Weniger Kinobesucher ohne Megaupload?

Seit der Schliessung von Megaupload im Januar 2012 sind vor allem die Einspielergebnisse von kleineren Filmen an den Kinokassen rückläufig. Laut einer aktuellen Studie ist dies kein Zufall.

von IDG . 27.11.2012

Mit der Schliessung der Filesharing-Plattform Megaupload im Januar 2012 gelang der Film-Lobby ein grosser Schlag gegen die Raubkopiererszene. Doch anstelle steigender Einspielergebnisse, sieht sich die Branche seit einigen Monaten eher mit einem Abwärtstrend konfrontiert. In einer aktuellen Studie stellen Jörg Claussen von der Copenhagen Business School und Christian Peukert von der Ludwig-Maximilians-Universität in München diese beiden Faktoren in direktem Zusammenhang.

Seit der Megaupload-Schliessung durch das FBI bleiben die Kinobesucher aus, sagt eine Studie Seit der Megaupload-Schliessung durch das FBI bleiben die Kinobesucher aus, sagt eine Studie Zoom Im Rahmen ihrer Arbeit «Piracy and Movie Revenues: Evidence from Megaupload» haben sich die beiden Wissenschaftler die Einspielergebnisse von fast 1400 Filmen aus 49 Ländern über einen Zeitraum von fünf Jahren angeschaut. Ab Januar 2012 zeigte sich dabei ein deutlicher Abwärtstrend bei den internationalen Einspielergebnissen von kleineren Produktionen.

Basierend auf den Zahlen stellen Peukert und Claussen die These auf, dass die Schliessung von Megaupload negative Auswirkungen auf den Bekanntheitsgrad von Low-Budget-Filmen hat. Da sich weniger Zuschauer entsprechende Filme illegal beschaffen konnten, sanken auch die Chancen, dass diese ihren Freunden eine Empfehlung aussprechen konnten. Entsprechend blieben auch die Zuschauer an den Kinokassen aus, die sonst über Mundpropaganda von den Filmen erfahren hätten.

Nicht von dem Effekt betroffen sind der Studie zufolge Blockbuster, für deren Vermarktung im Vorfeld grosse Werbebudgets zur Verfügung stehen. Es bleibt also fraglich, ob sich die Umsatzausfälle durch Raubkopierer mit deren Werbeeffekt aufwiegen lassen.


    Kommentare

    • Joganza 27.11.2012, 12.07 Uhr

      Interessant wäre es auch zu wissen, ob nach der Schliessung von Megaupload mehr Kinobesuche bei den Blockbustern zu verzeichnen waren. Wohl eher nicht...

    • Preggy 27.11.2012, 12.51 Uhr

      Ganz ehrlich, die Kinoindustrie ist einfach ein lächerlicher Haufen, der der Zeit weit hintendrein ist. Man weiss doch inzwischen heutzutage, dass das Internet eine riesige Werbeplattform ist. Sehr viele Leute lassen sich nicht mehr einfach so etwas aufschwatzen, also was tut man? Man sucht mal im Internet à la "try before buy". Das gilt für Musik, Software, Games wieso nicht auch für Filme? Die Kinoindustrie ist einfach zu sehr darauf versessen ihre "Multimediakonsum-Monopolstellung" zu halte[...]

    • Nebuk 27.11.2012, 13.25 Uhr

      Ich denke die sollten das ganze Konzept neu überarbeiten und den aktuellen Gegebenheiten (zeitgemäss!) anpassen. Es ist zwar so, dass ich schon mehrere Jahre nicht mehr im Kino war, das liegt aber daran, dass ich pro Jahr nur etwa 2-3 Filme im TV anschaue (Dieses Jahr war es glaube ich bisher zwei). Von Kollegen höre ich aber schon, dass die Preise ziemlich teuer sind für einen Kino Abend. Neben dem Ticket noch vielleicht eine mittelgrosse Portion Popcorn und ein Getränk, schon ist ein kleines V[...]

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