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Erste Details zu US-Vorwürfen gegen Huawei

Erstmals macht die US-Regierung detailliertere Angaben zu den Vorwürfen gegenüber Huawei. Demnach könne der Netzwerkausrüster ohne Erlaubnis über Schnittstellen für Sicherheitsbehörden auf die Netze zugreifen.

von dpa 13.02.2020

Die US-Regierung hat erstmals etwas konkretere Details zu ihren Vorwürfen gegen den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei öffentlich gemacht. Amerikanische Regierungsbeamte sagten dem «Wall Street Journal», Huawei könne nach Geheimdienstinformationen heimlich über eigentlich für Sicherheitsbehörden vorgesehene Schnittstellen auf Netze zugreifen. Huawei weist die Vorwürfe zurück.
Den US-Regierungsbeamten zufolge zeigten die Geheimdienst-Erkenntnisse, dass Huawei über die Fähigkeiten seit mehr als einem Jahrzehnt verfüge. Die USA hätten im vergangenen Jahr darüber unter anderem Grossbritannien und Deutschland informiert, schrieb die Zeitung in der Nacht zum Mittwoch. Die jüngste britische Entscheidung, Technik von Huawei beim Ausbau der zukunftsträchtigen 5G-Netze zuzulassen, aber aus sicherheitsrelevanten Kernbereichen herauszuhalten, sei mit Kenntnis der amerikanischen Informationen erfolgt, hiess es.

Huawei bestreitet Vorwürfe

Huawei erklärte der Zeitung, das Unternehmen unternehme nichts, was die Sicherheit von Daten gefährden würde und werde dies auch nicht tun. Ein ranghoher Vertreter der Firma bestritt zudem grundsätzlich, dass solche Überwachungsschnittstellen ohne Erlaubnis des Netzbetreibers genutzt werden könnten ohne, dass es sofort auffällt. Die gesetzlich vorgesehenen Überwachungsschnittstellen dürfen nur noch Behörden und auf richterlichen Beschluss hin genutzt werden.

Die USA machen bei ihren Verbündeten schon länger Druck, auf Technik von Huawei beim Ausbau der 5G-Netze zu verzichten und verweisen dabei vor allem auf eine Spionage-Gefahr. Konkrete Beispiele oder Vorwürfe waren bisher nicht genannt worden.


    Kommentare

    • starfish 13.02.2020, 16.36 Uhr

      passt eigentlich alles zusammen, die neuerlichen Crypto-Leaks und die Huawei - Enthüllungen der US-Behörden. Allein der Einbau von Backdoors ist schon eine Frechheit. Das Entsetzen der US-Behörden, wenn ausländische Behörden und Hersteller dann dieselben Backdoors mitbenutzen, ist noch viel krasser. Für die Konsumenten bleibt nur noch eine Erkenntnis: durch die Benutzung von Smartphones wird man völlig überwachbar. Dagegen ist die Handy-Ortung über die Funkzellen geradezu lächerlich primitiv. Vi[...]

    • karnickel 15.02.2020, 09.47 Uhr

      Tja, starfish, diese geschlossenen Netze sind das Problem. Ich frage mich, ob es noch zehn Jahre gehen wird bis die erste Telko-Firma sich mit auf Open Source basierenden Komponenten ausrüstet und dies als Verkaufsmerkmal wird durchsetzen können. Wahrscheinlich wird dann es wie bei einem Fairphone sein. Wenige werden es nutzen und den höheren Preis bezahlen wollen. Heute bleibt uns eines: Ende-zu-Ende Verschlüsselung mit publizierten Methoden. Daten können also nur zu Verbindungen gesammel[...]

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