very High Bit Rate DSL (VDSL) [3], eine Weiterentwicklung von ADSL.

VDSL nutzt die Frequenzen im Kupferkabel weitaus besser aus und schafft so einen Datendurchsatz von 52 Mbps. Ausserdem kann das hohe Tempo auch beim Senden von Dateien gehalten werden - VDSL funktioniert synchron, das Hoch- und Herunterladen erfolgt gleich schnell.

"VDSL wird den Markt der Kabelnetzbetreiber neu aufmischen", sagt Marcus Riva von Miracom. Die Technologie-Partnerin der Telekom-Ausrüsterin und massgeblichen DSL-Entwicklerin Lucent Technologies hat jetzt damit begonnen, VDSL im Schweizer Markt zu verankern. "Wir sind mit Swisscom im Gespräch", sagt Riva. Denn nur diese ist im Besitz der "Letzten Meile" und kann VDSL dereinst wie heute ADSL an andere Provider verkaufen.

Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus bestätigt das Interesse der Hüterin der Hausanschlüsse. "Wir prüfen VDSL." Wie jede andere Technologie: "Swisscom beschäftigt sich zur Zeit mit verschiedenen technologischen Varianten. Wann solche Technologien wie VDSL eingesetzt werden, ist heute noch nicht abschätzbar."

Die Folgen von VDSL lägen aber auf der Hand: TV-Kabelanschluss und Telefonkabel hätten wieder denselben schnellen Draht zum Kunden: Beide würden neben Telefongesprächen, Datendiensten auch Fernsehen, Radio und Multimedia anbieten. Fernsehsender könnten ihre Programme via VDSL in die gute Stube übertragen. Das Rennen um den Breitband-Standard der Zukunft ist eröffnet.


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